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03.04.2017, 16:53 Uhr KOMMENTAR

25 Millionen für Radschnellwege: Eine Frechheit

Kommentar von Stefanie Witte

Einige Städte gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Foto: dpaEinige Städte gehen bereits mit gutem Beispiel voran. Foto: dpa

Osnabrück. Was großzügig klingt, ist in Wahrheit eine Frechheit: 25 Millionen Euro will das Verkehrsministerium in diesem Jahr in den Ausbau von Radschnellwegen investieren.

Zum Vergleich: Laut Bundesverkehrswegeplan will die Regierung in den nächsten 15 Jahren rund 270 Milliarden in die deutsche Infrastruktur investieren. Das Wort „Fahrrad“ taucht in dem knapp 200 Seiten dicken Dokument exakt zweimal auf. Das ist symptomatisch. Zwar ignorieren die EU-Staaten – auch Deutschland – seit Jahren geflissentlich Grenzwerte, wenn es um Luftverschmutzung durch Verbrennungsmotoren geht. Und weder Autofahrer noch -hersteller haben ernsthafte Konsequenzen zu befürchten, wenn ihre Autos die Luft mehr belasten als vorgesehen. Entlastungen wie die Förderung des Radverkehrs stehen aber nicht besonders weit oben auf der Agenda des maut-liebenden Verkehrsministers.

Dabei steckt in den Fernstraßen für Radler großes Potenzial: Zwei von drei Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Mit Elektroantrieb schaffen das sogar die unsportlichsten Radler. Außerdem sind Autos für jüngere Generationen zunehmend weniger Statussymbol.

Die Motivation, aufs Rad umzusteigen, ist jedoch gering, wenn schon der Weg gefährlich und unattraktiv ist. Und 25 Millionen werden daran wohl wenig bis gar nichts ändern.


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