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Rohdiamant Bifurkation erhält Schliff als Umweltbildungsstandort
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 17. Januar 2000 00:00 Uhr


Rohdiamant Bifurkation erhält Schliff als Umweltbildungsstandort

Gesmold (ma).
Ein großer Kran zeigte weithin sichtbar, dass an der Bifurkation in Gesmold die Arbeiten voranschreiten. Mehrere Baufahrzeuge machten sich auf den Weg zum zukünftigen Umweltbildungsstandort. Befestigt wurde über der Hase die erste von insgesamt drei neuen Brücken aus Holz und Stahl.

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Neben Kalkriese könne der Umweltbildungsstandort in Gesmold ein weiteres Highlight im Osnabrücker Land werden, führte HartmutEscher, Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis Osnabrück, aus. Die Bifurkation sei längst über die Grenzen des Grönegaus hinaus bekannt, in vielen Karten verzeichnet, nur der richtige Kick habe noch gefehlt. Sie sei letztlich ein Rohdiamant, der geschliffen werden müsse. Die Hase werde als Naturraum entwickelt, auch aus touristischer Sicht. Fachliche Erläuterungen, die die Besucher dort vorfinden, seien ein weiterer wichtiger Aspekt. Der Gesmolder Ortsbürgermeister Alfons Oberwestberg brachte seine Freude über das Vorhaben zum Ausdruck. Das Projekt solle ständig weiter entwickelt werden, damit eine Erholungsstätte entstehe, wo der Betrachter Natur pur erfahren könne.

Dr. Reinhold Kassing, Projektleiterin Josefa Göbel sowie Bauleiter Hans-Joachim Bäumer beobachteten zusammen mit ihren Gästen HartmutEscher, Alfons Oberwestberg, sowie Heinrich Rietmann, Vorsitzender des Gesmolder Heimatvereins, wie ein Kran die Brücke auf das vorgesehene Betonfundament hob. Mitarbeiter des städtischen Baubetriebsdienstes und des Unterhaltungsverbandes zogen die an Seilen befestigte Brücke in die richtige Position. Damit, so Dr. Kassing, sei ein wichtiger Schritt unternommen worden, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 200000 DM geförderte Projekt zu verwirklichen. Bis September 2000 sollen auch die weiteren Arbeiten abschlossen sein.

Im Zusammenhang mit dem Vorhaben der Stadt Melle, die Bifurkation zu einem Umweltbildungsstandort zu entwickeln, wurde eine östlich liegende, etwa 5,2 Hektar große Fläche erworben. Ermöglicht wurde der Ankauf im wesentlichen durch Förderungen der Europäischen Union (EU) im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative „LEADER II“. Weitere Finanzmittel sind von der Klosterkammer Hannover sowie dem Landkreis Osnabrück und der Niedersächsischen Lottostiftung zugesagt.

Besonderer Dank, betonte der Erste Stadtrat, gelte dem Landkreis Osnabrück, insbesondere den Mitarbeitern des Fachdienstes Umwelt, die sich stark für dieses wichtige Vorhaben engagieren. Extensive Günlandbewirtschaftung auf der Fläche wird den Niederungsbereich um Hase und Else optimieren. Drei bereits angelegte Blänken sind für Vogelarten wie Feldlerche, Kiebitz und Sumpfrohrsänger als Rast- und Brutgebiet von Bedeutung. Der Eigentumserwerb ist somit Voraussetzung dafür, dass ein Konzept des Umweltbildungsstandortes Bifurkation unter Einbindung des Vereins zur Revitalisierung der Haseauen e.V. durchgeführt werden kann.

Auf der erworbenen Fläche werden im Rahmen des Umweltbildungsstandortes zehn Informationseinheiten installiert. Sie setzen sich aus interaktiven Stationen und Infotableaus zusammen. Die interaktiven Stationen unterscheiden sich von herkömmlichen Lehrpfaden: durch eigenes Handel, durch Aktivitäten wie Drehen, Bewegen, Hören, Erkunden, kann Umweltwissen rund um die Bifurkation von den Besuchern selbst ermittelt werden. Diese Brücke bietet neue Möglichkeiten: Interessierte haben von der südlichen Seite einen optimalen Blick auf die Teilung von Hase und Else und können über eine zweite, noch zu installierende Brücke über die Else das Pavillongelände aus dem rückwärtigen Bereich erreichen. Diese Verbindung ist insbesondere wichtig, da künftig der Weg zum Teilungsbauwerk nur noch über das Pavillongelände möglich sein wird. Pläne für eine Optimierung des Teilungsbauwerkes werden derzeit gefertigt. Bereits festgelegt ist, dass sich die Materialzusammensetzung mit Holz und Stahl an den neuen Brücken orientieren wird.

Ebenfalls in der Planungsphase befindet sich ein Parkplatz an der Allendorfer Straße, auf dem sowohl aus dem Umland kommende Touristen ihre Fahrzeuge abstellen können als auch Busse Platz finden. Der Erste Stadtrat betonte, dass die endgültige Feinkonzeption in einer gemeinsamen Sitzung des Umweltausschusses und des Ortsrats Gesmold Anfang März festgelegt werde. Wer mehr über die Bifurkation erfahren möchte, sollte einen Blick ins örtliche Programm der VHS werfen. Im Rahmen des Veranstaltungsangebotes der Volkshochschule Osnabrücker Land gGmbH finden die Vorträge „Bifurkation erzählt Geschichte“ sowie „Neuigkeiten von der Birfurkation“ statt. Was ist eine Bifurkation? Wie verhält es sich mit der Behauptung, dass die Bifurkation bei Melle-Gesmold einmalig ist? Warum entstand und entsteht immer wieder Streit um diesen Ort? Seit wann gibt es die Bifurkation hier? Welche Fortschritte macht der Umweltbildungsstandort? Zu diesen und vielen anderen Fragen wird die Veranstaltungsreihe der VHS interessante Stunden bieten.  Mehr Lokales

 

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