15.10.2016, 16:23 Uhr

Schiiten gedenken ihres Märtyrers 150 Muslime ziehen zu Aschura friedlich durch Delmenhorst

Rund 150 Muslime aus Delmenhorst und umzu haben am Friedensmarsch zu Aschura teilgenommen. Der Marsch endete am Wasserturm. Foto: Andreas NistlerRund 150 Muslime aus Delmenhorst und umzu haben am Friedensmarsch zu Aschura teilgenommen. Der Marsch endete am Wasserturm. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Rund 150 Muslime aus der Stadt und der Umgebung haben am Samstagmorgen an einem Friedensmarsch durch Delmenhorst anlässlich des schiitischen Gedenktages Aschura teilgenommen.

Zum vierten Mal hatte der in Delmenhorst ansässige Verein Islamischer Weg zu dem Friedensmarsch am zehnten Tag des für Muslime heiligen Monats Muharrem eingeladen. Vom Zentralen Omnibusbahnhof aus zog die polizeilich genehmigte Prozession in geordneten Reihen durch die Innenstadt. Auf dem Rathausbrunnenplatz am Wasserturm endete der Friedensmarsch mit einer Kundgebung.

Abschluss zehntägigen Gedenkens an den Märtyrertod Husseins

Yavuz Özuguz, Vorsitzender des Vereins Islamischer Weg und Mitbetreiber der umstrittenen Webseite Muslim-Markt, erklärte, dass mit dem Aschura-Tag die zehn Tage des Gedenkens an das Martyrium Husseins im Jahr 680 ihren Abschluss finden. Hussein, ein Enkel des Propheten Mohammed, ist eine zentrale Figur im schiitischen Glauben und wird von den Schiiten als dritter Imam angesehen.

Yavuz Özuguz: Islam dient als Sündenbock

Özuguz betonte, dass der Islam für Frieden stehe. In scharfen Worten verurteilte der Delmenhorster den Kapitalismus, der sich in seiner Endphase befinde und keine Moral mehr kenne. Özuguz beklagte eine immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich. Für die dadurch entstehenden Konflikte müsse der Islam als Sündenbock herhalten.


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