18.12.2015, 16:25 Uhr

800 Quadratmeter Neues Möbellager für Bedürftige öffnet in Delmenhorst


Delmenhorst. Caritas und die Diakonie eröffnen in den Räumen der früheren „Neuen Arbeit“ ein neues Möbellager für Bedürftige. Den Anstoß dafür gab der Flüchtlingszuzug.

Großer Schritt für die Flüchtlingshilfe in der Stadt: Der Caritasverband und das Diakonische Werk eröffnen kommenden Dienstag ein Möbellager in den Räumlichkeiten der früheren Neuen Arbeit an der Stadthofstraße. Wie Vertreter der Wohlfahrtsverbände am Freitag vor Ort mitteilten, gab der Flüchtlingszuzug in die Stadt den Anstoß für die Gründung des Möbellagers. „Wir möchten Menschen ausstatten, die nicht so viel haben“, sagte Caritas-Geschäftsführer Peter Schmitz, „das schließt auch bedürftige, ansässige Delmenhorster ein.“ Die Einrichtung wird zum Teil von der Stadt finanziert, die die Kaltmiete zahlt. Den Rest finanzieren die Wohlfahrtsverbände mit Spendengeldern.

Zusammenarbeit mit der Stadtwerkegruppe

Caritas und Diakonie werden mit dem Bereich Entsorgung der StadtWerkeGruppe (ehemals ADG) kooperieren, um an Möbel für Bedürftige zu gelangen, die später in den 800 Quadratmeter großen Räumen angeboten werden sollen: Jeder der Sperrmüll loswerden möchte, kann dies bei den Stadtwerken anmelden. Auf der Sperrgutantwortkarte wird künftig ein gelber Aufkleber zu sehen sein, der die Frage stellt, ob die Möbel gespendet werden sollen, schilderte Stadtwerke-Betriebsleiter Sebastian Koch. Daraufhin erkundigt sich die Stadtwerke-Abfallwirtschaft, um welche Art Möbelstück es sich handelt und in welchem Zustand es sich befindet, ehe sie es abholt und dem Möbelhaus zuführt. Darüber hinaus begleitet ein Kastenwagen die Sperrmüll-Wagen der Stadtwerke, um gut erhaltene Möbelstücke herauszufiltern. Zudem kann man Möbel bei dem Möbelhaus selbst anmelden (siehe Kasten unten). Nur jene mit einem Bedürftigkeitsnachweis werden Möbel abholen und verwenden können.

(Weiterlesen: Themenportal Flüchtlinge in Delmenhorst)

Derzeit werden besonders Esstische, Stühle, Einzel- und Kinderbetten benötigt, sagte Schmitz. Zudem werden Kühlschränke, Trockner, Spülen oder Mikrowellen gebraucht. Möbel aus 12 Wohnungen stellen aktuell den Bestand im Möbelhaus.

Zuletzt seien gute Möbel, die man im menschenwürdigen Zustand habe anbieten können, Mangelware gewesen. „Als Wohlfahrtsverbände wollen wir unsere eigenen Ansprüche erfüllen. Die Menschen sollen nicht auf unwürdigem Sperrmüll leben müssen“, so Schmitz.

Die ersten Helfer stehen bereit

Die ersten acht ehrenamtlichen Helfer stehen auch schon bereit, berichtete Diakoniegeschäftsführer Franz-Josef-Franke. Weitere können sich gerne melden (siehe „Zur Sache“). Zudem werden einzelne Flüchtlinge Teil des Teams sein, die sich für die Hilfe, die sie Deutschland erhalten haben, bedanken möchten. Ferner hat das Jobcenter insgesamt fünf Posten für das Möbellager bewilligt.

Das Möbellager öffnet am kommenden Dienstag, 22. Dezember, 9 bis 12 Uhr. Ab 5. Januar gelten die regulären Öffnungszeiten: dienstags von 9 bis 12 Uhr, und donnerstags 14.30 bis 17.30 Uhr.

Ende August hatte der Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) in Köln das Gelände ersteigert und dem islamischen Delmenhorster Integrations- und Bildungsverein (DIBV) zur Verfügung gestellt. Der Mietvertrag mit den Wohlfahrtsverbänden läuft bis November 2016. Schmitz deutete aber an, dass das Möbellager darüber hinaus in den Räumen Bestand haben soll.

Flüchtlingshilfe wächst

Mit dem Möbellager in den Räumen des ehemaligen Sozialkaufhauses „Neue Arbeit“, die im August 2013 Insolvenz angemeldet hatte, erfolgt nun ein weiterer großer Schritt in Sachen Flüchtlingshilfe in Delmenhorst: Kürzlich erst hat die Delmenhorster Tafel angekündigt, sich mit einem neuen Hauptsitz an der Grünen Straße vergrößern zu wollen, an der Langen Straße soll das Erdgeschoss des Eckgebäudes an der Ecke Mühlenstraße zu einer Anlaufstelle für Flüchtlinge umgewandelt werden, und ab Januar sollen erste Flüchtlinge in Unterkünfte auf dem Kasernengelände in Adelheide einziehen.


Kontakt zum neuen Möbellager an der Stadthofstraße ist über den Caritasverband unter Telefon (0 42 21) 98 34 90 möglich. Möbel, die über den Sperrmüll gespendet werden sollen, können bei den Stadtwerken unter Telefon (0 42 21) 12 76 4000 angemeldet werden. (fred)

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