10.06.2012, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Regionales Firmenporträt Lanfer Logistik in Meppen ist größter Spediteur der BASF

<p><b>Auch im neuen Eurohafen</b> in Haren schlägt Lanfer Logistik seine Flüssiggüter um. Foto: privat</p>

Auch im neuen Eurohafen in Haren schlägt Lanfer Logistik seine Flüssiggüter um. Foto: privat

Meppen.Der weltgrößte Chemiekonzern BASF sitzt in Ludwigshafen, also im Südwesten Deutschlands. Sein größter Spediteur ist dagegen im Nordwesten beheimatet. Es ist das Unternehmen Lanfer Logistik aus Meppen.

Gleich im Eingangsbereich der Meppener Firmenzentrale von Lanfer Logistik erkennt der Besucher, worum es bei diesem Familienunternehmen geht: Transporte aller Art. Über 200 Spielzeug-Lastwagen glänzen in riesigen Glasvitrinen. Viele von ihnen tragen das Lanfer-Logo.

Diplom-Betriebswirt Hermann Lanfer leitet das 1922 „von Opa Hermann gegründete“ Unternehmen in der dritten Generation. Seine inzwischen fast 700 Mitarbeiter sprechen ihn nur mit „Hermann“ oder „Chef“ an. Dabei zählt Lanfer Logistik in der Transportbranche deutschland- und auch europaweit zu den ersten Adressen.

„Wir sind gerade dabei unsere verschiedenen Verwaltungseinheiten in Meppen noch stärker zu zentralisieren“, sagte der 47-Jährige. Gerade Konzerne wie BASF, Aral oder Shell wollten nur einen Ansprechpartner und zwar an einem Ort.

Lanfer ist Spezialist für Flüssig- und Gastransporte. Die Palette reicht von Säuren, Laugen, Kunstharzen, Kohlensäuren bis zu Lebensmitteln. Dabei transportiert Lanfer 65 Prozent auf der Straße, 30 Prozent auf der Schiene und 5 Prozent auf dem Wasser. Das Ziel von Hermann Lanfer ist klar definiert: „Wir wollen mittel- und langfristig 50 Prozent der Transporte über die Schiene abwickeln.“

Das emsländische Transportunternehmen besitzt einen imposanten Fuhrpark mit 400 Zugmaschinen, 800 Tankaufliegern und 600 speziellen Tankcontainern für den Bahntransport.

„Der Kunde kommt zu uns, und wir bieten ihm die beste Lösung“, so Lanfer. Basis hierfür seien die meist 100-prozentigen Tochterunternehmen wie Lanfer Transporte, Meurer Intermodal, Wekawe Lebensmitteltransporte, Bartels Internationale Transporte, FTL Jürging Tanklager und Mischanlage, CombiShip sowie Hela Tankwagenreinigung.

In der Praxis sieht das so aus. Ein Chemiekonzern produziert in Nordwegen Enteisungsmittel für Landebahnen. „Wir laden im Seehafen Emden die Ladung auf unsere Binnenschiffe um.“ Diese steuern zuerst den Eurohafen in Haren an. Von dort werden erste Chargen in Lastwagen zu Flughäfen wie Hamburg und Münster gefahren. Das Binnenschiff fährt weiter und steuert den Hafen Hamm an. Hier verfügt Lanfer über 70 eigene Tanks mit einem Fassungsvermögen von 12000 Kubikmetern. Von dort wird die Chemikalie per Lkw oder Bahn zu weiteren Flughäfen wie Warschau, Prag, Madrid oder Frankfurt transportiert.

Lanfer besitzt mit vielen Großkunden langfristige Geschäftsverbindungen. So sind die Meppener größter BASF-Spediteur. Man hat auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen für 25 Jahre ein weiteres großes Areal angepachtet. Über 100 Lanfer-Mitarbeiter sind dort im Einsatz. Das neue Logistik-Center kann später bis zu 500 Tankcontainer aufnehmen.

Hermann Lanfer blickt optimistisch in die Zukunft: Nach einem Umsatzvolumen von „guten 95 Millionen Euro“ in 2011 rechnet er für dieses Jahr mit einem „neuen Rekordumsatz“. Die mehr als 500 Lanfer-Fahrer, darunter nur eine Handvoll Frauen, werden in der Lanfer-Akademie speziell geschult und ausgebildet. Vier Fahrlehrer bilden die Berufskraftfahrer aus. Ständige Fort- und Weiterbildungen für die Fahrer der Gefahrguttransporte sind an der Tagesordnung.

Der Vorsitzende des Betriebsrats,Erwin Beniermann, fährt seit 20 Jahren für Lanfer: „Es ist sehr gut, dass wir unsere Fahrer selbst ausbilden.“ Stolz ist er, dass auch seine beiden Söhne Patrick und Stefan mittlerweile für Lanfer fahren. Dabei sei die komplette Lanfer-Flotte immer auf dem neuesten technischen Stand. Keine Zugmaschine sei älter als vier Jahre. Insgesamt wünscht er sich für Berufskraftfahrer mit den ganzen Entbehrungen eine bessere Vergütung. „Dabei erhalten die meisten bei Lanfer „über Tarif“. Ich kann mich nicht beschweren“, fügt der 53-jährige Meppener an.

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