21.04.2017, 16:45 Uhr

Ehrenamtliche bieten ab Juni vierzehntägige Treffen in Elmeloh Hospizkreis öffnet neue Trauergruppe

Helfen Betroffenen: Evelyn Linnemann, Hanna Otter-Sandstedt und Susanne Lebedinzew (Koordinatorin). Foto: Thorsten KonkelHelfen Betroffenen: Evelyn Linnemann, Hanna Otter-Sandstedt und Susanne Lebedinzew (Koordinatorin). Foto: Thorsten Konkel

Elmeloh. Mit einer neuen geschlossenen Trauergruppe will der Hospizkreis Ganderkesee ab Mitte Juni Menschen helfen, die nur schwer über den Tod einer geliebten Person hinwegkommen.

Im Dorfgemeinschaftshaus Elmeloh wollen die ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen Hanna Otter-Sandstedt und Evelyn Linnemann dann mit den Betroffenen vierzehntägig jeweils am frühen Abend zusammenkommen.

Jeder trauert anders

„Jeder trauert anders, das hat seine Berechtigung, darum darf jeder in der Gruppe so sein, wie er eben ist“, erläuterte Otter-Sandstedt gestern bei der Vorstellung des Konzepts den Vorzug einer geschlossenen Teilnehmerschaft. Erst durch die Vertrautheit in der stets aus den gleichen Mitgliedern zusammengesetzten Gruppe könnten Betroffene das erzählen, was sie wirklich bewegt.

Trauern ist keine Krankheit

„Wir werten nicht und es gibt auch kein Konkurrenzdenken, wer denn nun besonderen Grund zur Trauer hat“, machte die Ehrenamtliche Evelyn Linnemann ebenso deutlich wie die Tatsache, dass das Trauern eben keine behandlungsbedürftige Krankheit sei. „Nicht jeder, der einen Menschen verloren hat, muss in eine Trauergruppe“, ergänzte Otter-Sandstedt mit Verweis auf überbesorgte Angehörige. Allerdings gerate das Leben Hinterbliebener oft schon aus den Fugen, wenn ein Ernährer oder der langjährige Lebenspartner nicht mehr da sei.

Fähigkeiten wecken „

Hier die Fähigkeiten der Trauernden zu wecken, ihre Ressourcen, den Alltag zu meistern, das ist ein Ziel der Arbeit“, betonte Linnemann. Teils müssten Trauernde erst lernen, ihr Leben selbst zu gestalten und sich dabei den neuen Herausforderungen zu stellen. Trauernde müssten sich aber nicht die Gefühle verbieten.

„Wir möchten dabei helfen, dass Betroffene ihre Trauer leben, sie nicht verdrängen“, sagte Otter-Sandstedt. Dies bedeute nicht, dass nur noch geweint würde – im Gegenteil: Ausflüge, Malerei und gemeinsame Tätigkeiten gehören fest zum Konzept.


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