30.01.2016, 10:02 Uhr

Streit hinter den Kulissen Burgerkette Hans im Glück schließt zwölf Filialen

Die Burgerkette Hans im Glück verliert zwölf Standorte. Foto: Sven KienscherfDie Burgerkette Hans im Glück verliert zwölf Standorte. Foto: Sven Kienscherf

Osnabrück. Die Münchner Burgerkette Hans im Glück muss sich von Filialen im gesamten Bundesgebiet trennen. Nach der Kündigung von Franchise-Nehmer Patrick Junge werden zwölf Restaurants ab März nicht mehr unterm Hans im Glück Konzept geführt.

Betroffen sind die Filialen in Lübeck, Hamburg, Berlin, Bremen, Flensburg, Oldenburg, Osnabrück, Potsdam und Binz auf Rügen, die bisher von der Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH unter Leitung des geschäftsführenden Gesellschafters Patrick Junge betrieben wurden. (Weiterlesen: Burgerkette Hans im Glück in Osnabrück schließt)

Die Hans im Glück Franchise GmbH gab die Kündigung des Franchise-Vertrages am Freitag bekannt. Laut dem Unternehmen sah man sich aufgrund zahlreicher Alleingänge und Abweichungen vom Franchisekonzept durch Patrick Junge zu diesem Schritt gezwungen. Gegenüber unserer Redaktion teilte das Münchner Unternehmen mit, dass es unter anderem Beschwerden von anderen Franchisenehmern gegeben habe, wonach Gäste Burgerkreation anfragten, die es nur in den von Junge betriebenen Filialen gibt.

Mehrfach abgemahnt

Diese Verärgerung könne zu Einbußen bei anderen Franchisenehmern führen. Auch bei den Marketing -und Werbemaßnahmen habe es Abweichungen gegeben. Man habe die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH wegen Verstößen gegen die geltenden vertraglichen Bestimmungen in den vergangenen anderthalb Jahren mehrfach abgemahnt - zuletzt Ende Juli 2015.

Franchise-Nehmer Junge bestätigte die Trennung von der Hans im Glück GmbH, nannte als Grund allerdings „ernsthafte und endgültige Erfüllungsverweigerung des Franchise-Gebers“. Die Zusammenarbeit endet am 31. März 2016.

Neue Namen und neues Konzept

Da sich die Hans im Glück Franchise GmbH mit Junge nicht über eine Übernahme der zwölf von ihm betriebenen Restaurants einigen konnte, werden die Gastronomien in Zukunft von Junge und seiner Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH fortgeführt. Im Zuge der Fortführung würden Namen und Konzept geändert. Auch von der Hans im Glück typischen Einrichtung mit den Birkenstämmen werde man sich trennen.

Laut Junge wolle man jedoch mit dem bestehenden Team weiterarbeiten. Alle Arbeitsplätze im Unternehmen blieben erhalten, Verträge mit Lieferanten und Vermietern würden erfüllt. In Zukunft wolle das Unternehmen mit Sitz in Lübeck ein größeres Augenmerk auf die Qualität der Produkte legen. Zudem sollen 2016 fünf weitere Standorte eröffnen. Bisher liege der Fokus auf Norddeutschland, man habe aber eine Expansion ins gesamte Bundesgebiet im Auge.

Die von der Paniceus GmbH betriebenen Hans-im-Glück-Filialen werden bis Anfang März 2016 uneingeschränkt fortgeführt.

Die Hans im Glück Franchise GmbH wolle die Expansion in Norddeutschland künftig selber verantworten, hieß es vom Unternehmen mit Sitz in München.


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