07.10.2013, 18:01 Uhr

Angebot des Investors TMT ZF Damme: Arbeitsplätze bis 2017 sicher?

In den Gesprächen um eine Übernahme der ZF-Sparte Gummi-Kunststoff bietet der chinesische Konzern TMT eine Beschäftigungssicherung bis ins Jahr 2017. Foto: Uwe LewandowskiIn den Gesprächen um eine Übernahme der ZF-Sparte Gummi-Kunststoff bietet der chinesische Konzern TMT eine Beschäftigungssicherung bis ins Jahr 2017. Foto: Uwe Lewandowski

Damme. Eine Beschäftigungsgarantie bis ins Jahr 2017 - mit diesem Angebot geht der chinesische Konzern TMT in die Verhandlungen um eine mögliche Übernahme der Sparte Gummi-Kunststoff des Automobilzulieferers ZF. Die Gewerkschaft IG Metall begrüßte diese Aussage zwar. Jedoch fehle weiterhin ein konkretes Konzept für die künftigen Aufgaben der drei betroffenen Werke.

Bei einer Betriebsversammlung am Standort Damme haben Vertreter von Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall am Montag über den Stand der Verhandlungen informiert. So gebe es beim Investor TMT tatsächlich eine hohe Bereitschaft zu Investitionen. Auch passe das Produktportfolio der Sparte Gummi-Kunststoff zu dem chinesischen Konzern. Doch die Pläne seien sehr allgemein gehalten und gingen nicht konkret auf die drei Werke in Damme, Simmern und Bonn ein. Diese hätten eher „globalen Charakter“, hieß es.

Die Stimmung unter den rund 1000 Beschäftigten in Damme wird von Teilnehmern der Versammlung als verhalten beschrieben. Hin und wieder sei Kopfschütteln und Raunen durch den Raum gegangen.

Das Angebot einer Beschäftigungssicherung bis ins Jahr 2017 wertet Thorsten Gröger, erster Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg-Stadthagen zwar positiv, bei ZF gilt diese nur bis ins Jahr 2015. „Aber das reicht uns nicht“, sagt er zur TMT-Offerte. Es müsse dringend über grundsätzliche Perspektiven für die drei Standorte der Sparte Gummi-Kunststoff geredet werden. „Bislang waren die Gespräche sehr enttäuschend.“ Grundsätzlich lehnt die Gewerkschaft einen Verkauf ab.

Der ZF-Konzern habe die Verkaufsabsichten damit begründet, die Sparte habe bei TMT bessere Entwicklungschancen. Die Chinesen seien in der Lage, mehr Geld für nötige Investitionen in das Geschäftsfeld aufzubringen. ZF hat dies in der Vergangenheit zwar nicht öffentlich bestätigt, aber auch nicht dementiert. Aktuell will sich das Unternehmen mit Blick auf die laufenden Gespräche nicht äußern, sagte ein Sprecher am Montag.

Ein weiteres Gespräch zwischen Vertretern der Arbeitnehmerseite, ZF und TMT ist für Donnerstag, 10. Oktober angesetzt. Die Gewerkschaft IG Metall erwartet sich konkrete Aussagen zur Zukunft der Werke. „Da müssen Antworten kommen - ich hoffe, dass das auf der Arbeitgeberseite verstanden worden ist“, sagt Gewerkschafter Gröger.

Unterdessen haben sich besorgte ZF-Mitarbeiter an die Redaktion gewandt. Für sie sei der Verkauf beschlossene Sache, heißt es in einer E-Mail. „Die Gewerkschaft kann nur noch das Beste für uns herausholen.“


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