10.01.2016, 16:25 Uhr

Blick des Malers auf altes Gemäuer Elmeloher Wassermühle einst beliebtes Motiv

Leidenschaftlicher Kolorist: Willi Oltmanns bannte 1949 die Elmeloher Wassermühle in Öl auf die Hartfaserplatte. Foto: Dieter RüdebuschLeidenschaftlicher Kolorist: Willi Oltmanns bannte 1949 die Elmeloher Wassermühle in Öl auf die Hartfaserplatte. Foto: Dieter Rüdebusch

Ganderkesee. Die Elmeloher Wassermühle war früher ein beliebtes Motiv einheimischer Künstler. Willi Oltmanns hat das Gebäudeensemble in einem Ölgemälde festgehalten.

Die Elmeloher Wassermühle in der Gemeinde Ganderkesee ist ein gern besuchtes Ziel für Radwanderer im Naturpark Wildeshauser Geest. Die Mühle gehörte zum adeligen Gut Elmeloh, das aus Besitz des gleichnamigen erzbischöflich-bremischen Dienstmannengeschlechts an das Oldenburger Grafenhaus und später an die Familien von Mandelsloh und von Witzleben – seit Mitte des 18. Jahrhunderts mit Wohnsitz in Hude – kam. Letztere erwarben das Gut schließlich zu freiem Eigentum. Anfang der 1950er Jahre wurde es dann stückweise unter anderem an das Wichernstift Delmenhorst veräußert.

Die Mühle selbst wird erstmals 1445 urkundlich erwähnt. Dreimal wurde sie zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt mit Steinen des ab Mitte des 16. Jahrhunderts abgebrochenen Klosters Hude. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1844 und wurde vor einigen Jahren zu Wohnungen umgebaut.

Eisernes Mühlrad 1990 von Schaurad ersetzt

Im Jahr 1889 wurde der Müllermeister Heinrich Meyer zunächst Pächter der Wassermühle Elmeloh, die er später mit weiteren benachbarten Gebäuden und zehn Hektar Land kaufte. Er belieferte die Bauern der Umgebung, die seinerzeit ihr Brot noch selber backten, mit Mehl. Anfang der 1960er Jahre wurde der Mühlenbetrieb von Meyers gleichnamigem Sohn und Nachfolger eingestellt, nachdem das Staurecht der Welse schon zuvor abgelöst worden war.

Das 1880 angebrachte eiserne Mühlrad ersetzt seit 1990 ein neues Schaurad von sechs Metern Durchmesser. Der romantische Charakter der Mühle ist damit gewahrt, wenn auch die Kulisse der umgebenden hohen Bäume nicht mehr vorhanden ist.

Nur wenige Werke mit Mühlenmotiv überkommen

Ist die Elmeloher Wassermühle in heutiger Zeit Anziehungspunkt für Touristen, so war sie früher beliebtes Motiv einheimischer Künstler. Leider scheinen von diesen nur wenige Werke überkommen zu sein. Die Städtische Galerie Delmenhorst im Haus Coburg verzeichnet, wie eine Nachfrage ergab, kein künstlerisches Werk mit dem Motiv der Elmeloher Wassermühle.

Im Privatbesitz des Verfassers gibt es dagegen gleich zwei Darstellungen. Dies geht auf eine in der Zeit des Zweiten Weltkriegs geknüpfte Freundschaft mit der Müllerfamilie Meyer zurück. Neben einer Originalradierung des Delmenhorsters Heinrich Dillmann handelt es sich dabei um ein Auftragswerk von Willi Oltmanns aus dem Jahr 1949. Das Mühlenmotiv tritt in dem Ölgemälde in den Hintergrund, die Gebäude der benachbarten Meyerschen bäuerlichen Hofanlage besonders mit den roten Ziegeldächern dagegen rücken – im Spannungsverhältnis mit den hochragenden Bäumen – mit kräftiger Kolorierung in den Mittelpunkt.

Willi Oltmanns schuf mehr als 2000 Aquarelle

1905 in Bant bei Wilhelmshaven geboren, ließ sich Oltmanns nach dem Krieg in Delmenhorst nieder, wo er 1979 starb. Als leidenschaftlicher Kolorist vor allem von Landschaften, Porträts und Blumenstücken schuf er mehr als 2000 Aquarelle und 500 Ölgemälde. Zur Sicherung des täglichen Lebensunterhalts übernahm er ein breites Spektrum an Aufträgen auch im Bereich der angewandten Kunst (Wandmalereien, Bleiglasfenster).


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