16.08.2016, 07:03 Uhr

Neue Flüchtlingsberaterin Vanessa Wolf kümmert sich in Ganderkesee um Geflüchtete

Gemeinsam mit Maen Gismati (links) hilft Flüchtlingsberaterin Vanessa Wolf dem Geflüchteten Mohammad Aloklah (vorne) beim Ausfüllen eines Antrags, der ihm ermöglichen soll, sich in der Universität als Gasthörer weiterbilden zu können. Foto: Yannick RichterGemeinsam mit Maen Gismati (links) hilft Flüchtlingsberaterin Vanessa Wolf dem Geflüchteten Mohammad Aloklah (vorne) beim Ausfüllen eines Antrags, der ihm ermöglichen soll, sich in der Universität als Gasthörer weiterbilden zu können. Foto: Yannick Richter

Ganderkesee. Seit rund dreieinhalb Monaten ist Vanessa Wolf in der Gemeinde als Flüchtlingsberaterin tätig. Ihr erstes Zwischenfazit fällt positiv aus – nicht zuletzt auch wegen der vielen ehrenamtlichen Helfer.

Nach Stationen in Hannover, Halle an der Saale und dem Emsland hat es Vanessa Wolf im Mai nach Ganderkesee verschlagen. Für das Diakonische Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land arbeitet sie in der Gemeinde und ebenso in Hude als Flüchtlingsberaterin. Am Mittwochmorgen und Freitagnachmittag betreut die Sozialwissenschaftlerin in der Sprechstunde im „Kaffeepott“ in Bookholzberg gut 85 Geflüchtete. Für die 17 Flüchtlinge, die im „Haus Cristina“ in Rethorn ein neues Zuhause gefunden haben , bietet sie am Montagmorgen eine Sprechstunde an. Außerdem ist sie vormittags am Dienstag und am Donnerstag in der Jugendherberge in Hude im Einsatz.

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Von kleinen Auskünften bis zur Aufklärung über Rechte

Die Anliegen der Geflüchteten seien vielfältig, erklärt Wolf: „Manche benötigen lediglich Auskünfte zu Behörden, Institutionen oder Fachdiensten. Aber auch die generelle Aufklärung zum Asylverfahren, zum Aufenthalt und zum Flüchtlingsrecht gehört zum Tätigkeitsfeld.“ Unterstützung erhält sie bei ihrer Arbeit von Maen Gismati. Der 22-jährige Syrer hat vor seiner Flucht nach Deutschland in Aleppo als Journalist gearbeitet, ist mittlerweile ebenfalls für die Diakonie tätig und fungiert durch seine Sprachkenntnisse als Dolmetscher. Zudem teilt sich die 30-Jährige ihr Büro im evangelischen Gemeindehaus am Ring mit der Flüchtlingsberaterin Sandra Baba.

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Sprache weiterhin als größte Barriere

Ein wichtiger Bestandteil der Integrationsarbeit von Wolf ist auch das Aufzeigen beruflicher Perspektiven. „Das größte Problem ist hierbei nach wie vor die sprachliche Barriere. Ohne das Beherrschen der Sprache ist es auf dem Arbeitsmarkt aussichtslos“, sagt Wolf. Bei den Sprachkursen wiederum gebe es ebenfalls Schwierigkeiten: „Es ist nicht leicht, in den Kursen ein gemeinsames Lernniveau für alle zu schaffen. Jeder hat andere Voraussetzungen, manche haben schon Vorkenntnisse. Sie lernen unterschiedlich schnell und sind dementsprechend auch alle auf einem anderen Stand. Aber Einzelkurse können wir nun einmal nicht anbieten“, so Wolf.

Mit Empathie zum Erfolg

Entscheidend bei der Arbeit mit Geflüchteten sei es, einen Zugang zu den Personen zu finden. „Man muss empathisch sein und Verständnis für die Menschen aufbringen. Sie kommen alle aus Krisengebieten, werden aus ihrer Heimat herausgerissen und müssen ein komplett neues Leben anfangen“, stellt Wolf klar.

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Lob für das Engagement der Ehrenamtlichen

Nur lobende Worte hat Wolf für die ehrenamtlichen Helfer der Gemeinde parat: „Das Engagement ist riesig. Gerade in Bookholzberg warten die Leute nur darauf, aktiv werden zu können.“ Geplant seien beispielsweise Alphabetisierungskurse, die von Ehrenamtlichen betreut werden. Darüber hinaus seien einige Helfer eine Art Pate und machen mit den Flüchtlingsfamilien Ausflüge oder andere Aktivitäten. Weiter werde beabsichtigt, das Angebot für Frauen, zum Beispiel mit einer Nähstube, zu vergrößern.


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