Ihr regionaler Immobilienmarkt
18.10.2016, 05:34 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Häuser und Wohnungen Immobilien werden immer schneller immer teurer

Häuserfassaden in München. Foto: Nicolas Armer/IllustrationHäuserfassaden in München. Foto: Nicolas Armer/Illustration

dpa/uwe Frankfurt/Osnabrück. Häuser und Wohnungen in Deutschland kosten immer mehr. Verglichen mit dem Vorjahr steigen die Kaufpreise im Schnitt sogar noch schneller. Im Vergleich zu Metropolen im Süden sind Immobilien im Nordwesten aber unverändert deutlich preiswerter.

Der Immobilienboom in Deutschland beschleunigt sich einer Studie zufolge. Die Preise für bestehende Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen seien im zweiten und dritten Quartal noch stärker gestiegen als im Vorjahreszeitraum, teilte der Immobilienverband IVD in seinem Wohn-Preisspiegel mit. Auch 2017 dürften Immobilien im Schnitt teurer werden, glaubt der Verband.

Laut IVD verteuerten sich Eigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert im Schnitt um gut sechs Prozent. 2015 hatte die Rate bei solchen Standardobjekten in durchschnittlicher Lage bei knapp fünf Prozent gelegen. Einfamilienhäuser im Bestand kosteten 4,2 Prozent mehr, im Vorjahr waren es noch 3,1 Prozent.

„Der 2010 begonnene Preisanstieg setzt sich fort“, sagte IVD-Präsident Jürgen Schick. Neugebaute Eigentumswohnungen hätten sich indes mit einem Plus von sechs Prozent etwa so stark verteuert wie im Vorjahreszeitraum. In großen Städten seien die Preise aber auch hier noch stärker geklettert.

Am stärksten wuchsen die Preise in Metropolen. In Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern verteuerten sich Standard-Eigentumswohnungen im Schnitt um 9,4 Prozent. Das größte Plus verzeichnete Frankfurt mit fast 19 Prozent vor Köln (15) und Stuttgart (11). „Je größer die Stadt, desto höher der Anstieg“, sagte Schick. Ein Grund sei neben den niedrigen Zinsen die Wohnraumknappheit: „Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolen.“ Am meisten mussten Käufer für Eigentumswohnungen in München zahlen - dort wurden für Wohnungen im Bestand mit mittlerem Wohnwert im Schnitt 4200 Euro pro Quadratmeter fällig.

Nordwesten noch vergleichsweise preiswert

Entsprechende Eigentumswohnungen sind im Nordwesten Deutschlands deutlich preiswerter zu haben. Hier einige Beispiele: Osnabrück 1300 Euro (pro Quadratmeter) , Nordhorn 1200 Euro, Münster 1950 Euro, Rheine 1100 Euro, Bielefeld 1400 Euro, Oldenburg 1550 Euro, Delmenhorst 950 Euro, Bremen 1300 Euro, Bremerhaven 600 Euro, Wilhelmshaven 850 Euro, Hamburg 2500 Euro, Minden 850 Euro.

Für etliche Regionen wie das Emsland weist die IVD-Studie keine eigenen Werte aus. Auch im Emsland boomt der Immobilienmarkt aber. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der verkauften Wohnungen um knapp elf Prozent auf rund 770. Auch Neubauten und Immobilien ab Baujahr 2013 waren stark nachgefragt und wurden im Durchschnitt mit rund 2 060 Euro je Quadratmeter bezahlt.

Bundesweit gefragt sind zudem Einfamilienhäuser. Auch hier gab es in den Großstädten die größten Preissprünge. Sie verteuerten sich dort von 2015 auf 2016 um rund sechs Prozent.

„Günstige Finanzierungsbedingungen und eine Zunahme des verfügbaren Einkommens heizen die Nachfrage an“, erklärte Schick. Als günstigere Alternative würden Reihenhäuser zunehmend beliebt. Gerade in Städten mit 30 000 bis 50 000 Einwohnern sei das Interesse dafür gestiegen.

Entspannung auf dem Wohnungsmarkt erwartet der IVD zunächst nicht. Weder an den niedrigen Zinsen noch an der Wohnungsknappheit werde sich Grundlegendes ändern. Immobilien dürften auch im kommenden Jahr teuer werden. Die Politik solle daher den Wohnungsbau forcieren und Eigentum steuerlich fördern, erklärte der Verband .

Für die Studie hat der IVD gezahlte Immobilienpreise in rund 370 Städten und Gemeinden bundesweit ausgewertet. Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser spiegeln dem Verband zufolge rund zwei Drittel des deutschen Wohnungsmarkts wider. Der IVD vertritt nach eigenen Angaben Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständige.


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