23.11.2016, 10:36 Uhr

Vogelgrippe Kreis Oldenburg: Geflügelhalter müssen sofort Schutzmaßnahmen ergreifen

Geflügelställe dürfen nur noch in Schutzkleidung betreten werden. Symbolfoto: Lars Klemmer/dpaGeflügelställe dürfen nur noch in Schutzkleidung betreten werden. Symbolfoto: Lars Klemmer/dpa

Landkreis Oldenburg. Die Vogelgrippe breitet sich rasch weiter aus, deshalb erinnert die Kreisverwaltung vor allem Hobbyzüchter, jedoch auch professionelle Mäster, an die aktuell vom Bundeslandwirtschaftsministerium angeordneten Schutzmaßnahmen vor der Seuche.

„Wir haben derzeit leider eine hohe Dynamik bei der Verbreitung des Virustyps H5N8 unter den Wildvögeln zu verzeichnen“, stellt Dr. Carsten Görner, Leiter des Veterinäramtes des Landkreises Oldenburg, fest. Das bestätigt auch die Bundesbehörde für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut :

Krankheit breitet sich rasch aus

Das nahezu gleichzeitige Auftreten des aktuellen Vogelgrippe-Erregers bei verendeten Wasservögeln in acht europäischen Staaten und die schnelle Verbreitung weisen laut den Veterinären darauf hin.

Eilverordnung erlassen

Zum Schutz des Tierbestandes vor der für Vögel tödlichen Seuche hat das Bundeslandwirtschaftsministerium nun eine Eilverordnung über besondere Schutzmaßregeln auch für kleine Geflügelhaltungen erlassen.

Anordnung gilt auch für Hobbyzüchter

„Die großen Haltungen mit mehr als 1000 Stück Geflügel sind ohnehin bereits aufgefordert, umfangreiche Biosicherheitsmaßnahmen durchzuführen“, so der Amtsleiter. Neu sei jetzt aber, dass diese Vorsorgeregeln auch für Hobbygeflügelhalter und die kleinen Geflügelhaltungen gelten, erläutert Dr. Dirk Claussen, der als Abteilungsleiter im Bereich Tiergesundheit beim Veterinäramt des Landkreises Oldenburg für Tierseuchen zuständig ist.

Kein Zutritt ohne Desinfektion und Schutzkleidung

Demnach haben Geflügelhalter folgendes zu beachten:

  • Desinfektionsmatten oder -wannen müssen vor dem Stalleingang aufgestellt werden, um das Schuhwerk vor dem Betreten des Stalls zu desinfizieren.
  • Auch müssen die Zugänge zu den Ställen oder sonstigen Standorten des Geflügels gegen unbefugten Zutritt oder unbefugtes Befahren gesichert werden.
  • Ställe dürfen jetzt nur noch mit bestandseigener Schutzkleidung (inklusive Schuhwerk) betreten werden.

Einmalschutzkleidung empfohlen

Die Schutzkleidung (inklusive Schuhwerk) verbleibt im Stall und muss regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden. Bei Verwendung von Einmalschutzkleidung ist diese unschädlich zu beseitigen. Als Einmalschutzkleidung können Einweg-Overalls und Einmal-Überziehstiefel verwendet werden. Nach Gebrauch können diese im Restmüll entsorgt werden. Als Schutzkleidung können auch beispielsweise eine Hose mit einem Arbeitskittel und Gummistiefeln verwendet werden.

Kleidung und Schuhe im Stall belassen

Wichtig ist, dass alle Sachen im Stall verbleiben und auch nur für die Arbeit im Stall angezogen werden. Sie müssen regelmäßig gewaschen und desinfiziert werden. Desinfektionsmittel für Kleidung könne beispielsweise in Drogeriemärkten erworben werden.

Unbedingt Desinfektionsmittel gegen Grippeviren kaufen

Die Hände sind unmittelbar vor Betreten des Stalls zu waschen und zu desinfizieren. Zur Händedesinfektion sind handelsübliche Desinfektionsmittel, welche wirksam gegen Influenza A-Viren sind, geeignet. Dies wird zum Beispiel durch die Hinweis-Kennzeichnungen „begrenzt viruzid“, „viruzid“, „wirksam gegen behüllte Viren“ deutlich. Solche Händedesinfektionsmittel können in Apotheken, Landmärkten oder Drogeriemärkten gekauft werden.

Transportmittel für Geflügel (wie Viehtransportfahrzeuge, Anhänger, Kisten, Käfige, Behältnisse) sind nach jeder Verwendung unverzüglich zu reinigen und zu desinfizieren.

Hunde und Katzen fernhalten

Hunde und Katzen sind von den Stallungen fernzuhalten. Kein Geflügel über Geflügelmärkte, Geflügelbörsen oder mobile Geflügelhändler zukaufen. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände (Gerätschaften, Maschinen), mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.

Achten auf mögliche Krankheitsanzeichen

Krankheitsanzeichen, wie mehr als zwei Prozent Geflügelverluste innerhalb von 24 Stunden und/oder erhebliche Veränderungen in der Legeleistung sind unverzüglich durch einen Tierarzt abklären zu lassen. Dabei ist auch immer auf Influenza A-Viren der Subtypen H5 und H7 zu untersuchen.

Weiterführende Hinweise finden Sie auf der Homepages des Landkreises Oldenburg auf der Seite des Veterinäramtes unter Aktuelles.


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