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Schulaufbau nicht mehr im Zeitplan
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 09. März 2001 00:00 Uhr


Schulaufbau nicht mehr im Zeitplan

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Osnabrück (fhv).
Vor einer Woche lag noch stechender Brandgeruch in der Luft. Jetzt „duftet“ es schon wieder nach Reinigungsmitteln im Schulzentrum Sebastopol – zumindest in dem vom Feuer am wenigsten betroffenen Trakt der Orientierungsstufe: Mit 40 Arbeitskräften ist eine Sanierungsfirma angerückt und arbeitet schrittweise den Brandschaden auf. Allerdings ist der ursprünglich angepeilte Zeitplan bis zum Wiederbezug nicht mehr zu halten.
Anfang kommender Woche werden die Schulverwaltung und der Verwaltungsausschuss konkret über das weitere Vorgehen zur Sanierung in Sebastopol beschließen. Vorrangig sei dabei der Aspekt, dass zumindest die Orientierungsstufe Anfang August ein bezugsfertiges Gebäude vorfinden müsse, sagte gestern Schuldezernent Reinhard Sliwka. Allerdings kommt der ursprüngliche Terminplan schon wieder ins Rutschen: Nach einer seit Anfang Februar geltenden EU-Vorschrift müssen alle Planungs- und Ingenieurleistungen über 200 000 Euro nun europaweit ausgeschrieben werden. Sliwka berichtete, dass bereits zehn regionale Plaungsbüros wegen des Auftrags angeklopft hätten; nun werde der Planungs-Auftrag allerdings wohl nicht vor Ostern vergeben werden können.

Über den weiteren Zeitablauf könne er deshalb nur mutmaßen, so Sliwka weiter, „auch wenn sich im Endeffekt wohl kein Büro aus Mailand oder Lissabon um diesen Auftrag bewerben wird.“ Zudem sei der Schaden durch den Brand „weitaus höher als bisher angenommen.“ Vorab hat die Firma Belfor-Relectronic als erster Schritt den Trakt der Orientierungsstufe provisorisch hergerichtet, die Zwischendecken entfernt und dann gereinigt. Mittlerweile hat sie dort auch mit der Aufarbeitung von Computern und anderem Material begonnen. Belfor ist ein ein international tätiger Schadenssanierer mit zehn Niederlassungen allein in Deutschland. Zu welchen logistischen und technologischen Leistungen die Firma in der Lage ist, demonstriert Projektleiter Christian Spitzer: „Wir waschen sogar Computer.“

Und tatsächlich: Während in einem leergeräumten Klassenraum die Männer in den weißen Arbeitsanzügen noch Computer, Monitore und Drucker zusammentragen, wird im früheren Kunst-Raum Elektronik gewaschen: Zunächst dokumentieren die Arbeiter Gerät für Gerät, dann schrauben sie die Gehäuse auseinander und baden alles in einer Seifenlauge. Das löst den Ruß und neutralisiert die aufliegende Salzsäure. Anschließend werden die Teile mit destilliertem Wasser abgespült, 14 Stunden in einem Wärmeschrank getrocknet und dann noch einmal in einen Vakuumschrank gepackt, bevor sie dann wieder zusammenmontiert werden.

„Wir orientieren uns am Wert der Geräte“, so Christian Spitzer, „eine Tastatur, die im Laden 35 Mark kostet, fassen wir gar nicht erst an. Aber eine Einheit von PC, Monitor und Drucker für 800 Mark gereinigt zu bekommen, das lohnt schon den Aufwand.“ Das Gesamtpaket der Aufräumungsarbeiten im Schulzentrum Sebastopol wird bundesweit ausgeschrieben, so berichtete Fachbereichsleiter Hans-Georg Freund. Mehrere Gutachter der Versicherung und der Stadt sind weiterhin damit beschäftigt, das ganze Ausmaß des Schadens zu ermitteln. Bereits jetzt ist aber schon absehbar, dass ein großer Teil des Mobiliars als „Totalschaden“ verworfen werden muss. Außerdem dürfte der Gebäudeschaden zumindest im Zentrum des 1976 gebauten Schulzentrums erheblich sein. Gutachter der Versicherung wollten gestern über die Höhe der Schadenssumme noch keine Aussage machen.

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