29.10.2016, 14:33 Uhr

Explosion auf Firmengelände 120 Rettungskräfte proben Großeinsatz in Hoykenkamp


Hoykenkamp. Auf einem Firmengelände in Hoykenkamp hat es eine Explosion gegeben. Gebäude brennen, Menschen sind verletzt. Dieses Szenario hat die Feuerwehr am Samstag bei einer Großübung geprobt.

Es ist 11.05 Uhr, als bei der Großleitstelle Oldenburg ein Notruf eingeht: Im Werk MBB-Palfinger an der Fockestraße im Ganderkeseer Ortsteil Hoykenkamp habe es eine Explosion gegeben. Mehrere Menschen seien verletzt. „Kleinbrand. Unklare Lage“ steht in der Erstmeldung, die auf dem Pager von Gemeindebrandmeister Horst-Dieter Meyer angezeigt wird.

Sieben Minuten später rauscht das erste Löschfahrzeug der Feuerwehr Schierbrok mit Blaulicht auf dem Firmengelände heran. Rauch dringt aus einer Maschinenhalle. Ein geschockter Angestellter weist den Rettungskräften den Weg dorthin.

Brandmeister Meyer steht währenddessen in einem Nebengebäude und beobachtet das Szenario aus sicherer Entfernung durch ein Fenster. Er und nur wenige Eingeweihte wissen bis dahin, dass es sich um eine Übung handelt. Der Rauch in dem Kesselhaus wird mit einer Nebelmaschine erzeugt, der geschockte Angestellte ist ein Kollege der Freiwilligen Feuerwehr aus Oldenburg.

Handeln unter realen Bedingungen

Explosion im Kesselhaus, Funkenflug greift auf benachbarte Gebäude über und acht bis zehn Personen sind in Gefahr. So steht es im Einsatzszenario. „In erster Linie geht es zunächst darum, Verletzte zu bergen und Vermisste zu finden“, erklärt Meyer. Die Verletzten spielen die Kollegen aus Oldenburg, dazu wurden zwei Puppen unter Betonplatten eingeklemmt. Die Schauspieler wurden bewusst nicht aus den eigenen Kreisen ausgewählt, zu schnell würde es sich in der Gemeinde herumsprechen, dass es sich um eine Übung handelt. „Der Effekt ist die Geheimhaltung“, sagt einer der „Schauspieler“ aus Oldenburg.

Die zuerst eingetroffenen Einsatzkräfte stellen Wasserversorgung aus dem Löschfahrzeug her. Sie haben zwar inzwischen bemerkt, dass nur geübt wird, die Abläufe werden dennoch unter realen Bedingungen weitergeführt. „Wir werden die Einsatzsituation jetzt verschärfen. Ein zweiter Anrufer meldet die Explosion“, erklärt Meyer.

„Szenario ist der Super-GAU“

Immer mehr Fahrzeuge von Rettungsdienst und Feuerwehr eilen zur Einsatzstelle. Sanitäter versorgen die „Verletzten“, auf einem Parkplatz wurde dafür in Windeseile ein Zelt aufgebaut. Einige Feuerwehrleute bergen die Puppen unter den Betonblöcken. Das Szenario ist für die Einsatzkräfte unübersichtlich. Plötzlich dringen Hilferufe aus dem Obergeschoss eines Verwaltungsgebäudes, das laut Drehbuch auch in Flammen steht. Eine Frau muss mit einer Leiter gerettet werden.

Aus dem ebenfalls brennenden Lackiererei-Gebäude rennt schreiend ein Mann über das Gelände. Er steht in Flammen, in diesem Fall steckt er natürlich in einem Sicherheitsanzug. „Für die erste Führungskraft ist ein Szenario wie dieses der Super-GAU“, erklären die Beobachter. Zu schwierig sei es, die Gesamtsituation zu erfassen. Etwa 120 Rettungskräfte sind im Einsatz. Nach ein paar Stunden ist die Übung abgeschlossen. Die Führungskräfte der Feuerwehr und die Beobachter reflektieren den Einsatz anschließend. Ein Fazit soll erst nach einigen Tagen erfolgen.


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