17.04.2017, 16:37 Uhr

Nach Rückkehr ins Weserstadion Ex-Bremer Aaron Hunt nimmt Pfiffe gelassen

Unerfreuliche Rückkehr: Aaron Hunt wurde von den Werder-Fans ausgepfiffen und verlor mit dem HSV 1:2. Foto: imago/Sven SimonUnerfreuliche Rückkehr: Aaron Hunt wurde von den Werder-Fans ausgepfiffen und verlor mit dem HSV 1:2. Foto: imago/Sven Simon

Bremen. Stolze 215 Spiele hat er für Werder Bremen in der Bundesliga bestritten, dabei 46 Tore erzielt – am Ostersonntag stand Aaron Hunt dann erstmals in seiner Laufbahn als Spieler einer Gästemannschaft im Weserstadion auf dem Platz.

Dass er dabei ausgerechnet das Trikot des Nordrivalen Hamburger SV trug – es machte seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für ihn nicht eben leichter. Schon vor dem Anpfiff und später bei jedem Ballkontakt des Mittelfeldspielers ertönte ein gellendes Pfeifkonzert. Hunt selbst nahm es gelassen. „Für mich war das okay. Das hat mich nicht beeinflusst“, sagte er nach Hamburgs 1:2-Niederlage. Und: „Ich bin jetzt 30 Jahre alt. Das wirft mich nicht aus der Bahn.“

Hunt verkniff sich Jubel nach HSV-Führung

Tatsächlich hatte der Linksfuß vor allem während des ersten Durchgangs eine gute Leistung gezeigt. Auf Hamburgs rechter Offensivseite bereitete er seinem Ex-Club Probleme, überzeugte mit klugen Pässen und war viel unterwegs. Da war es auch kein Zufall, dass Hunt maßgeblich am frühen Führungstreffer des HSV beteiligt war. Seine Flanke – geschlagen mit dem schwächeren rechten Fuß – fand in Michael Gregoritsch einen dankbaren Abnehmer. Den Jubel verkniff sich Hunt hinterher ganz bewusst. „Ich hätte auch nicht gejubelt, wenn ich selbst ein Tor gemacht hätte“, betonte er. Zu groß offenbar noch immer seine Verbundenheit mit Werder, jenem Club, bei dem seine Karriere einst Fahrt aufgenommen hatte.

Von Werders U17 zu den Profis

Nachdem Hunt 2001 aus der Jugend des Goslarer SC in die Bremer U17 gewechselt war, spielte er sich hoch bis zu den Profis, ehe er im Sommer 2014 zum VfL Wolfsburg wechselte. Ein Jahr später ging es zum HSV. Die Gastspiele seiner neuen Clubs in Bremen hatte er bisher stets verpasst. Exakt 1079 Tage nach seinem letzten Bundesligaspiel für Werder im Weserstadion – Hunt war damals Doppeltorschütze beim 2:0 gegen Hertha BSC Berlin – nun also die Rückkehr.

Hunt: „Natürlich wäre ich lieber mit einem Sieg nach Hause gefahren“

„Es war schön, mal wieder hier zu spielen. Ich habe mich gefreut, viele alte Gesichter wieder zu sehen“, erzählte er nach dem Nordderby – und schob dann pflichtschuldig hinterher: „Natürlich wäre ich lieber mit einem Sieg nach Hause gefahren.“ Den hätte der HSV im Abstiegskampf gut gebrauchen können, „aber leider haben bei uns ein paar Prozent gefehlt“, sagte Hunt.


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