11.12.2013, 15:13 Uhr

Dümmer-Standort bleibt wichtig ZF Damme: Verkauf an Chinesen unterzeichnet

Zentrale des ZF-Werks in Damme. Foto: LewandowskiZentrale des ZF-Werks in Damme. Foto: Lewandowski

Damme. Der Verkauf der Sparte Gummi-Kunststoff des Autozulieferers ZF und damit auch des ZF-Werks in Damme an einen neuen chinesischen Eigentümer ist besiegelt.

Wie der Mutterkonzern ZF Friedrichshafen AG am Mittwoch mitteilte, wurde die entsprechende Vereinbarung mit der Zhouzhou Times New Material Technology Company (TMT) am selben Tag unterzeichnet. Damit soll der Wechsel von rund 1000 Beschäftigten in Damme zu den Chinesen in der ersten Jahreshälfte 2014 wirksam werden. ZF werde mit seinem bisherigen Gummi-Kunststoff-Geschäft „weiterhin eng zusammenarbeiten“, erklärte der Konzern vom Bodensee.

In Deutschland sind von dem Verkauf weitere 700 bisherige ZF-Mitarbeiter an den Standorten Simmern und Bonn betroffen. Noch ist das Gummi-Kunststoff-Geschäft Teil der ZF-Division Fahrwerktechnik und wird nach Unternehmensangaben an neun Standorten in Europa, Amerika, Asien und Australien mit insgesamt rund 3300 Mitarbeitern im laufenden Jahr einen Umsatz von rund 700 Millionen Euro erzielen.

Der jetzt bestätigte Verkauf hatte sich um rund vier Wochen verzögert. Über die Gründe teilte ZF nichts mit. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Regulierungsbehörden unter anderem in China und Europa sowie der Aktionäre von TMT.

Die Belegschaft von ZF hatte sich gegen den Verkauf an die Chinesen gesträubt. Vor dem Beschluss des Aufsichtsrats im Oktober hatten sich mehr als 20 000 Mitarbeiter aus allen deutschen ZF-Werken an einer Unterschriftenaktion dagegen beteiligt. Genutzt hat dieser Protest möglicherweise insofern, als dass der Käufer die Arbeitsplätze in den drei vom Verkauf betroffenen deutschen Werken bis Ende 2018 sichern muss. Außerdem sollen Investitionen, Tarifbindung, Altersvorsorge und Ausbildung festgeschrieben sein.

Damme bleibe „unverändert der operative Hauptsitz“ des auszugliedernden neuen Unternehmens für die bisherige Gummi-Kunststoffsparte, erklärte ZF weiter. Es werde auch nach dem Eigentümerwechsel „weitgehend unabhängig durch das bestehende Management geführt“. Nach den Worten von Torsten Bremer, der dieses Noch-Geschäftsfeld bei ZF leitet, verbessert es gemeinsam mit TMT seinen „Zugang zum chinesischen Automobilmarkt, der seit mehreren Jahren der größte und am schnellsten wachsende Markt weltweit ist“. TMT-Chef Jun Yang sagte laut ZF-Mitteilung: „Die Belegschaft ist sehr wichtig für die Strategie und den laufenden Betrieb des Geschäfts.“ Sie habe zusammen mit dem Mangement „bisher herausragende Arbeit geleistet“.


ZF ist ein bedeutendes Industrie-Unternehmen der Dümmer-Region. Das Werk Damme mit rund 1000 Mitarbeitern soll nun von Chinesen übernommen werden.

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