05.02.2014, 00:00 Uhr

Bau-Experten aus Velpe Echterhoff:Verkehr braucht mehr Geld

Diesen 640 Meter langen Stollen errichteten Echterhoff-Mitarbeiter vor einigen Jahren unter einer zentrumsnahen Einkaufsstraße Osnabrücks. Dort konnten Kanalrohre verlegt werden, ohne die Straße aufzureißen. Foto: EchterhoffDiesen 640 Meter langen Stollen errichteten Echterhoff-Mitarbeiter vor einigen Jahren unter einer zentrumsnahen Einkaufsstraße Osnabrücks. Dort konnten Kanalrohre verlegt werden, ohne die Straße aufzureißen. Foto: Echterhoff

Westerkappeln. Deutschland investiert seit Langem zu wenig in seine Verkehrsinfrastruktur. Die Folgen sind nicht zu übersehen. Viele der etwa 39000 Brücken des deutschen Fernstraßennetzes sind in einem schlechten Zustand – und fast 10000 Kilometer Bundesfernstraßen gelten als dringend sanierungsbedürftig.

Dass Deutschlands Straßen zunehmend zerbröseln, hat eine simple Ursache: Obwohl der Verkehr in den vergangenen 20 Jahren auf allen Straßen kräftig zugenommen hat, erhält der Verkehrsminister schon lange nicht mehr das nötige Geld für Erhaltungsmaßnahmen des Straßennetzes. Dabei sind moderne, gut ausgebaute Verkehrswege sowohl für den reibungslosen Güterfluss beim Handel innerhalb des europäischen Binnenmarktes als auch für die Anbindung des Produktionsstandortes Deutschland an die globalen Märkte unverzichtbar, Bauunternehmen wie die Echterhoff Bau-Gruppe mit Stammsitz in Westkappeln-Velpe schlagen immer wieder Alarm und plädieren dafür, dass künftig erhebliche zusätzliche finanzielle Mittel der öffentlichen Hand in die Infrastruktur fließen. Das Jahr 2013 war für das Unternehmen wie für die gesamte Branche durch den harten und langen Winter bis Ende April geprägt.

Der Umsatz blieb dadurch bei Echterhoff mit 130 Millionen Euro hinter den ursprünglichen Planungen zurück, wobei 75 Prozent auf den Ingenieur- und Kanalbau sowie 25 Prozent auf den Hochbau entfielen.

Beim Ertrag verzeichnete das Unternehmen laut Firmenchef Thomas Echterhoff und Geschäftsführerin Jutta Echterhoff-Beeke noch „eine kleine schwarze Null“. Beiden wurden 2013 von den Eltern Helmut und Regina Echterhoff die restlichen Gesellschaftsanteile übertragen. Thomas Echterhoff und Jutta Echterhoff-Beeke führen damit die Unternehmensgruppe in der fünften Generation. Die Schenkung aller Geschäftsanteile durch die Eltern wird damit begründet, dass man die derzeit bestehende weitgehende Steuerfreiheit für Unternehmensübertragungen nutzen wollte.

Die Geschäftsführung will die Strategie der Spezialisierung auf technisch komplexe Bauwerke der Infrastruktur weiterverfolgen und den Hochbau gemeinsam mit der Tochterfirma domoplan intensiver bearbeiten. Die verschiedenen Schwerpunkte und die breite regionale Präsenz haben sich nach Einschätzung von Thomas Echterhoff als richtig erwiesen und würden mit dem neuen Standort Nürnberg ergänzt.

In den letzten Jahrzehnten hat sich bei der Echterhoff Bau-Gruppe mit ihren derzeit gut 500 Beschäftigten viel verändert. So wurde der Straßenbau und Eisenbahnoberbau zugunsten des Ingenieurbaus aufgegeben. Nur der traditionsreiche Kanal- und Rohrleitungsbau wird heute noch ausgeführt. Neue Sparten wie Spezialtiefbau mit Rohrvortrieb, Ramm- und Bohrarbeiten, Stollenbau und auch Hochbau sowie Schlüsselfertigbau kamen im Laufe der Jahre hinzu. Projektentwicklung und ein Kieswerk in Sachsen-Anhalt sind weitere Sparten. Im Ingenieurbau erfolgte die Spezialisierung zu technisch komplizierten Bauwerken unter Verkehr an Straßen, Eisenbahnen und Wasserwegen, ergänzt seit einigen Jahren durch den Turmbau.

Obwohl die Preissituation in der Baubranche weiter angespannt ist, rechnet Firmenchef Echterhoff für 2014 mit einem verbesserten Ergebnis. Das Unternehmen ist mit einem Auftragsbestand von zehn Monaten ins neue Jahr gestartet, wobei es aktuell beim Hochbau am besten läuft. Ziel für 2014 ist ein Umsatz von 135 Millionen Euro.

Wolfgang Bayer, Hauptgeschäftsführer beim Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen hebt hervor, dass die Unternehmensgruppe Echterhoff breit aufgestellt sei und deshalb elastisch auf konjunkturelle Entwicklungen reagieren könne. Nach den Worten Bayers zeichnet sich Echterhoff durch eine besonders soziale Mitarbeiterorientierung aus. Regelmäßige Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie eine lange Mitarbeiterbindung seien typische Kennzeichen des Unternehmens.


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