18.11.2016, 15:52 Uhr

Brisante Abstimmung mit Chips Infostand gegen Israel in der Delmenhorster City

Fähnchen von Deutschland und Israel Seite an Seite. Foto: dpaFähnchen von Deutschland und Israel Seite an Seite. Foto: dpa

Delmenhorst. Mit der These „Israel ist illegal“ will die religiös-politische Organisation „Die Feder“ am Samstag, 19. November, an einem Informationsstand in der Delmenhorster Innenstadt die Passanten dazu bewegen, Position zu beziehen.

Laut „Feder“-Mitglied Hassan Mohsen hat jeder Interessent die Möglichkeit, einen Chip in eine von zwei Wahlurnen mit den Aufschriften Pro oder Contra einzuwerfen. Das Ergebnis will er online veröffentlichen.

Stand ordnungsgemäß bei Stadt angemeldet

Der Stand ist der Verwaltung laut Stadtsprecher Timo Frers ordnungsgemäß angemeldet worden. Weil es sich um ein sensibles Thema handele, sei auch die Polizei davon in Kenntnis gesetzt worden.

Welche Brisanz im Auftritt der „Feder“ steckt, zeigt sich allein darin, dass die Deutsch-israelische Gesellschaft Oldenburg als Reaktion darauf am Samstag selbst mit einem – ebenfalls bei der Stadt angemeldeten – Stand in der Fußgängerzone vertreten sein wird. Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Delmenhorst, nennt es „befremdlich, über die Existenz eines souveränen Staates abzustimmen“. Die antisemitische und auch antiisraelische Ausrichtung von Organisationen wie „Die Feder“ sei aber bekannt. Dieser sei nur mit Fakten zu begegnen.

Mohsen ist dem Özoguz-Umfeld zuzuordnen

„Die Feder“ ist laut Eigendarstellung 2007 als muslimische Nichtregierungsorganisation gegründet worden. Man reflektiere alles, was hinter der Politik stehen, „jenseits aller machtpolitischen Nötigungen“ und sei „Anhänger der Islamischen Revolution“. Mohsen selbst ist dem Umfeld von Yavuz Özoguz, Betreiber des Muslim-Markt-Portals, zuzurechnen. In der Vergangenheit hat er öfter für die Partei „Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit“ (BIG) öffentlich Position bezogen.


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