30.11.2016, 15:19 Uhr

Arbeitslosenquote sinkt weiter Arbeitsmarkt in Delmenhorst trotzt Flüchtlingszustrom

Die Bundesagentur für Arbeit zählte im November weniger Arbeitslose. Foto: Julian Stratenschulte/dpaDie Bundesagentur für Arbeit zählte im November weniger Arbeitslose. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Delmenhorst. Obwohl in Delmenhorst angekommene Flüchtlinge nach und nach auf den Arbeitsmarkt drängen, ist die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt weiter gesunken. „Der Arbeitsmarkt ist insgesamt sehr aufnahmefähig“, sagte Karin Kayser, Geschäftsstellenleiterin der Delmenhorster Agentur für Arbeit, bei der Präsentation der aktuellen Arbeitslosenzahlen am Mittwoch.

In Delmenhorst registrierte die Agentur im November 3973 Arbeitslose, im gleichen Monat im Vorjahr waren noch 163 Menschen mehr ohne Job. Die Quote sank damit von 10,5 Prozent im November 2015 auf 10,1 Prozent. In Ganderkesee gab es mit 692 Arbeitslosen im abgelaufenen Monat kaum Veränderungen zu 2015.

Trotz der hohen Zahl der Flüchtlinge, die sich nach Abschluss von Integrationsmaßnahmen auf Jobsuche in Delmenhorst begibt und dadurch in den Zahlen erfasst wird, ist die „Entwicklung weiter gut“, sagte Kayser. Knapp elf Prozent der Arbeitslosen in der Stadt machen die als „Personen im Kontext von Fluchtmigration“ in der Statistik erfassten Menschen aus.

Der Ausländeranteil der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vorjahr durch die Zahl der Neuankömmlinge um fast 20 Prozent gestiegen. „Wir betreuen Flüchtlinge intensiv, damit sie möglichst bald in den Unternehmen der Region beschäftigt werden können“, meinte Kayser.

Deutlich weniger Langzeitarbeitslose

Niedersachsenweit ist die Quote der Arbeitslosen auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. „Das merken wir in Delmenhorst auch“, erklärte Jobcenter-Chef Frank Münkewarf. Seine Einrichtung, die Langzeitarbeitslose betreut, verzeichnete die niedrigste Quote im November seit 2011. 270 Arbeitslose weniger, „das ist für das Jobcenter ein richtig dicker Brocken“, sagte Münkewarf. Gleichzeitig konnte das Jobcenter mehr Menschen in Qualifizierungsmaßnahmen unterbringen als geplant.

„Insgesamt ist der Personalbedarf weitergestiegen“, sagte auch Regina Krumpe, Teamleiterin vom Arbeitgeber-Service. 712 Stellen sind in Delmenhorst derzeit offen, 2015 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 508. Die größte Nachfrage nach Personal besteht in den Berufsbereichen der Produktion und Fertigung, in Verkehr und Logistik sowie in Berufen in den Bereichen Gesundheit und Soziales, Lehre und Erziehung.

Nach Einsetzen der Winterpause erwarten die beiden Einrichtungen im Dezember und Januar saisonalbedingt wieder einen Anstieg bei der Arbeitslosenzahl. Dennoch seien die gestern vorgelegten Zahlen „trotz des hohen Zustroms eine positive Entwicklung“, sagte Kayser.

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Rekordtief bei der Arbeitslosigkeit im gesamten Niedersachsen: Nach Angaben der Arbeitsagentur waren im November 241 724 Männer und Frauen ohne Job, 0,6 Prozent weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent und sank damit auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung. Im Oktober hatte die Quote noch bei 5,8 Prozent gelegen. „Wir investieren sehr stark in Maßnahmen, die Einheimische und Schutzsuchende auf die Erwerbstätigkeit vorbereiten“, sagte der Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Agentur für Arbeit, Klaus Stietenroth. Auch in Bremen sind die Arbeitslosenzahlen weiter gesunken. 34700 Menschen waren im November arbeitslos gemeldet. Im gleichen Monat 2015 waren es noch knapp 1400 Menschen (3,8 Prozent) mehr. Im Vergleich zum Oktober registrierte die Agentur 258 arbeitslose Menschen weniger. Die hohe Personalnachfrage in Bremen sei der Grund. Nachfrageschwerpunkte seien Zeitarbeit, das verarbeitende Gewerbe, der Handel wie das Gesundheits- und Sozialwesen. jgie/dpa

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