16.04.2017, 22:01 Uhr

Offensive Flügelspieler schwach VfL Osnabrück: Dercho beim FSV Frankfurt bester Mann

Viel zu kritisieren hatte VfL-Trainer Joe Enochs in Frankfurt. Foto: Moritz FrankenbergViel zu kritisieren hatte VfL-Trainer Joe Enochs in Frankfurt. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Das Zeugnis des VfL Osnabrück zum 1:1 beim FSV Frankfurt fällt eher unterdurchschnittlich aus - der beste Osnabrücker war der Linksverteidiger, stumpf blieben die Spitzen und die offensiven Außenbahnspieler der Lila-Weißen.

Marius Gersbeck: Machtlos beim Gegentor, zeigte ansonsten zwei drei starke Paraden gegen aus Nahdistanz abschließende Frankfurter. In der ersten Halbzeit ein verunglückter Befreiungsschlag, der flach durch die Linien ging und dann nur zufällig bei einem Osnabrücker landete - das hätte brenzlig werden können. Note: 3

Konstantin Engel: Nach vorne mit nur wenigen Akzenten, nach hinten mit einigen Problemen gegen die Flügelspieler Corbin Ong und Graudenz. Wirkt bei weitem noch nicht völlig integriert ins Spiel des VfL. Hätte beim Gegentor noch eingreifen können, wenn er früher auf den einlaufenden Kader reagiert hätte, anstatt stehen zu bleiben und ohne Gegenspieler nur den freien Raum hinter dem zweiten Pfosten zu besetzen. Note: 4

Marcel Appiah: Meist sicher im Spielaufbau, meist präsent gegen den Ball - wobei er aber vor allem in der ersten Halbzeit einige Zweikämpfe gegen Kader etwas zu billig verlor. Nach vorne ohne Akzente, etwa bei Standards. Orientierte sich beim Frankfurter Treffer im Abwehrzentrum nur an seinem Gegenspieler vor ihm und machte zwei Schritte zu viel nach vorne, sodass er die Flanke unterlief - und weil er Kader in seinem Rücken übersah, konnte dieser unbedrängt hinter ihm einköpfen. Note: 3,5

Der Spielbericht aus Frankfurt - VfL wacht viel zu spät auf

Tobias Willers: Ähnlich wie Appiah bezüglich seiner Leistung in der Defensive - Willers ging aber mehr Risiko bei seinen Pässen. Dabei kamen einige gute Flankenwechsel heraus, aber auch einige ziemlich miese Ballverluste. Vielleicht sollte er es sich öfter so einfach machen wie beim Tor, das er mit einleitete, als er Heider einen einfachen Flachpass präzise in den Fuß spielte. Note: 3,5

Alexander Dercho: Ganz klar bester Osnabrücker: Viele gefährliche Dribblings und Flankenläufe - wenn vor den Einwechslungen der Ergänzungsspieler überhaupt was ging offensiv beim VfL, dann eigentlich nur über ihn. Defensiv ohne Probleme, präsent, abgezockt, stark. Note: 2

Christian Groß: Leider noch nicht auf dem Level wie vor seiner Verletzung, wo er auf überragende Weise der Agressive Leader des VfL-Spiels war. Das soll nicht heißen, dass Groß schlecht gespielt hat. Es fehlen nach dieser extrem kompliztierten Verletzung einfach noch ein paar Prozent, bis er seine überragende Form der Vorrunde wieder erreichen kann. Die wichtigen Dinge in der Defensive hat „Grosso“ alle erledigt, die allerletzten Akzente im Spiel oder im Gegenpressing nach vorn fehlen noch. Note: 3,5

Anthony Syhre: Viele Sicherheitspässe, kaum bis gar keine vertikale Pässe - ein Grund mit dafür, dass das Offensiv-Spiel des VfL zu selten gefährlich wurde. Beim Gegentor nahm er den einlaufenden freien Kader nicht auf, sondern orientierte sich an seinem an der Strafraumlinie in ungefährlicherer Position verharrenden Gegenspieler. Defensiv war das alles sonst ganz ok, offensiv bringt ein Spielertyp wie er auf einer Position zwischen Sechs und Acht vielleicht zu wenig für ein Spiel, in dem man viel Ballbesitz hat und Akzente nach vorn braucht. Note: 4

Die Tore aus Frankfurt hier in der Torshow des DFB (ab Minute 3:30)  - bewegte Bilder vom Spiel gibt es auch hier.

