26.04.2017, 21:42 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Aktualisiert: Drittligisten im Landespokal VfL Osnabrück als erster Drittligist für DFB-Pokal qualifiziert

Fußball auf dem Dorf: nicht immer einfach für Drittligisten wie den VfL Osnabrück (hier Marc Heider im Spiel beim SSV Jeddeloh II). Foto: KemmeFußball auf dem Dorf: nicht immer einfach für Drittligisten wie den VfL Osnabrück (hier Marc Heider im Spiel beim SSV Jeddeloh II). Foto: Kemme

Osnabrück. Zwei Wege führen für die Fußball-Drittligisten in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals 2017/18. Entweder die Qualifikation über den Landespokal oder mindestens Rang vier in der 3. Liga am Saisonende – angesichts der engen Tabelle eine immer noch schwer kalkulierbare Lage. Eine aktuelle Übersicht zeigt aber: Sieben Klubs haben ihre Landespokal-Chance bereits verspielt. Und den kürzesten Weg aller Drittligisten in den DFB-Pokal über die Landesschiene hatte der VfL Osnabrück.

Ausgeschieden in ihren Landespokal-Wettbewerben sind bereits der VfR Aalen, Jahn Regensburg, Sonnenhof Großaspach, Preußen Münster, FSV Zwickau, der Hallesche FC und der FSV Frankfurt. Aalen (nach dem Vollzug des Punktabzugs), Frankfurt und wohl auch Münster dürften es zudem sehr schwer haben, über die Liga noch mindestens Vierter zu werden und in den DFB-Pokal einzuziehen.

Betrachtet man die Landespokale im Vergleich, fällt auf, dass der VfL Osnabrück den kürzesten und auf dem Papier auch einen der leichtesten Wege hatte, über die Landesschiene in den DFB-Pokal einzuziehen: Dafür muss der Pott nicht geholt werden: Es reicht im Gegensatz zu allen anderen Wettbewerben der Einzug ins Landespokal-Finale. Dafür musste der VfL in diesem Jahr nur drei Spiele gewinnen – im Vergleich mit der teilweise deutlich höher belasteten Konkurrenz sind das die Wenigsten. Und: Es sind keine Drittliga-Konkurrenten mit im Wettbewerb, sondern maximal Regionalligisten. In diesem Jahr hat der VfL auf seinem Weg in den DFB-Pokal ob erfolgreich oder nicht – sogar nur gegen Oberligisten gespielt.

Im Vergleich dazu ist der Weg der Sportfreunde Lotte deutlich beschwerlicher: Mit Preußen Münster und dem SC Paderborn gingen zwei weitere Drittligisten im Wettbewerb an den Start – letztgenanntes Team ist nun Gegner im entscheidenden Finale um das DFB-Pokal-Ticket, das nur der Sieger des Wettbewerbs löst. Sollte den Sportfreunden Lotte dies gelingen, hätten die sowieso schon hoch belasteten Vielspieler sechs Partien auf dem Weg in den DFB-Pokal absolviert – doppelt so viele wie der VfL.

Im Folgenden die Landespokal-Übersicht aller Drittligisten, aufgeschlüsselt nach dem aktuellen Tabellenstand:

1. MSV Duisburg

  • Im Landespokal noch dabei
  • Zwei Siege noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: PSV Solingen (auswärts) 7:0, Rather SV (A) 5:1, KFC Uerdingen (A) 1:0, TuRu Düsseldorf (A) 6:0.

Der Tabellenführer wird wohl die Qualifikation über die Liga schaffen, hat aber nach standesgemäßen Siegen gegen unterklassige Teams in vier vorherigen Runden auch noch Aktien im Landespokal Niederrhein, wo im Halbfinale das Traditionsduell bei RW Oberhausen ansteht (am 2. Mai). Nur der Sieger des Wettbewerbs zieht in den DFB-Pokal ein. Im anderen Halbfinale setzte sich jüngst RW Essen 3:2 gegen Wuppertal durch und würde der Finalgegner sein – die Meidericher sind somit einziger Drittligist im Wettbewerb.

