Ein Bild von Dirk Fisser
17.02.2017, 15:28 Uhr KOMMENTAR ZU VERDACHTSFÄLLEN

Korruptionsvorwürfe bei EWE: Der Oldenburger Sumpf?

Kommentar von Dirk Fisser

Die Hauptverwaltung von EWE in Oldenburg. Neue Korruptionsvorwürfe erschüttern den Energieversorger. Foto: dpaDie Hauptverwaltung von EWE in Oldenburg. Neue Korruptionsvorwürfe erschüttern den Energieversorger. Foto: dpa

Osnabrück. Neue Vorwürfe bei EWE: Manager sollen für Aufträge an andere Firmen Gegenleistungen verlangt haben. Ein Kommentar.

Es deutet einiges darauf hin, dass die Klitschko-Spendenaffäre von Noch-Konzernchef Brückmann nur das Vorbeben für ein viel mächtigeres Hauptbeben war. Was sich in Oldenburg abzeichnet, hat die Kraft, den Ruf des Unternehmens nachhaltig zu beschädigen. Wie sehr der unter den Skandalen der Vergangenheit gelitten hat, zeigt die Tatsache, dass die neuen Enthüllungen zwar empören, aber kaum verwundern.

Wenn der Aufsichtsrat Brückmann nun - wie zu erwarten – Mittwoch abberuft, ist das nur der Auftakt eines sehr langen Prozesses. In dem muss es darum gehen, EWE wieder zu erden. Denn die jetzt bekannt gewordenen Verdachtsmomente deuten an, dass bei dem Energieversorger das geschehen ist, was schon in so vielen Konzernen passierte: In der Annahme, über dem Gesetz zu stehen, ist eine parallele Rechtsordnung fernab aller moralischen Wertvorstellungen etabliert worden. Anders gesagt: ein Korruptionssumpf.

Sollte EWE ein eben solcher sein, stellt sich die Frage, wer genommen und wer gegeben hat. Denn ein System der Gefälligkeiten basiert immer auf mindestens zwei Partnern, die profitieren wollen. Das Netz zu entwirren, könnte zur Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft werden – und damit die EWE und ihren Ruf über Jahre belasten.


Der Artikel zum Kommentar

0 Kommentare