04.05.2015, 06:33 Uhr

Ganderkeseer Ortskernentwicklung Ganderkeseer Kaufleute hoffen auf Umbau des Neuen Marktes


Ganderkesee. Aushängeschild und Umsatzbringer: Große Erwartungen setzen Kaufleute an der Rathausstraße und die Marktbeschicker in die Umgestaltung des Neuen Marktes.

Ganderkesee. Nachdem die Verwaltung ausgewählten Kreisen bereits den Entwurf für die 2016 vorgesehene Umgestaltung des Neuen Marktes vorgestellt hat, scheint bei Betroffenen die Angst zu weichen, die Rathausstraße und der südliche Ortskern würden durch die neuen Märktezentren dauerhaft vom Kundenlauf abgeschnitten. Zuletzt hatte auch die neue Famila-Passage die Sorgen um schwindende Kaufkraft nicht entkräften können.

Kaufleute schöpfen Hoffnung

Nun schöpfen innerörtliche Gewerbetreibende und Marktbeschicker wieder Mut: Sie setzen darauf, dass ein umgestalteter Marktplatz zusammen mit der Passage seine Aufgabe als einladendes Portal vom Famila-Markt in die Rathausstraße erfüllt.

„Wir sind guter Dinge, dass der große Wurf gelingt, zunächst sind die Marktbeschicker aber froh, dass der Markt ihnen auch künftig zentrale Stellplätze bieten wird“, sagt Wochenmarkthändlerin Helga Matschinski. Dass eine Koexistenz von Verbrauchermarkt und kleinen Händlern klappe, beweise ihr Marktstand: „Die Leute kaufen bei Famila ein, um dann trotz des dortigen Vollsortiments bei uns das Obst und Gemüse zu kaufen.“ Man müsse sich aber um die Kunden bemühen. „Als kleiner flexibler Händler können wir leichter Sonderwünsche erfüllen“, verrät sie ihr Erfolgsrezept.

Kein Plan B

„Das Gelingen des Marktplatzumbaus ist Dreh- und Angelpunkt, um die nach dem Bau der Märktezentren verlorene Kundschaft wenigsten teilweise zurückzugewinnen“, betont GanterMarkt-Vorsitzender Timo Vetter: „In den Umbau setzen wir große Hoffnungen“, räumt er ein. Einen Plan B gebe es bislang nicht.

Schwieriges Vermietgeschäft

Wie schwer es gegenwärtig ist, Gewerberaum in Ganderkesees Toplage zu vermieten, erklärt Hans-Joachim Brandt. Nach dem Wegzug von Ernsting’s Family in die Famila-Passage hat der Immobilienbesitzer noch immer keinen Nachmieter für sein Ladenlokal an der Rathausstraße 6 gefunden. Brandts Leerstand ist einer von fünf im Bereich Rathausstraße/Markt.

Gemeinde ist behilflich

Ausdrücklich lobt Brandt dennoch das Angebot der Wirtschaftsförderung, bei der Vermietung zu helfen. „Wir haben gemeinsam alles versucht, doch die Resonanz war bislang gleich Null“, bedauert er. „Vielleicht“, mutmaßt Brandt, „könnte die Gemeinde sich Unternehmen gegenüber besser vermarkten.“ So gebe es wohl keinen Werbeflyer mit Pluspunkten für die Ansiedlung in Ganderkesee.

Angst vor innerörtlicher Gewerbebrache

„Unser Wunsch nach einem intensiveren Leerstandsmanagement steht weiterhin im Raum“, betont Vetter. In ihrem Bestreben, ortsnahe Ladenflächen rasch mit Leben zu füllen, bevor sich eine Brache verfestigt, geben sich die GanterMarkt-Kaufleute pragmatisch: Nach gut einjährigem Leerstand der Aldi-Immobilie werde sich an die Bergedorfer Straße wohl kein anderer Nahversorger wagen, räumt Vetter ein. Das Angebot im Ort an Lebensmitteln sei durch Famila, Aldi und Inkoop gedeckt. „Aber kein Leerstand ist besser, als weiterhin einem Traum nachzulaufen“, bringt er die Stimmungslage der Kaufleute auf den Punkt. Man müsse die Realität erkennen und stimme so dem von der Verwaltung vorgestellten Konzept eines Dienstleistungszentrums für Gesundheit zu.

Märkte haben positiven Einfluss

In der Diskussion um die Märktezentren und ihre Wirkung auf die Kundenströme spricht Gerold Ahlers, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee, einen ganz anderen Aspekt an: „Es ist gut, große Läden im Dorf zu haben. Kunden, die zum Einkaufen weit hinaus fahren, fängt man nämlich nur schwer wieder ein!“


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