22.04.2017, 11:29 Uhr

300 Hunde vermittelt Ganderkeseer Tierhilfe löst sich wegen zu wenig Spenden auf

300 Hunde hat der Verein aus Ganderkesee vermittelt. Nun muss sich der Gnadenhof auflösen. Symbolfoto: Daniel Karmann dpa/lby300 Hunde hat der Verein aus Ganderkesee vermittelt. Nun muss sich der Gnadenhof auflösen. Symbolfoto: Daniel Karmann dpa/lby

Ganderkesee. Nachdem er über 300 Hunde vermittelt hat, ist für den Ganderkeseer Verein „Gnadenhof“ bald Schluss. Der Verein löst sich auf. Der aktuelle Vorsitzende Rainer Broschk wird die Tiervermittlung beim Verein „Wir fürs Tier“ fortführen.

Seit 2001 gibt Rainer Broschk mit seinem Verein „Gnadenhof“ alten und oft auch kranken Hunden einen Platz für den Lebensabend. Durch private Pflegestellen wird den Vierbeinern so ein letztes Zuhause geboten.

Für die Hunde sucht er nach weiteren privaten Pflegekräften, die bereit sind einen Hund in ihre Obhut zu nehmen. In Zukunft wird er die Vermittlung der Tiere jedoch unter der Flagge des Vereins „Wir fürs Tier“ fortführen, da sich der Ganderkeseer „Gnadenhof“ bald auflöst. Neben den Beständen des „Gnadenhofes“ gehen wahrscheinlich auch deren drei Mitglieder in den Verein „Wir fürs Tier“ über. Schon seit längerer Zeit arbeiten die Vereine zusammen.

Geringes Spendenaufkommen

Die Tierschutzarbeit gestaltete sich für den Gnadenhof aufgrund geringer Spendenaufkommen, mit denen der Verein Tierarztkosten deckte, immer schwieriger. Zudem möchte sich Broschk, der demnächst 65 Jahre alt wird, nicht mehr so viel Arbeit aufbürden. Deshalb plant er den „Gnadenhof“, den er 2001 gründete, aufzulösen.

Die Vermittlung von alten Hunden an neue Herrchen will Broschk weiterhin betreiben. Aktuell zählt er drei feste Pflegestellen in Dötlingen, Harpstedt und Wardenburg. Ein weiterer Platz im Landkreis wird bald hinzukommen. „Es kommen laufend Hunde rein“, berichtet der Hundefreund. Für die gilt es weitere Pflegeplätze zu finden.

Rund 300 Hunde vermittelte der Gnadenhof

Seitdem er den Verein vor 16 Jahren gegründet hat, sind rund 300 Vierbeiner durch seine Hände gegangen. Auch er bot den Vierbeinern, die wie er sagt „oft keiner mehr haben wollte“, ein Zuhause. Bei ihm lebten die Tiere im Rudel. „Da sind die alten Hunde noch mal richtig aufgeblüht“, berichtet der Hundefreund. Angesichts seiner angeschlagenen Gesundheit kann er sich nicht mehr in diesem Maße um Hunde kümmern.

Sein Engagement als Vermittler für den „besten Freund des Menschen“ ist jedoch ungebrochen. Wenn er ein Tier an einen „Pfleger“ vermittelt hat, wird der nicht alleine gelassen. Er vergewissert sich regelmäßig, wie es dem Hund geht und ob die „Pflegekraft“ mit dem Vierbeiner zurechtkommt.

Verein übernimmt Hundesteuer und Versicherung

Was Interessenten mitbringen sollten, sind laut Broschk drei Eigenschaften: Lust, Zeit und ein bisschen Erfahrung im Umgang mit Hunden. Zudem hält sich der finanzielle Aufwand für den Pflegehund in Grenzen. Neben der Hundesteuer übernimmt der Verein auch die Versicherung, erklärt Broschk. Bei Krankheiten, die teuere Medikamente erfordern, werden auch die Kosten dafür übernommen.

Doch „Wir fürs Tier“ gibt nicht nur Hunden ein neues Heim. Auch Katzen, Minischweine und Wasserschildkröten werden vermittelt.

Wer sich als private Pflegestelle für Tiere zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Rainer Broschk unter (04222) 946166 oder beim Verein „Wir fürs Tier“ unter (0162)8708667 melden.

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