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Wenn Erziehung zum Machtkampf wird
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 21. Februar 2009 00:00 Uhr


Wenn Erziehung zum Machtkampf wird

Zunehmend klinken sich Väter in die Erziehungsarbeit ein. Dabei sehen sich Eltern heutzutage als gleichberechtigtes Team, das das „Unternehmen Familie“ führt. Durch unterschiedliche Erziehungsstile und unklare Zuständigkeiten entstehen jedoch leicht Konflikte und subtile Machtkämpfe, die das Familienklima und die Entwicklung der Kinder schädigen.

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In der Reihe „Erziehungsfrage“ der Lagerhalle zeigte der Wuppertaler Paar- und Familientherapeut Achim Schad Wege zum effektiven elterlichen Teamverhalten. Das lockere Ambiente des Stadtgaleriecafés und der für alle Fragen offene Referent lockten die Zuhörer schon bald aus der Reserve. Schad gelang es, Fragenknäuel zu entwirren und Licht ins Dunkel zu bringen, ja sogar die erziehungsgestressten Eltern mit typischen Alltagssituationen zu erheitern.

„In den Zielen sind sich die Eltern meist einig, aber nicht im Erziehungsstil“, sagt Schad. Geprägt durch gesellschaftliche Rollenmuster und Erfahrungen in der Herkunftsfamilie, prallen mütterliche und väterliche Auffassungen aufeinander: Hier „auf Einvernehmen angelegte Verhandlungspädagogik“, dort ein eher befehlendes „Durchsetzen mit wenigen Worten“ sei ein typisches Konfliktmuster. „Zu streng“ – „zu nachgiebig“ lauteten die gegenseitigen Vorhaltungen. Dabei zeige die Erfahrung, dass Jungen meistens besser mit klaren Anweisungen zurechtkämen als mit langen Erklärungen und Diskussionen.

Ständige Kritik der Eltern aneinander und gegenseitiges Einmischen werden von den Kindern oft als Parteinahme erlebt. Das führt zur Bündnisbildung mit einem Elternteil und zu Respektlosigkeit. Somit bringe Dauerstreit um die beste Erziehung mehr Schaden als Nutzen, betont der Familientherapeut.

Wie gut Eltern als Team funktionieren, können sie leicht selbst testen: Gibt es mehr Probleme, wenn beide Eltern anwesend sind, als wenn sich einer allein mit den Kindern beschäftigt? Dann ist das Elternteam verbesserungswürdig, so Schad. Aber was können Eltern tun? Sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen fällt schwer. Es sei auch nicht zwingend nötig, da Kinder durchaus zwischen Personen differenzierten.

Schad empfiehlt jedoch eine klare Absprache der Zuständigkeiten. Und er nennt Teamregeln, die Konflikte dämpfen und Bündnisbildung vermeiden. Besonders wichtig: Wer für das Kind momentan zuständig ist, hat recht. Das heißt etwa: Wer die Kinder samstags übernimmt, darf es dann so machen, wie er es für richtig hält. Zudem sollten sich die Eltern gegenseitig bei der Durchsetzung von Anweisungen unterstützen. Es bringe nichts, wenn die Mutter sich abmühe und der Vater ihr mit einem „Ach nun lass ihn mal“ in den Rücken falle. Sogar ein ruhig und passiv zuschauender Vater sende eine Botschaft aus, die dem Einsatz der Mutter zuwiderlaufe.

„Tu, was deine Mutter sagt“, sei die wirksamere Interaktion.  Mehr Lokales

 

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