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17.04.2017, 15:32 Uhr ARBEITGEBER MACHEN DER POLITIK DAMPF

Fachkräftemangel: Zuwanderung ist keine Zumutung

Kommentar von Katharina Ritzer

Ohne Fachkräfte aus dem Ausland wird es in der deutschen Arbeitswelt künftig nicht mehr gehen. Der Arbeitgeberverband fordert von der Politik mehr Engagement, um den demografischen Wandel abzufedern. Foto: dpaOhne Fachkräfte aus dem Ausland wird es in der deutschen Arbeitswelt künftig nicht mehr gehen. Der Arbeitgeberverband fordert von der Politik mehr Engagement, um den demografischen Wandel abzufedern. Foto: dpa

Osnabrück. Die Politik muss sich mehr um den demografischen Wandel kümmern, fordert der Arbeitgeberverband. Eine berechtigte Forderung, den zu viel ist in den vergangenen Jahren verschlafen worden, findet unsere Kommentatorin.

Die gute Nachricht vorneweg: Immer mehr Menschen in Deutschland werden immer älter. Der demografische Wandel ist bereits Realität. Und so sehr wir diesen Wandel heute den Älteren und morgen auch uns selbst gönnen, so wichtig ist der aktuelle Appell der Arbeitgeber. Denn um negative Folgen der Überalterung abfedern zu können, braucht die Arbeitswelt Zufluss von außen.

Zuwanderung ist also keine Zumutung, sondern Notwendigkeit. Dabei wissen auch die Arbeitgeber um die dumpfe Ablehnung von Fremden und besonders Flüchtlingen. Darum ist es schlau von ihnen, den Blick zunächst auf europäische Länder mit hoher Arbeitslosigkeit wie etwa Spanien zu lenken. Dort werden heute schon gezielt Deutschkurse für gut ausgebildete junge Menschen angeboten, um sie fit zu machen für den deutschen Arbeitsmarkt.

Gewaltiges Potenzial haben die Arbeitgeber zudem bei den top ausgebildeten Frauen ausgemacht, die durch die Mängel bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch immer daran gehindert werden, ihr dringend benötigtes Können voll in den Arbeitsmarkt einzubringen. Da machen die Arbeitgeber ihrem Namen und ihrer Verantwortung alle Ehre, wenn sie der Politik für die Zeit nach der Bundestagswahl viel Arbeit aufbrummen. Denn dieses Thema haben in der Vergangenheit alle Parteien in unseliger Einigkeit verschlafen.


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