20.04.2017, 18:02 Uhr

Pläne für Parkdeck Delmenhorster Bürgerinitiative droht mit langem Prozess

Parkhaus-Pläne für das Vorwerk: Eine Realisierung des Entwurfs, wie ihn ein Bremer Architektenbüro für den Hertie-Investor vorgelegt hat, lehnt die Bürgerinitiative ab. Grafik: Hilmes Lamprecht ArchitektenParkhaus-Pläne für das Vorwerk: Eine Realisierung des Entwurfs, wie ihn ein Bremer Architektenbüro für den Hertie-Investor vorgelegt hat, lehnt die Bürgerinitiative ab. Grafik: Hilmes Lamprecht Architekten

Delmenhorst. Der Kampf gegen das Vorhaben, am Vorwerk ein Parkdeck zu errichten, soll weitergeführt werden. Diese Botschaft geht von der jüngsten Versammlung der Bürgerinitiative „Anti-Parkhaus – Erhalt der Grünanlage am Vorwerk“ aus.

Trotz der Osterferien, heißt es in einer Mitteilung der Initiative, hätten mehr als 30 Personen, darunter Vertreter von Ratsfraktionen, am Mittwochabend an der Zusammenkunft in den Räumlichkeiten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) teilgenommen.

„Ratsmitgliedern Gründe für Ablehnung vermitteln“

Laut Sprecherin Elke Glöckner wird der Zusammenschluss in den Bürgerfragestunden der in Kürze anstehenden Ausschuss- und Ratssitzungen das Wort ergreifen, um den Ratsmitgliedern nochmals die Gründe für die Ablehnung zu vermitteln. Aus den Diskussionsbeiträgen in der Versammlung sei zu entnehmen gewesen, dass es nicht darum gehe, Stimmung gegen die Revitalisierung der Hertie-Immobilie zu machen. Es dominiere aber die Überzeugung, dass die von Investor Werner Uhde dafür am Vorwerk vorgesehenen neuen Parkflächen nicht notwendig seien, da nach erst kürzlich veröffentlichten Expertisen von Gutachtern dafür ausreichend Parkraum zur Verfügung stehe.

„Mit bis zu zwölf Jahren Baustopp zu rechnen“

Was allerdings fehle, seien Untersuchungen über die Feinstaub- und Lärmbelastungen, die ein Parkdeck unzweifelhaft verursache. Anderenorts hätten Gerichtsverfahren bis zur letzten Instanz derartige Planungen auch verhindert. Es müsse den Ratsmitgliedern klar sein, dass dafür mit bis zu zwölf Jahren Baustopp zu rechnen sei, wenn auch hier ein derartiges juristisches Verfahren eröffnet werden würde.

Hertie-Investor soll zunächst Ankermieter vorweisen

Die Initiative fordert von Uhde, er müsse erst einmal nachweisen, über einen Ankermieter zu verfügen. Wenn dieser tatsächlich erweiterte Parkmöglichkeiten verlange, sei dafür Platz genug auf der jetzt durch den Abbruch des alten Hertie-Parkhauses frei gewordenen Fläche.

Ein Szenario will die Initiative auf jeden Fall verhindern: den vorschnellen Bau eines Parkdecks am Vorwerk bei einem möglichen Ausbleiben des Ankermieters – und damit „eine weitere Bauruine“ in der östlichen Innenstadt.


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