21.04.2017, 10:45 Uhr

Reaktion auf dk-Artikel Delmenhorster Nabu fordert zu Bauland bessere Datenlage ein

Viele Angaben im Wohnungsmarktbericht 2016 hält der Nabu nicht für aussagekräftig. In dem Papier wird unter anderem der Schluss getroffen, dass viele einkommenstarke Haushalte nach Ganderkesee abwandern und dass ein starker Baulandmangel in Delmenhorst besteht. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaViele Angaben im Wohnungsmarktbericht 2016 hält der Nabu nicht für aussagekräftig. In dem Papier wird unter anderem der Schluss getroffen, dass viele einkommenstarke Haushalte nach Ganderkesee abwandern und dass ein starker Baulandmangel in Delmenhorst besteht. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Delmenhorst. Der Delmenhorster Naturschutzbund (Nabu) hat auf den dk-Artikel „Dünne Luft auf dem Baulandmarkt“ reagiert. Der Tenor: Angaben der Stadt, die einen Baulandmangel belegen sollen, seien nur wenig aussagekräftig.

In dem Artikel hatte das dk auch Zahlen zu Zu- und Wegzügen zu Delmenhorst genannt. Zu den Wanderungsbilanzen im städtischen Wohnungsmarktbericht 2016 stellt Yvonne Ingenbleek vom Nabu fest: „Jährlich ziehen rund 100 Einwohner von Delmenhorst nach Ganderkesee. Ebenso verlassen jährlich 100 Senioren Delmenhorst, unter anderem wegen des guten Pflegeheimangebots in Ganderkesee.“ Daraus folgert sie, dass „höchstens einzelne Familien“ nach Ganderkesee ziehen. Dieser Schluss steht konträr zu einer Aussage im Wohnungsmarktbericht, wonach einkommensstarke Haushalte aus der Stadt in den Landkreis ziehen.

Aussagekraft von Wohnungsmarktbericht angezweifelt

Weiterhin bemängelt Ingenbleek die Aussagekraft der Interessentenliste für städtische Baugrundstücke. Diese werde zum Beispiel nicht um Doppel- oder Alternativanfragen bereinigt.

Zudem führt Ingenbleek an, dass die Anzahl der Verkaufsverträge zu Grundstücken in den vergangenen Jahren konstant geblieben sei, der Geldumsatz im Vergleich zur Region aber nur schwach angestiegen ist. Steigende Preise in Delmenhorst sagten somit eher etwas über die Innenentwicklung aus, als über einen Baulandmangel. Hierfür sprächen auch Preise für freistehende Häuser, die im Umland deutlich über denen in Delmenhorst lägen. Die Gründe für steigende Preise sieht Ingenbleek insbesondere in der Baukonjunktur und den niedrigen Zinsen.

Bessere Datenlage gefordert

Insgesamt fordert der Nabu erneut, die Datenlage zum Thema Bauland zu verbessern. Dies hatte er in der Vergangenheit beispielsweise ebenfalls bei der Erfassung von Baulücken deutlich gemacht.


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