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"Der Jugend Gefahr rechtsextremer Gesinnung vor Augen führen"
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Quelle: Meppener Tagespost 07. Mai 2001 00:00 Uhr


"Der Jugend Gefahr rechtsextremer Gesinnung vor Augen führen"

,,Nennt die Gruppen von Menschen in den Karikaturen, die besonders durch Rechtsextremismus bedroht sind". ,,Sucht aus den Bildern die typischen Kennzeichen heraus, die der Zeichner zur Darstellung des Rechtsxtremismus gewählt hat." Diesen und anderen Fragen sollen sich die Schüler stellen, die die Ausstellung ,,Karikaturen gegen rechts" im Marstall Clemenswerth in Sögel besuchen.

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,,Wir wollen den jungen Leuten die Gefahr rechtsextremer Gesinnung und Gewalt vor Augen führen und die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema fördern." Mit diesen Worten umriss der Leiter der Jugendbildungsstätte, Michael Knüpper, den Gedanken, zu der Ausstellung im Marstall einen begleitenden Fragenbogen zu entwickeln. Aufgerufen seien denn auch vor allem Schulklassen, die Karikaturenausstellung des Sögeler Malers und Publizisten Heinz Thien zu besuchen und sich dem Fragenkatalog zu stellen. Im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs sind verschiedene Preise darunter ein Besuch im Landtag in Hannover und ein Rundflug per Segelflugzeug über den Hümmling zu gewinnen.

Die Präsentation der Karikaturen von Heinz Thien ist bis zum 25. Mai im Marstall Clemenswerth zu sehen. Die Ausstellung steht im Kontex mit zwei Vortragsveranstaltungen in der Jugendbildungsstätte zum Thema rechte Gewalt sowie mit der Aktion ,,Go-Sports-Tour" der Sportjugend Niedersachsen, in deren Rahmen am 6.Juni (11 bis 16 Uhr) auf dem Sögeler Marktplatz eine Großveranstaltung mit 2.500 Schülern stattfindet.

Mit ihren ergänzenden Aktivitäten zu der ,,Go-Sports-Tour" wollten Marstall Clemenswerth und Dekanatsjugendbüro Hümmling deutlich machen, dass Rechtsextremismus keineswegs ein Randproblem sei, sondern ,,aus der Mitte der Gesellschaft kommt", unterstrich Knüpper auch im Namen von Ewald Mescher, Leiter des Dekanatsjugendbüros. Vor diesem Hintergrund habe man in der Ausstellung einige Zettel mit ,,Stammtischparolen" aufgehängt, die diesen Ansatz deutlich werden lassen sollten. Beispiele: ,, Ausländer nehmen und die Arbeitsplätze weg." ,,Wenn Hitler den Krieg nicht begonnen hätte, wäre der Nationalsozialismus gar nicht so schlecht gewesen."

Als Schirmherr der Ausstellung fungierte der Dörpener CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Busemann. ,,Die Aufklärung über rechten Radikalismus muss ein bleibendes Anliegen unserer Gesellschaft sein," sagte Busemann. Vor allem der jungen Generation, für die die Zeit des Nationalsozialismus vielfach sehr weit weg erscheint, da sie keine persönliche Beziehung zu dieser Phase der deutschen Geschichte habe, müssten die Gefahren rechter Parolen und Gewalt deutlich vermittelt werden.

In den letzten Jahren sei eine stete Steigerung rechtsgefärberter Delikte in Niedersachsen festzustellen, führte Busemann aus. Dabei machten sich die Gruppierungen ebenfalls der neuen Technologien und Medien zunutze. So habe sich die verbotene NPD auf einer Homepage im Internet das Landeswappen zu eigen gemacht, zeigte Busemann beispielhaft auf. Die Aufklärung über sowie ein klares Eintreten gegen Rechtsextremimus sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich kein Bürger unseres demokratischen Staates verschließen dürfe, unterstrich der CDU-Politiker. Lobend hob Busemann hervor, dass über die Ausstellung vor allem Schülerinnen und Schüler direkt angesprochen würden.

Als weiterer Termine im Marstall Clemenswerth sind Vortragsveranstaltung mit dem ehemaligen niedersächsischen Justizminister und derzeitigen Abgeordneten im Landtag in Magdeburg, Walter Remmers (CDU) aus Papenburg sowie den SPD-Bundestagsabgeordneten Reinold Robbe aus Bunde (Rheiderland) geplant. Walter Remmers spricht am Donnerstag, 10. Mai, um 19.30 Uhr zum Thema ,,Rechtsextremismus und Gewalt bei Jugendlichen in Ost und West". Unter den Gedanken ,,Solidarisches Handeln als prophylaktisches Mittel gegen Rechtsextremismus und Gewalt" hat Reinhold Robbe seinen Vortrag am Dienstag, 5. Juni, ab 19.30 Uhr im Marstall gestellt.

Aus organsiatorischen Gründen bittet die Jugendbildungsstätte indessen um Anmeldungen für den Besuch der Karikaturenausstellung in der Eingangshalle des Marstalls. Ansprechpartnerin ist Frau Wydrinna (Telefon: 05952/207202), mit der entsprechende Termine für Schulklassen abgestimmt werden können.

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