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Windhose über Hilter und Remsede
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 02. Oktober 2001 00:00 Uhr


Windhose über Hilter und Remsede

Schon wieder eine Windhose. Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen hat ein Zwei-Minuten-Wirbelsturm im Osnabrücker Land schwere Schäden angerichtet. Am Montagabend gegen 18 Uhr traf es Teile von Remsede und Hilter. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

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Lukas Eckelhard (9) hat gesehen, wie sich die tief hängenden Wolken am westlichen Ortsrand von Remsede in Höhe der Tischlerei Tepe zu drehen begannen, wie sich ein Rüssel aus Wolken und Regen zu Boden streckte und alles, was nicht niet- und nagelfest war, mit sich riss. „Das ist ein Tornado, das hab‘ ich gleich gewusst“, ruft der Neunjährige. Die Windhose zog ostwärts quer durch den Ort und hinterließ bis Hilter eine etwa 100 bis 150 Meter breite Schneise.

Für den einen hat alles „höchstens 20 Sekunden“ gedauert, für den anderen „zwei bis drei Minuten“. Dorothee Schwöppe saß in ihrem Wintergarten im Wohngebiet „Im Osterloh“, als sie den schlagartig stärker werdenden Wind bemerkte. Sekunden später flog der Gartentisch durch die Luft, die riesige Birke im Garten hatte plötzlich keine Spitze mehr, die Zeder drehte sich um sich selbst und knickte um. „120 Kilo schwer sind die Blumenpötte, ich hab‘ sie letztens erst gewogen“, beteuert Franz Schwöppe. Der Wirbelwind hat die Töpfe wie Kreisel drehen lassen und umgestoßen.

Auf der anderen Seite des Gartenzauns, bei Familie Loch, parkt ein demoliertes Auto, zerbeult von herabfallenden Dachziegeln. Katharia Loch steht mit Töchterchen Sophie (16 Monate) in der Tür: „Ich wollte Sophie zeigen, wie die Blätter wehen, und da fängt es fürchterlich an zu krachen“, beschreibt sie die Schrecksekunde. Weil es oben vom Dach ihres noch gar nicht fertiggestellten Hauses polterte, flüchtete sie mit ihrer Tochter in den Keller. Später erst entdeckte sie die Bescherung auf ihrer Hofeinfahrt.

„Lucy“, der Hund von Gernot Bartsch hat die Gefahr gespürt. „Er hat geknurrt und ist vom Fenster weg ins Haus gelaufen“, erzählt Bartsch, während er die Reste seiner stolzen Akazien beiseite räumt. Seine Nachbarn helfen ihm. Überhaupt: Alle packten gestern Abend im Wohngebiet „Osterloh“ mit an, die Dächer im strömenden Regen schnell wieder abzudecken. Mindestens ein Dutzend Häuser sind betroffen, manche Dächer sind fast komplett abgedeckt wie das der Bäckerei Brörmann an der Hauptstraße. Auch im Dach des Pferdestalls von Franz Rosemann klaffen riesige Löcher. Den Tieren ist nichts passiert, aber auf dem Hof türmen sich die Trümmer. Sabine Hagedorn und ihr Mann haben nach dem Zwei-Minuten-Sturm - und einer langen Schrecksekunde - begonnen, die Reste ihres Gartenhäuschen einzusammeln. Gestänge und Bretter lagen im Umkreis von 50 bis 100 Metern verstreut. Die fliegenden Dachziegeln, so sagt Sabine Hagedorn, hätten sich mit der Kante handbreittief in den Boden gebohrt. Von Remsede zog der Sturm nach Hilter. Auf dem Hof Krampe brach ein mächtiger Ast aus einem 150 Jahre alten Baum und begrub ein Auto unter sich. Der Pkw-Van ist möglicherweise nur noch Schrott wert. Am Heimathaus beschädigten herbstürzende Äste mehrere Autos. Für kurze Zeit war die Stromversorgung in einem Teil Hilters unterbrochen, nachdem Äste die Oberlandleitungen an der Friedhofskapelle beschädigt hatten.

Feuerwehrleute aus Hilter und Bad Laer waren bis in den späten Abend im Einsatz, um beim Eindecken der Häuser zu helfen und umgestürzte Bäumen von den Straßen zu räumen. Am 6. August dieses Jahres hatte eine Windhose in Belm binnen weniger Minuten einen Millionenschaden angerichtet.



Bilder von der Windhose in Hilter und Remsede


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