18.04.2017, 18:30 Uhr

Landespokal: Gegen Arminia Hannover VfL Osnabrück: „Wichtigstes Spiel der Saison“

Im Jahr 1978: VfL Osnabrück - Arminia Hannover 2:0. Gerd Volker Schock (Osnabrück, re.) gegen Roland Hoffmann (Mitte) und Franz Genschick (beide Hannover). Foto: imago/RustIm Jahr 1978: VfL Osnabrück - Arminia Hannover 2:0. Gerd Volker Schock (Osnabrück, re.) gegen Roland Hoffmann (Mitte) und Franz Genschick (beide Hannover). Foto: imago/Rust

Duelle großer Teams: ins Detail inszeniert, in ihrer Bedeutung oft überhöht. Daneben gibt es Fußballspiele, die unspektakulär klingen, aber prägend wirken können für die Entwicklung einer Mannschaft. So ein Spiel steht heute für den VfL Osnabrück an: gegen Arminia Hannover (19 Uhr/Bremer Brücke).

Warum ist das Halbfinale im Niedersachsenpokal so wichtig? Der Sieger löst das Ticket für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 2017/18. Damit verbunden ist eine garantierte Einnahme von etwa 200000 Euro (TV-Prämie, Zuschauer) sowie die Chance auf ein Vielfaches dieses Betrages, wenn weitere Runden erreicht werden. Die sportliche Leitung des VfL hat daher vor dem Duell mit der Arminia offensiv wie nie den Schulterschluss mit den Fans gesucht. „Das ist das wichtigste Spiel der Saison. Wir hoffen auf absolute Unterstützung“, sagt Manager Lothar Gans. „Wir wollen engagiert auftreten, die Leute begeistern und dafür sorgen, dass der Funke auf die Tribüne überspringt“, sagt Trainer Joe Enochs.

Warum wird nochmal in Osnabrück gespielt? Eigentlich hätte – wie immer im Niedersachsenpokal – das zwei Ligen tiefer spielende Team aus Hannover Heimrecht gehabt. „Die hätten aber aus Sicherheitsgründen in ihr Stadion am Bischofsholer Damm investieren müssen“, nennt Gans einen Grund für die Verlegung, die er nach mehreren Gesprächen mit Arminia-Vorstand Frank Willig ausgehandelt hat. An der Bremer Brücke werden ab 18 Uhr die Nordtribüne (Sitzplatz) und die Stehplatz-Bereiche Ost und Nordost (Heimfans) und West (Gäste) geöffnet.

Was sagt die Historie: Vor 39 Jahren siegte die VfL-Elf um Torwart Rolf Meyer, Lothar Gans und Torschütze Gerd-Volker Schock (Foto, rechts) im September 1978 in der 2. Liga Nord 2:0 gegen Arminia Hannover. Dort traf der VfL zwischen 1976 und 1980 regelmäßig auf die Arminia – wie auch in der Regionalliga Nord (1963–1974 sowie 1997–2000). Die Bilanz: 20 VfL-Siege, 6 Remis, 10 Niederlagen. 1999 feierte der VfL um Uwe Brunn, Joe Enochs, Daniel Thioune und Torschütze Wolfgang Schütte die Meisterschaft mit dem 1:0 gegen die Arminia am letzten Spieltag, scheiterte aber in der Aufstiegsrelegation an Chemnitz.

Wie stark ist die Arminia einzuschätzen? „Ein unangenehmer Gegner, der 90 Minuten Gas gibt“, so Enochs über den Oberliga-Neunten, den U21-Coach Marko Tredup beobachtet hat. Aufgefallen sind große, kopfballstarke Innenverteidiger und das konsequente Bekämpfen des Gegners aus einem 4-1-4-1-System, in dem der schnelle Ex-Voxtruper Tilman Gust auf der offensiven Außenbahn wirbelt. „Sie werden ähnlich tief stehen wie der FSV Frankfurt, wobei man eigentlich kaum tiefer stehen kann als es der FSV Frankfurt tat“, so Enochs. Klar sei, dass man die Partie so ernsthaft angehe wie ein Ligaspiel.

Was muss der VfL anders machen als beim 1:1 in Frankfurt am Ostersonntag? „Wir waren nach Ballgewinnen nicht zielstrebig genug. Wir müssen früher und konsequenter den Torabschluss suchen – und unsere Chancen reinmachen“, sagt Enochs. Der Trainer findet nicht, dass der VfL gegen Frankfurt zu defensiv ausgerichtet gewesen sei. „Aber wir haben gesehen, dass die drei Einwechselspieler Schwung gebracht haben“, sagte Enochs. Veränderungen in der Startelf seien daher durchaus möglich.

Wie könnte die VfL-Startelf aussehen? Am Wahrscheinlichsten ist, dass der offensiv orientierte Ahmet Arslan auf der Sechserposition beginnt: Dort ist Christian Groß am Wochenende in der Liga gegen Aalen gelbgesperrt. Dazu ist noch nicht sicher, ob der leicht angeschlagene Marc Heider, der eine kleine Blessur in Frankfurt abbekommen hat, spielen kann. „Wir haben die Optionen Menga vorn, Renneke außen oder Sangaré als Rechtsverteidiger“, weiß Enochs, der sich nicht genauer in die Karten schauen lassen wollte. ( Weiterlesen: Dercho bis 2019 beim VfL unter Vertrag)

Welche Signalwirkung könnte ein Sieg aussenden? Darüber will Enochs nicht philospohieren: Wegen der nötigen Fokussierung auf die Arminia. Der Trainer aber sagt: „Wir haben mehrere Saisonziele. Eines ist die DFB-Pokal-Qualifikation. Das andere: Wir wollen in der Liga am letzten Spieltag ein Endspiel haben.“ Vielleicht kann die Erreichung des ersten Ziels ja neue Kräfte freisetzen für den Kampf um das andere...

Wie geht es aus? Der VfL muss sich schon strecken, gewinnt aber am Ende 3:0 und löst das DFB-Pokal-Ticket ( Liveticker ab 18.15 Uhr).


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