21.11.2016, 08:12 Uhr

Kleinbusse als Ergänzung Computergesteuerte Busse bieten Chancen für Delmenhorst

Mit solchen Roboterwagen testet künftig der Karlsruher Verkehrsverbund das autonome Fahren. Foto: dpaMit solchen Roboterwagen testet künftig der Karlsruher Verkehrsverbund das autonome Fahren. Foto: dpa

Delmenhorst. Fahren bald computergesteuerte Busse auf Delmenhorsts Straßen? Für Delbus-Chef Carsten Hoffmann ein spannender Gedanke. Jedoch muss sich die Technik zunächst als zuverlässig und sicher erweisen.

Die Entwicklungen bei autonomen Fahrzeugen schreiten voran: Während mit den Autos des Herstellers Tesla schon Autos mit einem Autopiloten auf den Straßen unterwegs sind, forschen zahlreiche Unternehmen, vom Autohersteller bis zum Internetriesen Google, an eigenen Systemen. Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) könnte künftig weitgehend computergesteuert durch die Städte fahren. In Karlsruhe wird derzeit eine Teststrecke mit Kleinbussen eingerichtet, in den Niederlanden gibt es eine solche bereits.

Fahren mit Elektroantrieb wird früher kommen

Für Delmenhorst ist eine Flotte autonomer Busse zur Zeit noch nicht in Sicht, wie Carsten Hoffmann, Geschäftsführer der Delbus, im Gespräch mit dem dk berichtet. Interessant seien die Entwicklungen aber allemal. „Man muss darüber nachdenken, welche Vorteile sich daraus für den ÖPNV ergeben können“, sagt Hoffmann. Näher als das fahrerlose Fahren sei aber zunächst das Fahren mit Elektroantrieb: „Bei Elektrofahrzeugen stehen wir Gewehr bei Fuß. Wenn es bezahlbar ist und zuverlässig funktioniert, können wir einsteigen“, berichtet der Delbus-Geschäftsführer.

Praktisch für derzeit nicht versorgte Gebiete

Dennoch hat Hoffmann bereits Ideen für autonome Lösungen: Vorstellbar ist beispielsweise eine Flotte mit autonomen Kleinbussen, die wie der Rufbus in früheren Zeiten, auf Anfrage zu den Fahrgästen fährt – auch in Bereichen, in denen bisher ein weiter Weg zur nächsten Haltestelle zurückzulegen ist, philosophiert Hoffmann. Die Idee, mit autonomen Kleinbussen das Netz zu verdichten, besteht auch in anderen Städten, in denen man sich mit dem Thema beschäftigt: Kleine Busse könnten bisher nicht gut angeschlossene Bereiche bedienen und die Pendler zu größeren Haltestellen fahren.

Chance für besseren Fahrgast-Service

„Es könnte wie eine Art Carsharing im begrenzten Bereich funktionieren und würde dazu beitragen, dass sich nicht jeder ein Auto kaufen muss“, sagt Hoffmann.

Dass es nun zu einer rasanten Umsetzung im ÖPNV kommt, denkt der Delbus-Geschäftsführer aber nicht. „Im Individualverkehr wird sich das wahrscheinlich schneller durchsetzen“, meint er. Dennoch: „Es mag sein, dass noch gut mehr als zehn Jahre bis dahin vergehen. Wir wollen auf jeden Fall am Ball bleiben.“ Die Hauptsache sei, dass es zuverlässige und vor allem sichere Lösungen gebe. „Ich sehe darin eine Chance, dass noch mehr für den Fahrgast getan werden kann und sich der Individualverkehr auf den Straßen verringert“, sagt Hoffmann.


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