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25.10.2015, 16:10 Uhr AUSWEG AUS DER ABGASAFFÄRE

Volkswagen sollte Eintauschprämie einführen

Kommentar von Michael Clasen

Und da purzeln die Preise: Ein neuer VW Tiguan wird in einem Autohaus in Leipzig (Sachsen) mit Rabatt angeboten. Es handelt sich nicht um ein vom Abgas-Skandal betroffenes Auto. Der VW-Konzern erwägt für die Rückrufaktion der 2,4 Millionen Diesel hierzulande auch Eintauschprämien als Alternative zur Nachbesserung. Foto: dpaUnd da purzeln die Preise: Ein neuer VW Tiguan wird in einem Autohaus in Leipzig (Sachsen) mit Rabatt angeboten. Es handelt sich nicht um ein vom Abgas-Skandal betroffenes Auto. Der VW-Konzern erwägt für die Rückrufaktion der 2,4 Millionen Diesel hierzulande auch Eintauschprämien als Alternative zur Nachbesserung. Foto: dpa

Osnabrück. Plant Volkswagen eine Eintauschprämie für manipulierte Dieselfahrzeuge, die einen Schummelmotor unter der Haube haben? Noch ist das ein Planspiel in der Konzernzentrale. Das sollte es jedoch nicht bleiben, wenn Volkswagen das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen will.

Weltweit sind rund elf Millionen Pkw mit der Betrüger-Software ausgestattet, davon 8,5 Millionen Wagen in Europa. Unter dem Strich kann es für den Konzern langfristig günstiger sein, dem Kunden gleich einen Neuwagen zu Sonderkonditionen schmackhaft zu machen. Vor allem bei den Schummelmotoren mit 1,6 Liter Hubraum reicht offensichtlich ein Software-Update nicht aus, um die Manipulation zu beheben. Da kann es sich rechnen, dem betrogenen Kunden einen Neuwagen zu günstigen Konditionen zu überlassen.

Aktienkurs stabilisiert sich

Teuer wird der Skandal für Volkswagen ohnehin. Wie hoch die Kosten werden, ist noch offen. Viel spricht aber dafür, dass das Horrorszenario vom Untergang des Konzerns übertrieben ist. Der Aktienkurs hat sich nach dem Absturz bei 100 Euro plus X stabilisiert. Der Ausblick ist sogar positiv, wenn nicht weitere kriminelle Machenschaften ans Licht kommen sollten.

Milliarden-Strafen drohen

Ein großzügiges Entgegenkommen beim Neuwagenkauf dürfte die geprellten Fahrer deutlich besänftigen. Volkswagen reduziert damit die Gefahr eines drastischen Schrumpfens seines Kundenstammes. Zugleich könnte diese Eintauschprämie Richter milder stimmen. Vor Gericht zahlt es sich schließlich aus, wenn der Angeklagte den angerichtet Schaden nicht nur gesteht und bereut, sondern auch behebt. Im Fall von Volkswagen geht es um hohe Milliarden-Beträge.


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