Nazim Sangaré: Der schnelle Flügelspieler war gegen die Dreier-, respektive Fünferkette des FSV fast völlig raus - seine Qualitäten im Tempodribbling konnte er erneut nur zu selten einbringen. Wenn sich die Gelegenheit ergab, agierte Sangaré zu oft mutlos und traf falsche Entscheidungen. Vielleicht ist er doch besser aufgehoben, wenn er als Rechtsverteidiger das komplette Spiel - und damit auch alle freien Räume - vor sich hat? Note: 4,5

Jules Reimerink: Mutlos, ideenlos - und glücklos in seinen wenigen Aktionen, in denen er dann doch einmal etwas versuchte. Viel zu oft hält Reimerink mit den Ball auch seinen Bewegungsablauf an - und nimmt dann das Tempo aus der Aktion. Nach 67 Minuten wie Sangaré nicht zu Unrecht ausgewechselt. Note: 4,5 

Marc Heider: Er versuchte zumindest alles - vielleicht wollte der erfahrene Offfensivspieler dabei etwas zu oft mit dem Kopf durch die Wand. In Frankfurt machte er etwas zu viele technische Fehler, dazu leistete er sich ungewohnt viele Ballverluste in Situationen, wo er den Ball mit seinem Körper hätte besser abschirmen können. Gut sein Zuspiel direkt durchgesteckt auf Menga als Assist zum 1:1. Note: 3,5

Der Liveticker zum Nachlesen

Kwasi Okyere Wriedt: Seine Ähnlichkeit als Spielertyp mit Heider in vorderster Front hat das VfL-Offensivspiel auch nicht gerade variabler gemacht. Wriedt braucht Räume für seine Haken und seine Aktionen mit den langen Beinen - die gab es aber nicht gegen die drei Innenverteidiger der Frankfurter, die unterstützt von den beiden Außen gegen den Ball als Fünferkette verteidigten. Zudem fehlt dem jungen Stürmer derzeit die Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit - etwa zu sehen an seiner Dribbelchance in der ersten Hälfte, wo er erst die Chance, einen Strafstoß herauszuholen verpasste und letztlich einen Abstoß für den FSV produzierte. Oder an seinem überhastet gesetzten und daher verzogenen Torabschluss in der 2. Hälfte. Note: 3.5

Ahmet Arslan: Kam nach 55 Minuten für Syhre - und nutzte seine Räume gegen konditionell nachlassende Frankfurter durchaus zur Spielgestaltung. Einige gute Spielverlagerungen mit Raumgewinn, die für Gefahr am gegnerischen 16er sorgten - leider aber auch einige schwache, weil zu hoch angesetzte Standards. Note: 2,5

Addy Menga: Kam in der 67. Minute für Sangaré - und hatte starke erste 15 Minuten, als er Bälle behauptete, abholte und auch mal im Dribbling einen Gegenspieler aussteigen ließ. Versenkte Heiders Zuspiel humorlos zum Ausgleich. Danach aber konnte er das Level nicht ganz halten und leistete sich einige ärgerliche Ballverluste. Trotzdem Note 2.5

Bashkim Renneke: Kam auch nach 67 Minuten - und kreierte in der verbleibenden Zeit mit seinen schnellen Haken mehr gefährliche Aktionen als Reimerink vor ihm - wobei auch ihm ab und an die Präzision fehlte, besonders bei seiner Hereingabe von der Grundlinie zurück an den 16er, wo überhaupt kein Osnabrücker stand. Trotzdem: Auf jeden Fall ein belebendes Element. Note: 2,5

Die Reaktionen der Spieler nach dem 1:1 in Frankfurt.


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