19.04.2017, 07:13 Uhr

Wildeshauser Trainer lobt Team Marcel Bragula und sein Personalpuzzle gegen Emden


Wildeshausen. Wer spielt in der Offensive? Wer kommt für die angeschlagenen Spieler aufs Feld? Wer hütet das Tor? Wildeshausens Trainer Marcel Bragula grübelte vor und während der Partie gegen Kickers Emden viel – und fand doch erfolgreiche Antworten für das Heimspiel in der Fußball-Landesliga.

Ostern ist ja bekanntlich auch ein Fest für die Familie – und traditionell für Fußball-Nachholspiele. Marcel Bragula verknüpfte am vergangenen Ostermontag beides. Der Trainer des VfL Wildeshausen lud seine Schwester, seinen Schwager und seinen Neffen in den Krandel ein. Der Grund: Fußball-Landesliga. Das Heimspiel gegen Kickers Emden. Als nach dem wichtigen 3:2 (1:0)-Erfolg Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren worden war, war Bragula natürlich auch bei seiner Familie und vor allem bei seinem Neffen ein gefragter Gesprächspartner. Die musste aber zunächst einmal warten.

Marcel Bragula macht sich „so viele Gedanken wie selten“

Denn Bragula hatte bei seiner Spielanalyse nach kurzweiligen 93 Minuten viel zu erzählen. Der 42-Jährige räumte ein: „Das war für den Kopf eines der anstrengendsten Spiele für mich.“ Dabei ging es nicht nur darum, auf die Taktik der Kickers im Laufe des Spiels mit eigenen Änderungen des Systems, ob 4-4-2, 4-3-3 oder 4-5-1 zu reagieren, sondern vor und während der Begegnung das richtige Personalpuzzle zu finden. Das fing bei der Besetzung der Angriffsreihe an, zog sich durch die Defensive und endete bei der Torwartfrage. „Ich habe mir so viele Gedanken gemacht wie selten“, sagte Bragula.

Mit Maximilian Seidel (verletzt) und Kevin Kari (Rotsperre) fehlten gegen Emden zwei Startelf-Kandidaten für die Flügel. Auf Rechtsaußen spielte Andreas Kari eine solide Partie – und zum ersten Mal unter Bragula über 90 Minuten. „Die erste Hälfte war gut, die zweite durchschnitt“, beurteilte der Coach seinen schnellen Rechtsfuß.

Das Risiko mit Sascha Görke und Ole Lehmkuhl

Den zweiten Außenangreifer gab Ole Lehmkuhl. Das Problem: der jüngere der beiden Lehmkuhl-Zwillinge ging wie auch Sechser Sascha Görke mit Verletzungsproblemen in die Partie. „Zwei angeschlagene Spieler stelle ich sonst nie in eine Startelf“, betonte Bragula. Lehmkuhl und Görke mussten dann auch nach 62 bzw. 45 Minuten das Feld verlassen – und sorgten für weitere Umstellungen auf dem Feld.

Die Folge: Der 40-jährige Sven Apostel, der sich eigentlich nur noch auf seine Rolle als Co-Trainer beschränken wollte, spielte zum ersten Mal seit November wieder. Erst im defensiven Mittelfeld (für Görke), dann als Rechtsverteidiger (für den diesmal schwachen Vielspieler Jannik Wallner). Der ebenfalls eingewechselte Frederik Dittmar lief schließlich auf der linken Außenbahn offensiver als sonst auf. Angesichts der vielen Positionsverschiebungen war Marcel Bragula überrascht, „wie gut wir das gegen eine starke Emder Offensive umgesetzt haben“ – trotz der vielen Chancen für die Gäste.

Torben Schütte macht Fehler aus Bevern-Spiel wieder gut

Zum VfL-Machtwinner avancierte mit zwei Toren ein Neuzugang: Torben Schütte. Der Innenverteidiger, der in der vergangenen Halbserie für den Kreisligisten TV Munderloh noch als Stürmer auflief, belohnte sich für seine Leistung mit zwei Toren. Seinen schwachen Auftritt beim SV Bevern (3:5), wo er an drei Gegentoren beteiligt war, habe er „heute wieder wettgemacht“, freute sich Bragula.

Der Trainer war auch erleichtert, dass sein Wechsel auf der Torhüterposition nicht schief ging. Statt Youngster Lauren Riedel stand nach fünf Partien wieder Routinier Sebastian Pundsack zwischen den Pfosten. „Lauren hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Aber ich wollte ein Zeichen setzen. ,Pundse‘ ist als Kapitän unser emotionaler Anker“, erklärte Bragula. „Das hätte auch in die Hose gehen können.“ Ging es aber nicht.

Lob für Andreas Lorer

Und so lobte Bragula noch einen Spieler, der wieder einmal gar nicht gespielt hatte: Andreas Lorer. Der Torjäger-Routinier ist nach seinem Wechsel vom TSV Ippener in den Krandel auch auf Grund von kleineren Verletzungen noch nicht richtig zum Zuge gekommen. „Wie er sich mit seinen 32 Jahren verfällt, obwohl er nicht spielt, ist klasse. Er hat sich super integriert. Andreas wird noch wichtig für uns werden“, glaubt Bragula – und verabschiedete sich dann doch noch zu seiner Familie.


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