11.07.2014, 03:33 Uhr

Gerichtsentscheidung in Potsdam Emsländische Investoren müssen Bau von Mega-Mastanlage stoppen

Blick in einen Hähnchenstall, hier im Landkreis Vechta. Foto: dpaBlick in einen Hähnchenstall, hier im Landkreis Vechta. Foto: dpa

Osnabrück. Das Verwaltungsgericht Potsdam hat die Pläne zweier Investoren aus dem Emsland durchkreuzt und den Bau einer Mastanlage für 380000 Hähnchen in Brandenburg per Eilbeschluss gestoppt. Die Ställe in der Nähe von Wittstock standen kurz vor der Fertigstellung.

Mit der Entscheidung gaben die Richter einer Klage des Nabu Brandenburg statt. Wie ein Sprecher des Gerichts unserer Zeitung sagte, hatte der Verband gegen die Verlängerung einer bestehenden Baugenehmigung geklagt. In der ursprünglichen Fassung sei ein Datum genannt gewesen, bis wann der Bau in der Gemeinde Wittstock hätte abgeschlossen werden müssen. Dieses Ziel sei aber nicht erreicht worden, worauf die zuständigen Behörden eine Verlängerung ausgesprochen hätten.

Nabu bekommt recht

Dagegen legte der Nabu jetzt Widerspruch ein und bekam in erster Instanz recht. Die Genehmigung ist aus Sicht der Verwaltungsrichter abgelaufen, der Bau im Ortsteil Groß Haßlow darf vorerst nicht fortgesetzt werden. Unklar ist, wie es nun weitergeht. Hat die Entscheidung Bestand, bleibt eine Bauruine zurück. Selbst wenn höhere Gerichte den Baustopp aufheben, wäre die Inbetriebnahme um mehrere Monate verzögert.

Bei den Investoren handelt es sich um zwei Emsländer, wie Recherchen unserer Zeitung ergeben hatten. Der Betreibergesellschaft „Prignitzer Broilermast“ stehen Wilfried Fleming und Bernhard Fortwengel vor. Fleming ist Ko-Geschäftsführer beim Schlachtkonzern Rothkötter , Fortwengel ist Chef einer Holding mit seinem Namen, die ihren Sitz in Sögel hat. Beide wollten sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht zu der Entscheidung des Gerichts äußern.


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