09.02.2017, 09:39 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Börse in Frankfurt Dax fällt unter 12 000 Punkte zurück

Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von ErichsenEin Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Frankfurt/Main. Der Dax ist heute wieder unter die Marke von 12 000 Punkten gerutscht. Unter dem Eindruck von Kursverlusten bei der Deutschen Bank büßte der Leitindex letztlich 0,57 Prozent auf 11 958,40 Punkte ein.

Ein in diesem Jahr voraussichtlich langsameres Wirtschaftswachstum in China sowie politische Unsicherheiten erwiesen sich dabei als zusätzliche Stimmungsdämpfer. Verwiesen wurde dabei auf neuerliche nordkoreanische Raketentests und die in der kommenden Woche anstehende Parlamentswahl in den Niederlanden.

Mit seinem dritten schwächeren Handelstag in Folge entfernte sich der Dax weiter von seinem höchsten Niveau seit April 2015, das er in der Vorwoche bei 12 082 Zählern erreicht hatte. Die übrigen deutschen Indizes schlugen sich aber etwas besser als ihr großer Bruder: Der Mittelgroße-Werte-Index MDax gab am Ende moderat um 0,24 Prozent auf 23 381,86 Punkte nach. Die Technologiewerte im TecDax brachten sogar ein Plus von 0,20 Prozent und 1930,57 Punkten über die Ziellinie.

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem, dass sich in den USA die Zeichen für eine Leitzinserhöhung noch im März mehren. Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank Fed, hatte diesen Schritt in ihrer Rede am vergangenen Freitag in Aussicht gestellt. Solange sich der Dax aber über der 11 800er-Marke halten könne, bleibe der kurzfristige Ausblick positiv, hieß es von den Analysten des Brokers AxiTrader.

Thema des Tages auf dem Börsenparkett war die Deutsche Bank mit dem weiteren Konzernumbau und einer Kapitalerhöhung, die rund 8 Milliarden Euro einbringen soll. Am Markt wurde für die neuen Papiere ein Preis von 11,65 Euro genannt, der einen Abschlag von fast 40 Prozent zum Xetra-Schluss vom Freitag bedeutet. Verglichen damit fiel der Kursverlust am Montag mit knapp 8 Prozent vergleichsweise moderat aus. Laut JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein weist die neue Strategie in die richtige Richtung. Das Institut will die Postbank überraschend behalten, aber die Vermögensverwaltungs-Sparte Deutsche Asset Management teilweise an die Börse bringen.

Thyssenkrupp war der zweitschwächste Wert im Dax mit einem Minus von annähernd 2 Prozent. Die Aktionäre fürchten ein Scheitern der Fusion des europäischen Stahlgeschäfts mit der entsprechenden Sparte des Tata-Konzerns. Einem Bericht der britischen Zeitung „The Sunday Times“ zufolge erwägt der indische Konkurrent, die Gespräche wegen gewerkschaftlicher Bedenken abzubrechen.

Als bester MDax-Wert rückten die Aktien von Uniper nach einem Verkauf eines Gasfeld-Anteils in Sibirien um mehr als 3 Prozent vor. Die Veräußerung sei positiv für die Dividendenerwartung, hieß es von RBC-Analyst John Musk. Am anderen Indexende verloren die Papiere des Möbelkonzerns Steinhoff fast 2,5 Prozent. Die Experten von Goldman Sachs hatten zuvor ihre bisherige Kaufempfehlung gestrichen.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,05 Prozent am Freitag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,20 Prozent auf 142,37 Punkte. Der richtungweisende Bund Future (März-Kontrakt) gewann 0,11 Prozent auf 164,18 Punkte. Der Euro kostete zuletzt 1,0587 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0592 (Freitag: 1,0565) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9441 (0,9465) Euro.


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