30.11.2016, 15:34 Uhr

Kondome für die Erstversorgung Erste-Hilfe-Kurs am Hund kommt in Delmenhorst gut an

Andreas Geisler (links), von den Johannitern hat mit seinem Hund „Palu“ gezeigt, wie die Erstversorgung am Hund aussieht. Foto: Lennart BonkAndreas Geisler (links), von den Johannitern hat mit seinem Hund „Palu“ gezeigt, wie die Erstversorgung am Hund aussieht. Foto: Lennart Bonk

Delmenhorst. In Zusammenarbeit mit den Johannitern bietet die Löwen-Apotheke an der Bremer Straße Erste-Hilfe-Kurse für Hunde an. Das Angebot stößt auf große Nachfrage.

Kondome, selbstklebender Verband und Watte: Diese Utensilien sind laut Andreas Geisler, Rettungssanitäter bei den Delmenhorster Johannitern nötig, um bei verwundeten Hunden Erste Hilfe zu leisten. In der Löwen-Apotheke an der Bremer Straße hat er am Dienstagabend einen gut einstündigen Erste-Hilfe-Crashkurs für die Erstversorgung von Hunden gegeben.

Kondome als Notverband

Im Notfall können Kondome, Verbandssachen und Co. zu wichtigen Gegenständen werden, wenn es darum geht, die Zeitspanne zwischen der Verletzung eines Hundes und der tierärztlichen Versorgung zu überbrücken. Wie Hundebesitzer mit den Materialien ihre Vierbeiner verarzten können, führte Geisler an seinem sechs Jahre alten Hovawart-Mischlingshund „Palu“ vor. Zum Beispiel können Pfotenverletzungen provisorisch mit Kondomen versorgt werden.

Seit vier Jahren gibt das eingespielte Gespann Erste-Hilfe-Kurse am Hund

Im Alter von elf Monaten wurde der Vierbeiner von dem Rettungssanitäter aus einer Tiertötungsstation in Italien geholt. Auf das Vorführen der Erstversorgungsmaßnahmen wurde er von seinem Herrchen trainiert. Seit vier Jahren gibt das eingespielte Gespann von den Johannitern Erste-Hilfe-Kurse am Hund.

„Es ist wie beim Erste Hilfe-Kurs für Menschen, es muss geübt werden“

Geduldig ließ „Palu“ an sich zeigen, wie Hundehalter ihrem Vierbeiner im Falle eines Falles helfen können. Vom Anlegen eines Pfoten- oder Ohrenverbandes bis hin zum Transport eines gehunfähigen Hundes – „Palu“ ließ sein Herrchen problemlos gewähren. „Das würde bei meinem Hund nicht so einfach funktionieren“, sagte eine Teilnehmerin, als Geisler seinem relaxten Vierbeiner einen Ohrenverband anlegte. „Es ist wie beim Erste Hilfe-Kurs für Menschen, es muss geübt werden“, erklärte der Johanniter. Was beim Vorführen so einfach aussah, hatte Geisler lange mit seinem Hund eingeübt. So müsse mit den Tieren stets der Ernstfall trainiert werden.

Leberwurst-Leckerlies zur Beruhigung

Erste Hilfe bei einem verletzten Tier zu leisten, kann durchaus auf Gegenwehr stoßen. Um sich vor Bissen zu schützen, empfiehlt Geisler, dem Tier vorher eine Maulschlinge anzulegen. Zur Beruhigung der Vierbeiner rät der Rettungsexperte, die Hunde zu streicheln und ihnen etwas zum Essen zu geben. Besonders Leberwurst-Leckerlies seien, laut Geisler, dafür gut geeignet.

Erste Hilfe am Hund stößt auf gute Resonanz

Interessiert hörten die rund 20 Teilnehmer zu und konnten mit dem Rettungssanitäter für Mensch und Tier auch in den Austausch treten. Aufgrund der guten Resonanz auf den mittlerweile vierten Kurs der Johanniter in der Löwen-Apotheke, wird am 13. Dezember ein Zusatztermin angeboten. Für den Kurs können sich nur noch wenige Interessenten anmelden. „Die Nachfrage an tierbezogenen Angeboten ist bei uns hoch“, erzählt die Pharmazeutisch-technische Assistentin Ute Brunkhorst. Auch zukünftig sollen in der tierfreundlichen Apotheke solche Veranstaltungen stattfinden.

Kurskonzept wurde über Jahre hinweg entwickelt

Bei den Johannitern zählt der Kurs schon seit Längerem zum Angebot. Über Jahre hinweg haben sie das Kurskonzept entwickelt. „Normalerweise würden Erste-Hilfe-Kurse am Hund bis zu drei Stunden gehen“ , erklärte Geisler. Das Wichtigste konnte er bei seinem Crash-Kurs dennoch verdeutlichen: Erste Hilfe, egal ob an Mensch oder Tier, will geübt sein.


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