16.12.2015, 15:12 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Unglück in Delmenhorst Einsturz von Inkoop-Neubau: Keine Opfer unter Trümmern


Delmenhorst. Ein schwerer Unfall hat sich am Mittwoch gegen 14.50 Uhr auf der Baustelle des neuen Inkoop-Marktes an der Oldenburger Straße ereignet. Ein Teil einer Mauer ist samt Baugerüst eingestürzt. Drei Personen wurden schwer verletzt, eine weitere leicht. Laut Polizei stürzten sie aus bis zu fünf Metern in die Tiefe.

Unzählige Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei waren schnell vor Ort. Allein die Delmenhorster Feuerwehren waren laut Feuerwehr-Chef Thomas Simon mit mehr als 100 Kräften der Berufsfeuerwehr sowie der Ortsfeuerwehren Stadt und Süd am Unglücksort. Die Ortsfeuerwehr Hasbergen hielt sich derweil als Reserve für weitere Einsätze bereit. Drei Notärzte, sechs Krankenwagen und ein Rettungshubschrauber waren vor Ort. Einer der Schwerverletzten wurde ins Krankenhaus geflogen.

Suche nach möglichen Opfern geht weiter

Ob noch Personen unter den Trümmerteilen begraben wurden, war laut Polizei bis zum Mittwochabend noch nicht klar. Selbst nach einer Suche durch Spürhunde der Polizei und der Rettungshundestaffel Wesermarsch konnte noch keine endgültige Entwarnung gegeben werden. Im Laufe der Nacht sollten die Trümmerteile von der Unglücksstelle geräumt werden. Erst am Vormittag könne mit abschließender Gewissheit mitgeteilt werden, ob Personen verschüttet wurden.

Kreuzung noch bis Donnerstag gesperrt

Die Straße um den Unglücksort wurden weiträumig abgesperrt. Es kam zu zahlreichen Staus im Stadtgebiet. Die Oldenburger Straße bleibt auch am Donnerstag zwischen der Brauenkamper Straße und der Wildeshauser Straße voraussichtlich bis 10 Uhr, gesperrt.

Ermittlungen dauern an

Die Ermittlungen zur Einsturzursache dauern laut Polizei an. Involviert in die Ermittlungen sind neben der Polizei auch das Gewerbeaufsichtsamt und die Berufsgenossenschaft. Welche Arbeiten zum Unfallzeitpunkt durchgeführt wurden, kann derzeit noch nicht gesagt werden.

Polizei lobt Bürger und Gewerbetreibende

Lobend erwähnt wurde von der Polizei die Vielzahl an Bürgerinnen und Bürgern, die Notrufe abgesetzt und Erste Hilfe geleistet haben. Insbesondere die Gewerbetreibenden der umliegenden Geschäfte hätten sich vorbildlich um die verletzten Personen gekümmert.

Inkoop-Geschäftsführer geschockt

Geschockt von dem Ereignis waren am Unglücksort auch Bernd Oetken, Geschäftsführer der Inkoop-Verbrauchermärkte, und Bauherr Ernst Schaffarzyk, für den ein Generalunternehmer aus Oldenburg tätig ist. „Man steht ratlos daneben“, sagte Oetken später. „Alle rätseln, wie so etwas passieren konnte.“ Es sei noch zu früh zu sagen, inwiefern sich die für das zweite Quartal 2016 geplante Eröffnung des neuen Inkoop-Marktes verschieben werde. Die jetzt ausgeführten Betonarbeiten waren die letzten Vorbereitungen für das Aufsetzen des Dachstuhls, der im Januar angeliefert werden sollte.

Provisorischer Inkoop-Markt bleibt eventuell geschlossen

Der in das frühere Aldi-Gebäude ausgelagerte Geschäftsbetrieb wurde am Mittwoch gegen 16 Uhr beendet. „Das machte keinen Sinn mehr, es kam ja keiner durch“, so Oetken. Ob der Markt am Donnerstag zur gewohnten Zeit um sieben Uhr morgens öffnet, war am Mittwochabend noch unsicher. Spätestens in den Vormittagsstunden soll wieder verkauft werden.

Oberbürgermeister eilt zum Unglücksort

Oberbürgermeister Axel Jahnz eilte von einer Sitzung in Bremen zum Unglücksort und sagte erschüttert: „Das ist ein furchbares Unglück. Solche Bilder möchte niemand sehen.“ Über drei Stunden suchte er das Gespräch mit den Einsatzkräften und informierte sich über die Lage.

Bis Mitternacht Trümmer beseitigt

Die Einsatzkräfte räumten laut Feuerwehr-Chef Thomas Simon noch bis Mitternacht Trümmerteile und mehrere Tonnen Beton weg, um nach weiteren, möglicherweise verschütteten Personen zu suchen. „Zum Glück wurden keine weiteren Personen gefunden und der Einsatz konnte beendet werden“, so Simon. Die Oldenburger Straße ist im Bereich der Unfallstelle noch gesperrt.

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Der Neubau

Der Inkoop-Neubau an der Oldenburger Straße sollte nach bisherigen Plänen im zweiten Quartal 2016 nahe Ostern auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern eröffnet werden – später als ursprünglich geplant, weil viele Auflagen zu erfüllen sind, etwa beim Lärmschutz. Der benachbarte frühere Aldi-Markt, der zurzeit als behelfsmäßiges Geschäft genutzt wird, ist mit 550 Quadratmetern als Getränkemarkt vorgesehen. Inkoop ist selbst nicht Bauherr, sondern künftiger Pächter der Immobilie, die ein Investor errichten lässt. tbre

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