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Tippspiel
Das Unglück geschah am 12. Juli 1951
Das Vertrauen war gerechtfertigt. Etliche Leser des Wittlager Kreisblattes erinnerten sich an das Eisenbahnunglück in der Nähe des Bohmter Bahnhofs - nicht nur einer wusste dabei sogar das genaue Datum: Der Güterzug entgleiste am 12. Juli 1951. Die im Artikel "Wann geschah das Eisenbahnunglück?" geäußerte Vermutung, dass es sich um die 50er Jahre handeln müsste, hat sich somit bestätigt.
Für Kurt Krüger aus Bohmte war sofort klar: '"'Das war der 12. Juli 1951. Dieses Datum kann ich gar nicht vergessen, denn an dem Tag wurde meine Tochter geboren, ich musste zur Hebamme an der Eisenbahnstraße, und die Schranken waren geschlossen.'"' Dieter Spanger (Bohmte) fiel ein, dass in Band V der Bohmter Lesebücher Walter Oevermann über die Eisenbahngeschichte berichtete. Auf Seite 41 heißt es dort: '"'...ein Defekt an einer Weiche führte am 12. Juli 1951 dazu, dass aus einem Güterzug in der Morgenzeit 16 beladene Güterwagen etwa 200 Meter südlich des Bahnhofs entgleisten und den Bahndamm hinterunterstürzten. Tragisch dabei, dass ein Waggon mit lebenden Schafen in die Bitumenmasse eines auslaufenden beschädigten Kesselwagens geriet.'"'
Andere Leser erinnerten sich, dass sie als Kind das Unglück erlebt hatten oder dass sie als Fahrschüler darauf zukamen. Anlieger erinnerten sich, dass sie morgens vom kläglichen Blöken der Schafe aufgeschreckt wurden.
Weitere Hinweise gingen auf ein Unglück während des Ersten Weltkriegs ein, das in den Wittlager Heimatheften beschrieben wird. Am 16. Januar 1918 nachts um 3 Uhr kam es während eines starken Schneetreibens auf dem Gleisstück zwischen Bohmte und Ostercappeln zur Katastrophe. Ein aus Richtung Bremen kommender Güterzug konnte, da die Weiche infolge des starken Schneefalles versagte, nicht in das Überholungsgleis von Ostercappeln einfahren. Er blieb vor dem Bahnhof liegen. Dem ihm folgenden Militärurlauberzug wurde darum bei dem Block Oelingen Halt geboten. Diesem Urlauberzug folgte nach etwa 15 Minuten ein D-Zug. Für ihn waren sowohl das Vorsignal bei Bohmte als auch das Hauptsignal auf Halt gestellt. Durch das heftige Schneegestöber war aber die Sicht so behindert, dass der Lokführer die beiden Signale sowie die Schlusslaternen des haltenden Zuges nicht sah und mit voller Geschwindigkeit auf den Urlauberzug fuhr.
Die Bilanz dieses schrecklichen Unfalls zählte 33 Tote und 65 Verletzte, ausnahmslos Soldaten.
Fast auf den Tag genau 25 Jahre später wurde der Bahnhof von Bad Essen zum Schauplatz eines fatalen Ereignisses. Am 6. Januar 1943 ereignete sich der wohl schwerste Bahnunfall auf dem Streckennetz der Wittlager Kreisbahn. Bei der Einfahrt in den Bahnhof stieß ein aus Bohmte kommender, voll besetzter Triebwagen der Baureihe '"'T1'"' mit der rangierenden Dampflok '"'Wittlage'"' zusammen, die einen Güterzug in Richtung Bohmte zog. 13 Schwerverletzte, von denen einer später verstarb, und 54 Leichtverletzte - so waren die Zahlen der Opfer.
Am 18. Dezember 1962 ereignete sich am Bahnkilometer 133,1 (rund 1000 Meter von Bahnhof Ostercappeln entfernt) ein weiterer schwerer Zugunfall, in dessen Folge die Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Bremen fast einen ganzen Tag gesperrt werden musste. Nachdem bei einem Güterzug eine Kupplung gebrochen war, hatten sich 26 Waggons vom Zug gelöst und waren auf der Strecke stehen geblieben, ohne dass der Lokführer dies bemerkt hätte. Einige Minuten später führ ein mit Erz beladener Güterzug auf die Waggons auf. Lokomotive und Tender sprangen aus den Schienen, kippten um und legten sich quer über die Gleise. Lokführer und Heizer wurden schwer verletzt. Der junge Heizer musste mit schwersten Verbrennungen in ein Hamburger Krankenhaus überführt werden, wo er eine monatelange Behandlung erfuhr.
Das letzte Unglück auf den Gleisen der Wittlager Kreisbahn datiert aus dem Jahr 2001. Zum Ende der Sommersaison entgleiste in Bad Essen an einer manipulierten Weiche die Dampflokomotive 86744.
Durch eine Vollbremsung des Lokomotivführers konnte Schlimmeres verhindert werden. So blieben die drei auf der Lokomotive befindlichen Personen unverletzt. Nach Angaben der Polizei waren auch in Rabber und Wittlage Weichen auf der Strecke der VLO (früher Wittlager Kreisbahn) verstellt worden.
Bis heute konnte die 86744 nicht mehr über die Gleise der früheren Wittlager Kreisbahn schnaufen.
Die Unfallfrage von 1951 ist geklärt. Da stellt sich schon eine neue Frage: Wilhelm Wellner aus Bohmte ist im Besitz von Fotodokumenten, die ein Unglück im Bohmter Bahnhof vor dem 2. Weltkrieg zeigen. Wer kann Hinweise geben?




