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Ferien in Marstallhausen
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Quelle: Meppener Tagespost 04. August 2008 00:00 Uhr


Ferien in Marstallhausen

Irgendwo ist immer etwas los. Während eine Gruppe im Garten malt, übt die andere ein Theaterstück von Janosch ein. Kein Wunder, dass Jannine Menke rundum zufrieden ist. „Mir gefällt hier wirklich alles“, sagt sie.

 
Kunst unter freiem Himmel: Unser Bild zeigt Katrin und Simone Schoormans sowie Stefanie Germer (von links) beim Malen im Freien. Foto: Plock  Vergrößern

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Mit „hier“ meint das Mädchen die Sommerfreizeit für junge Menschen mit Behinderung in der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth in Sögel. Unter dem Motto Frei(t)räume setzt das Haus in diesen Tagen eine Tradition im Bistum Osnabrück fort. Die Teilnehmer, die zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, zeigen sich begeistert von der guten Stimmung.

Für die Gestaltung der Freizeit, die an diesem Freitag zu Ende geht, hat sich die Leitung etwas Besonderes einfallen lassen. Jeder der 14 Tage ist einem Monat gewidmet. „Morgens wird als Erstes das Kalenderblatt abgerissen, um den neuen Monat einzuläuten“, sagt Teamleiterin Anja Remmers. „Dann wird etwas für den Monat Typisches gemacht. Wir hatten schon ein eigenes Schützenfest, einen Valentinstag, Karneval, aber auch Ostern und Weihnachten.“

Die Teilnehmer kommen aus ganz Niedersachsen. „Es gibt immer sehr viele Bewerber. Wir müssen da leider eine Auswahl treffen“, sagt Remmers. Die Gruppe von 13 Menschen mit Behinderung wird von genauso vielen Jugendlichen sowie von einem Leitungsteam begleitet. Dieses besteht aus Studenten sozialer Fachrichtungen. Die meisten Begleiter hingegen gehen noch zur Schule. Gesorgt wird für eine 24-Stunden-Betreuung, Nachtwache inklusive. Remmers: „Das Besondere in diesem Jahr ist, dass alle Begleiter neu dabei sind. Am Anfang gab es da schon Berührungsängste und Unsicherheiten. Das hat sich aber schnell gegeben.“

Claudia Feller, Mitglied im Leitungsteam, bringt die Atmosphäre so auf den Punkt: „Das Tollste ist, dass Menschen mit oder ohne Behinderung ihre Freizeit gemeinsam verbringen. Sie sind nicht voneinander getrennt und verstehen sich als Partner.“

Um die Jugendbildungsstätte in „Marstallhausen“ zu verwandeln, war eine Fülle von Vorbereitungen nötig. Die Organisatoren schufen eine kleine Stadt mit eigener Post, einem Industriegebiet und einer mit Kissen gespickten Wellness-Oase, in der sich die Teilnehmer entspannen können. Zum Programm gehören außerdem Ausflüge zum Tierpark Thüle, nach Schloss Dankern oder ins Dünenbad in Dörpen.

Die Freizeit-Teilnehmer wohnen entweder noch zu Hause oder leben in Wohngruppen. Für Eltern bietet die Freizeit Gelegenheit, selbst mal wegzufahren oder einfach nur auszuspannen.

Fest im Programm steht gleichwohl ein Besuchertag für Freunde und Familien. Stephanie Plagge freut sich sehr auf die Gäste: „Ich kriege Besuch von den Bewohnern meines Wohnheims in Lingen“, sagt die 32-Jährige. Den Marstall bezeichnet sie kurzerhand als „zweite Heimat.“  Mehr Lokales

 

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