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Polizei sucht Rauschgiftplantagen
Die Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim hat den Betreibern illegaler Cannabis-Plantagen den Kampf angesagt und sucht jetzt verstärkt im Emsland und der Grafschaft Bentheim nach verdächtigen Gebäuden.
Nach Polizeierkenntnissen haben sich kriminelle Banden vorzugsweise den ländlichen Raum für ihre Geschäfte ausgesucht. Mit dem Anbau in Grenznähe versuchen demnach Täter aus den Niederlanden, dem zunehmenden Fahndungsdruck der Polizei im eigenen Land zu entgehen. Die Zahl von professionellen Plantagen hatte dort in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen, so dass die Strafverfolgungsbehörden verstärkt gegen den Cannabisanbau vorgingen.
Dieses führte zu einem Verdrängungseffekt, und die niederländischen Täter entdeckten den ländlichen grenznahen deutschen Raum für ihre Geschäfte. In den letzten Jahren haben vorzugsweise niederländische Banden damit begonnen, das angeeignete Wissen und die Anbauausrüstung nach Deutschland zu bringen und dort Handlanger für sich arbeiten zu lassen. Die Gewinnspannen seien dabei sehr hoch, heißt es.
Seit Anfang 2005 hat die Polizei insgesamt 17 Canna-bis-Indoor-Plantagen in Niedersachsen sicherstellen können. Allein im letzten Jahr wurden in der Grafschaft Bentheim drei größere Indoor-Plantagen mit über 4300 Cannabis-Pflanzen entdeckt und das Rauschgift vernichtet.
Im März 2006 war in Wilsum in einer ehemaligen Gaststätte eine solche illegale Rauschgiftplantage aufgefallen. Bei den weiteren Ermittlungen konnte die Zollfahndung Nordhorn in einem Übersee-Container, der in Klausheide abgestellt war, eine weitere Indoor-Plantage sicherstellen. Zwei Niederländer und ein Thailänder waren seinerzeit festgenommen worden.
Im September 2006 gelang es der Polizei in Quendorf, in der südlichen Grafschaft Bentheim auf einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in einer Scheune eine Plantage mit etwa 2000 Rauschgiftpflanzen sicherzustellen. Auch hier führte die Spur der Täter in die Niederlande.
Anhaltspunkte, die für eine Indoor-Plantage sprechen, können nach Angaben der Polizei zum Beispiel sein: Trotz angeblichen Leerstands wird das Objekt genutzt und dieses zu gewerblich unüblichen Zeiten; das Objekt ist gegen Einsicht besonders geschützt; nur sehr geringer Besucherverkehr. und wenn dann Mietfahrzeuge und/oder Fahrzeuge mit niederländischen Kennzeichen; starke Gerüche von unbekannten Stoffen oder Cannabis; eingebaute Abluftanlage mit Geruchsfilter und/oder Geräusche, zum Neispiel das Brummen von Motoren, Ventilatoren oder Generatoren oder eine eigene Stromversorgung durch leistungsstarke Anlage; festzustellender hoher, nicht erklärbarer Wasser- und/oder Stromverbrauch für das betreffende Objekt.
Hinweise an die örtliche Polizeidienststelle oder an die Polizei in Lingen unter 0591/870.