2. Holstein Kiel

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: VfR Neumünster (5:1), ETSV Weiche Flensburg (A) (2:0) , VfB Lübeck (A) 2:0.

Kiel präsentierte sich in den bisherigen Spielen souverän – auch im Halbfinale beim Dauerrivalen VfB Lübeck , wo man auswärts 2:0 siegte. Das Finale steht nun zu Hause gegen den SV Eichede an. Die Partie müsste Kiel gewinnen, um über die Landesschiene in den DFB-Pokal einzuziehen, da sich dafür nur der Sieger des SHFV-Pokals qualifiziert.

3. 1. FC Magdeburg

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SSV 80 Gardelegen (A) 5:0, SSV Havelwinkel Warnau (A) 8:0, SV Medizin Uchtspringe (A) 7:1, SV Merseburg 99 (A) 4:0, Hallescher FC (A) 3:1.

Magdeburg hat gute Aktien in der Liga und ist auch im Pokal noch dabei – nach dem Sieg auswärts beim Liga-Konkurrenten Hallescher FC geht es im Finale gegen Oberligist VFB Germaina Halberstadt (im Halbfinale 3:1 gegen Barleben). Nur der Sieger des Wettbewerbs zieht in den DFB-Pokal ein.

4. Jahn Regensburg

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: FG Wendelstein (5:1), TV Aiglsbach (A) (6:7, n.E.)

Für den Jahn war im Landespokal bereits im August Endstation: bei einem Bezirksligisten war die Elf von Heiko Herrlich sensationell gescheitert. Auch den Regensburgern war wohl eine zu krasse Rotation in der eigentlichen Stammformation zum Verhängnis geworden.... In Bayern, das ebenso wie Niedersachsen und Westfalen zwei Startplätze für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals vergeben kann, zieht übrigens neben dem Sieger des Bayernpokals der Meister der Regionalliga Bayern in den DFB-Pokal ein – nach aktuellem Stand ist das höchstwahrscheinlich die SpVg. Unterhaching.

5. VfR Aalen

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: TSV Essingen (A) (2:0), TSV Weilimdorf (A) (3:1), FSV 08 Bissingen (A) (3:5)

Im Achtelfinale an Allerheiligen des vergangenen Jahres war Schluss im Landespokal Württemberg für den finanziell arg gebeutelten Drittligisten: Gegen den Oberligisten hatte Trainer Peter Vollmann damals zunächst fünf Stammspieler schonen wollen – eine Strategie, die nicht aufging...

6. VfL Osnabrück.

Der VfL hat an der heimischen Bremer Brücke den Einzug in den DFB-Pokal perfekt gemactn – mit einem 2:0-Sieg gegen Oberligist Arminia Hannover am 19. April. Finalgegner – wo es dann „nur“ um den Titel und das Sparen einer Geldumlage in einem niedrigen fünfstelligen Euro-Bereich geht – ist der Regionalligist Lüneburger SK, der am Samstag beim BSV Rehden 2:0 gewonnen hat.

7. FSV Zwickau

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: Reichenbacher FC (A) (4:1), FC Grimma (A) (2:0), VfB Auerbach (A) (2:1, n.V.), Chemnitzer FC (A) 1:2 n.V.

Zwickau scheiterte im Drittliga-Derby im Halbfinale beim Chemnitzer FC. Nur der Sieger des Sachsenpokal s zieht in den DFB-Pokal ein. Im Finale wartet für Chemnitz der 1. FC Lok Leipzig.

8. SG Sonnenhof Großaspach

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: TSV Schornbach (A) (6:0), SpVgg Gröningen-Satteldorf (A) (3:0), SGV Freiberg (A) (0:4, n.V.).

Ebenfalls an Allerheiligen – wie Ligarivale Aalen – scheiterte Sonnenhof Großaspach im Landespokal – und das nur sieben Kilometer entfernt von Bissingen in Freiberg bei einem zwei Klassen tiefer spielenden Team – und das mit sage und schreibe vier Gegentreffern in der Verlängerung.

