28.02.2016, 16:55 Uhr

Verlust für Osnabrück Coppenrath&Wiese holt Verwaltung nach Mettingen


Ibbenbüren. Keine Trillerpfeifen, keine Forderungen auf Transparenten, sondern Friede, Freude, Tiefkühlkuchen: Die Zukunftspläne, die Konzernchef Richard Oetker und die Coppenrath&Wiese-Geschäftsführung präsentierten, fanden die Zustimmung von Beschäftigten und Betriebsrat. Sie bedeuten aber auch den Umzug der Verwaltung von Osnabrück an den Produktionsstandort Mettingen.

Auf der Betriebsversammlung gab Oetker vor 800 Mitarbeitern im Bürgerhaus Ibbenbüren bekannt, dass die Umsetzung der 16-Millionen-Investition in eine neue Produktionslinie für den britischen Markt am Standort Mettingen planmäßig ablaufe. Bei dem Projekt gehe es um Backwaren und Desserts, die gekühlt und nicht tiefgefroren verkauft werden. Die Testproduktion beginne Mitte 2016. 50 neue Arbeitsplätze werden dafür geschaffen. Der Geschäftsverlauf insgesamt sei in den ersten acht Monaten seit der Übernahme sehr erfreulich gewesen. „Es war ein durch und durch guter Kauf“, erklärte Richard Oetker.

Unternehmen bleibt eingeständig

Coppenrath&Wiese („Co-Wi“) werde nicht in den Oetker-Konzern eingeschmolzen, sondern bleibe, wie versprochen, eigenständig als Firma und als Marke. Lediglich auf neu zu erschließenden Auslandsmärkten, wo Coppenrath & Wiese bislang nicht, die Marke Oetker hingegen wohl bekannt sei, würden Co-Wi-Produkte unter dem Markennamen Oetker eingeführt.

Osnabrück verliert Verwaltung

Von einem „kleinen Statusverlust“ für den Standort Osnabrück sprach Geschäftsführer Andreas Wallmeier in einem anschließenden Pressegespräch. Denn die Verwaltung einschließlich der Abteilungen Marketing und Vertrieb wird von Osnabrück nach Mettingen verlegt. 62 von 350 Mitarbeitern des Standortes Osnabrück-Atter würden dafür ab voraussichtlich Mitte 2017 ihren Arbeitsplatz in Mettingen haben. Der Bau eines neuen Verwaltungssitzes für drei Millionen Euro werde in Kürze beginnen.

Beifall der Beschäftigten

Dass die Verwaltung dann direkt am Schwerpunkt des betrieblichen Geschehens in Mettingen angesiedelt sei, sei eine logische Folge der Forderung nach verbesserten und kürzeren innerbetrieblichen Kommunikationswegen. Und, so fügte Betriebsratschef Karl-Heinz Hukriede hinzu, die Erfüllung des Versprechens, dass die Verwaltung nicht in die Oetker-Zentrale nach Bielefeld geholt werde. Das hätten alle Co-Wi-Beschäftigten mit Beifall quittiert. „Die Stimmung war gut, es wurde wieder gelacht“, sagte Hukriede, „das hatten wir in der quälend langen Zeit des Übernahme-Geschachers schon verlernt.“

Standort Atter gesichert

Mehr als den kleinen Statusverlust – und kleine Einbußen bei der von der Lohnsumme abhängigen Gewerbesteuer – bedeute der Verwaltungsumzug für die Stadt Osnabrück nicht, sagte Wallmeier. Der Standort Atter sei gesichert, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Jobgarantie gelte selbstverständlich weiterhin auch für Osnabrück. Das Tiefkühllager in Atter sei bis unters Dach voll ausgelastet, und zwar ganzjährig so sehr, dass in saisonalen Spitzenzeiten sogar zusätzliche Lagerkapazitäten beim Lagereiunternehmen „Newcold“ in Rheine hinzugemietet werden müssten. Auch die Spedition Overnight Tiefkühl-Service, eine hundertprozentige Co-Wi-Tochter, bleibe in Atter und werde dort weiter wachsen.

Die Hintergründe zur Übernahme von Coppenrath&Wiese durch Dr. Oetker auf unserer Themenseite: www.noz.de/coppenrath


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