14.02.2016, 16:37 Uhr

Aktion „One Billion Rising“ Delmenhorster tanzen gegen Gewalt an Frauen


Delmenhorst. Rund 200 Besucher haben bei der Aktion „One Billion Rising“ in der Markthalle gegen Gewalt an Frauen getanzt. Erstmals beteiligte sich Delmenhorst an dem weltweiten Protesttag.

Obwohl die Aktion „One Billion Rising“ erst drei Jahre alt ist, ist sie mittlerweile die weltweit größte Kampagne für die Beendigung von Gewalt an Frauen. Sonntag wurde erstmals auch in Delmenhorst ein Zeichen gegen die Gewalt gesetzt und auf Anhieb waren rund 200 Besucherinnen und Besucher in die Markthalle gekommen.

Fröhliches Zeichen zu ernstem Thema

Zentraler Punkt der Veranstaltung war ein gemeinsamer Tanz zu dem Lied „Break the Chain“ (Zerbrich die Ketten) der Sängerin Tena Clark, bei dem sich fast alle in der Markthalle beteiligten. „Lasst uns fröhlich bei diesem ernsten Thema ein Zeichen setzen“, hatte Petra Borrmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Delmenhorst, zuvor die Teilnehmenden aufgefordert.

Im Anschluss an den Tanz begaben sich die Besucher auf den Marktplatz und ließen gemeinsam zu den Rhythmen der Gruppe Sambrassa Luftballons steigen.

350 Fälle häuslicher Gewalt in Delmenhorst

Wie wichtig und aktuell das Thema Gewalt an Frauen auch in Delmenhorst ist, zeigte zuvor das Grußwort des Delmenhorster Polizeichefs Jörn Stilke. „Seit Generationen wissen wir, was wir zu tun und zu lassen haben“, sagte Stilke mit Blick auf das Grundgesetz und die UN-Menschenrechtscharta. „Wir beschäftigen uns heute mit dem Bruch zwischen Theorie und Praxis.“ So sei die Polizei häufig mit Gewalt gegen Frauen konfrontiert. Er nannte deutliche Zahlen: Rund 800 sogenannter Rohheitsdelikte gab es 2015 in Delmenhorst, darunter 600 Körperverletzungen. Fast 350 Fälle häuslicher Gewalt wurden registriert, fast 200 davon in Verbindung mit Körperverletzungen. Die realen Zahlen liegen wahrscheinlich noch darüber. „Was sich im Verborgenen tut, was hinter verschlossenen Türen passiert, erfahren wir oft nicht.“

Beilemann: „Hervorragende Infrastruktur der Hilfe“

Stilke und auch Bürgermeisterin Antje Beilemann verwiesen auf das gute Netzwerk, das in der Stadt besteht, um betroffenen Frauen zu helfen. „Wir können es nur begrüßen, dass Frauen in unserer Stadt nicht alleingelassen werden. Es gibt eine hervorragende Infrastruktur der Hilfe“, sagte Beilemann. Dazu gehöre beispielsweise der Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt.

Die Aktion in der Markthalle wurde von Akteurinnen von der Jugendhilfestiftung, dem Fachdienst Jugendarbeit, dem Mädchenarbeitskreis GeSa, den Streetworkern der Diakonie, dem Integrationslotsen und dem Stadtsportbund ins Leben gerufen.


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