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23.11.2016, 16:30 Uhr KOMMENTAR

Streiks bei der Lufthansa: Fataler Stillstand

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Bei der Lufthansa stehen die Zeichen einmal mehr auf Streik, Hunderte Flüge fallen aus. Auch diesen Donnerstag bleiben viele Maschinen am Boden. Foto: dpaBei der Lufthansa stehen die Zeichen einmal mehr auf Streik, Hunderte Flüge fallen aus. Auch diesen Donnerstag bleiben viele Maschinen am Boden. Foto: dpa

Osnabrück. Der Arbeitskampf bei der Lufthansa geht weiter, auch für diesen Donnerstag hat die Gewerkschaft Cockpit die Piloten zum Streik aufgerufen. Die Konzernspitze schlägt zurück und droht mit Schadenersatzklagen in Millionenhöhe. Derweil laufen die Kunden davon. Eine fatale Entwicklung.

Die Streiks bei der Lufthansa nerven. Und doch müssen wir auch diesen Arbeitskampf aushalten. Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Es gilt auch, wenn Teile der Bevölkerung die Ausstände als lästig und die Streikziele als überzogen empfinden. Schließlich sollen Arbeitskämpfe nicht soziale Unterschiede in der Gesellschaft ausgleichen, sondern Schieflagen innerhalb von Unternehmen.

Auch Argumente, dass bei anderen Airlines weniger verdient werde, ziehen nicht. Entscheidend ist nicht ein branchenweiter Quervergleich, sondern die Lohnentwicklung der betroffenen Firma. Lufthansa hat im Vorjahr ein Rekordergebnis eingeflogen, hier wäre noch Luft nach oben.

Unangebracht ist aber, wie bockig sich beide Seiten zeigen. Weder weicht die Gewerkschaft ab von ihren – zu hohen – Forderungen, noch bietet die Konzernspitze Angebote, die ein Verhandeln lohnen. Stattdessen schalten alle auf stur und kommunizieren über Gerichte und Medien.

Das ist fatal: Die mittlerweile 14 Ausstände der laufenden Tarifrunde trafen bereits gut eine Million Menschen, viele Kunden wandern ab. Die Konkurrenz ist nicht nur zuverlässiger, sondern oft auch günstiger. Sollten sich die Tarifpartner der Lufthansa nicht endlich bewegen, droht dem Kranich schon bald der Absturz.

Weiterlesen: Wie sich der Streik am FMO auswirkt


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