25.10.2016, 16:12 Uhr

Neuer Beirat mit Millionenbudget Volkswagen holt sich Nachhaltigkeitsexperten zur Hilfe

Skeptisch? Der Vorsitzende des neuen VW-Nachhaltigkeitsbeirats Georg Kell (r.) und VW-Chef Matthias Müller. Foto: obs/VolkswagenSkeptisch? Der Vorsitzende des neuen VW-Nachhaltigkeitsbeirats Georg Kell (r.) und VW-Chef Matthias Müller. Foto: obs/Volkswagen

Wolfsburg. Der vom Abgasskandal gebeutelte Volkswagen-Konzern lässt sich ab sofort von namhaften Persönlichkeiten zum Thema Nachhaltigkeit beraten. Der Nachhaltigkeitsbeirat sei am Montag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen, teilte Volkswagen mit.

Erste Themenschwerpunkte der Gruppe seien „die Herausforderungen der globalen CO2-Belastungen und die entsprechenden Regulierungen nach 2025“ sowie „der Transformationsprozess des Unternehmens“.Für das Gremium konnte Volkswagen insgesamt neun Mitglieder gewinnen, darunter den früheren Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Michael Sommer, und den früheren belgischen Ministerpräsidenten Yves Leterme. Zu seinem Sprecher wählte der Beirat Georg Kell, den Gründungsdirektor von UN Global Campact, einer Initiative der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Unternehmensführung.

Für die ersten beiden Jahre seiner Arbeit stellt Volkswagen dem Gremium den Angaben zufolge 20 Millionen Euro zu Verfügung, die in den Vorschlag und die Förderung „eigener Projekte“ fließen sollen. Konzernchef Matthias Müller erklärte, dem Beirat würden „weitgehende Informations-, Konsultation- und Initiativrechte“ zugestanden. Die Gruppe berate „den Vorstand in Fragen der Wirtschaftsethik und Integrität, aber auch bei den zentralen Zukunftsfragen der Automobilbranche“.Neben dem Vorstand soll sich auch der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen mit dem Gremium austauschen, ebenso wie Vertreter einzelner Konzernbereiche und Marken.

Beiratssprecher Kell erklärte, den Mitgliedern sei bewusst, „dass der Volkswagen-Konzern eine große Transformation vor sich hat und erste wesentliche Schritte bereits eingeleitet hat“.Das Konzern hatte vor gut einem Jahr auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Diesel-Fahrzeugen unterschiedlicher Marken eine illegale Software eingebaut zu haben. Das Programm sorgt bei standardisierten Tests für einen niedrigeren Ausstoß von schädlichen Stickoxiden.


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