14.11.2016, 07:23 Uhr

Theater-Thriller „Amber Hall“ Wenig Schauriges im „Haus des Todes“ in Delmenhorst

Am Samstagabend auf der Bühne im Kleinen Haus: (von links) Maike von Bremen, Friederike Sipp und Jessica Boehrs. Foto: Andreas NistlerAm Samstagabend auf der Bühne im Kleinen Haus: (von links) Maike von Bremen, Friederike Sipp und Jessica Boehrs. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Die Theatergastspiele Fürth wollten mit „Amber Hall“ den Horror auf die Bühne bringen. Nur selten konnte eine schaurige Atmosphäre erzeugt werden.

Mit dem Mystery-Horror-Thriller „Amber Hall“ haben die Theatergastspiele Fürth in diesem Monat ein Genre auf die Bühne gebracht, das bislang der Kinowelt vorbehalten war. Am Samstagabend konnten sich die rund 250 Besucher im Kleinen Haus von der Bühnentauglichkeit des von Lars Lienen geschriebenen Stückes überzeugen.

Neureiche Schwestern kaufen alte Villa

Jessica Boehrs und Maike von Bremen gaben die vom Pech verfolgten Schwestern Alanna und Emily Roslin, die zwei Jahre nach der grausamen Ermordung ihrer Eltern ein großes Vermögen erben. Davon kaufen sich die neureichen Schwestern die alte Villa „Amber Hall“, samt Hausdame Senora Milani und Köchin Marie, verkörpert durch Allegra Curtis und Tatjana Blacher. Schon kurz nach dem Einzug wird Emily von mysteriösen Lichtausfällen, beängstigendem Kindergelächter und verheißungsvollem „Klaviergeklimper“ in Angst und Schrecken versetzt. Während Alanna an einen erneuten Nervenzusammenbruch ihrer Schwester glaubt, stellt Freundin und Anwältin Faith Tigh, gespielt von Friederike Sipp, Nachforschungen über Amber Hall an und stößt dabei auf eine mysteriöse Todesserie.

Sprechfehler als Störfaktor

Im rasanten Tempo breitet sich die Handlung aus. Dabei vollzieht Maike von Bremen ihre Wandlung vom unschuldigen Opfer zur ruchlosen Mörderin mit ansprechendem Schauspiel. Auch Jessica Boehrs und Friederike Sipp hauchen ihren Rollen durchaus Leben ein. Tatjana Blacher und Allegra Curtis, die sich viele Sprechfehler leistete, bleiben hingegen etwas blass. Das ist jedoch den Charakteren der wortkargen Bediensteten geschuldet, die erst zum Schluss ihre Rolle im Spiel offenbaren.

Kaum mehr als eine unbehagliche Atmosphäre

Die mysteriösen Geräusche in Kombination mit der verdunkelten Bühne und dem angsterfüllten Geschreie Emilys erzeugen zuweilen eine unbehagliche Atmosphäre, aber werden dem Nervenkitzel des Genres nicht wirklich gerecht. Als Faith dann die Geschichte über das „Haus des Todes“ offenbart, findet die Geschichte ein jähes Ende. Während der gut 90-minütigen Vorführung hat das Stück bestenfalls an dem Gruselfaktor des Genres gekratzt.

Nette Unterhaltung ohne Höhepunkte

Eine packende und nervenaufreibende Atmosphäre, wie sie Fans des Genres aus Filmen kennen, kam leider nicht auf. An der Bühnentauglichkeit des Mystery-Horror-Thrillers muss noch gefeilt werden. Insgesamt bot das Stück eine nette Samstagabend-Unterhaltung ohne große Höhepunkte.


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