9. Chemnitzer FC

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SV Markranstädt (A) (8:1), ESV Lokomotive Zwickau (A) (8:0), Budissa Bautzen (A) (7:5, n.E.), FSV Zwickau (2:1 n. V.)

Der CFC hielt sich bisher im Sachsenpokal schadlos, stand aber sowohl beim Regionalligisten in Bautzen, als auch gegen Zwickau im Halbfinale schon kurz vor dem Aus. Nun steht im Finale das Duell gegen den 1. FC Lok Leipzig an, der sich - leider nicht völlig frei von der Begleitung durch Randale von Chaoten – im Halbfinale in Bischofswerda durchsetzte..

10. Hansa Rostock

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SV Plate (A) (8:0), Güstrower SC (A) (8:1), Greifswalder FC (3:2 n. E.), Torgelower FC Greif (7:1).

Hansa hing hinterher im Landespokal Mecklenburg Vorpommern - aufgrund der Termindichte, wie so viele Drittligisten. Im Viertelfinale ging es erst am 17. April gegen den Greifswalder FC – und man gewann mit Hängen und Würgen im Elfmeterschießen gegen das unterklassige Team. Im Halbfinale am 26. April beim weiteren Heimspiel gegen den Torgelower FC Greif, der immerhin Pokal-Rekordsieger FC Schönberg 95 bezwungen hat, gab es beim 7:1 keine Probleme. Im Endspiel geht es nun gegen den MSV Pampow – somit sind sie klarer Favorit.

11. Hallescher FC

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: 1. FC Zeitz (A) (3:0), 1. FC Weißenfels (A) (3:0), SV 1890 Westerhausen (9:0), SG Union Sandersdorf (A) (4:0), 1. FC Magdeburg (1:3).

Halle verlor im Halbfinale gegen den Liga-Konkurrenten 1. FC Magdeburg. Nur der Sieger des Wettbewerbs zieht in den DFB-Pokal ein – im Finale wartet für Magdeburg der Oberligist VFB Germaina Halberstadt (im Halbfinale 3:1 gegen Barleben).

12. Sportfreunde Lotte

Westfalen entsendet zwar zwei Vertreter in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde, für die sich aber nur der Westfalenpokalsieger qualifiziert: Der andere Vertreter wird seit Neuestem zwischen dem Oberliga-Meister und dem bestplatzierten westfälischen Regionalliga-Team ausgespielt ( wovon Lotte in der vergangenen Saison profitiert hat). Das heißt für die Sportfreunde in dieser Saison, dass man siegen muss im Westfalenpokal (sollte man Platz vier in der Liga verpassen), um wieder die Chance auf ähnliche DFB-Pokal-Schlagzeilen zu haben wie in dieser Saison. Im Halbfinale tat man sich am 26. April schwer gegen den Regionalligisten SV Rödinghausen – im heimischen Frimo-Stadion siegte man erst im Elfmeterschießen. Im Finale wartet nun der SC Paderborn.

13. Preußen Münster

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: SpVgg Vreden (A) (2:1), SpVgg Erkenschwick (7:0), SuS Neuenkirchen (2:1), SV Rödinghausen (A) (0:1).

Preußen Münster und der Westfalenpokal – in den letzten Jahren keine glückliche Beziehung. Zwei Heimniederlagen gegen die Sportfreunde Lotte gab es in der jüngeren Vergangenheit, die zum Aus führten – nun stoppte der SV Rödinghausen die Ambitionen des Klubs mit der unterhaltsamen Dauer-Suche nach einem Standort für ein Bundesliga-Stadion für 40000 Fans.

14. SV Wehen Wiesbaden

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SC Waldgirmes (A) (5:9), FSC Lohfelden (A) (4:1, n. V.), TSV Steinbach (A) (5:1).

Mit dem 5:1-Sieg beim starken Regionalligisten TSV Steinbach hat der SVWW wohl den größten Konkurrenten auf dem Weg in den DFB-Pokal eliminiert. Nun wartet im entscheidenden Finale Hessenligist Rot-Weiß Hadamar.

15. Fortuna Köln

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SV Wachtberg (A) (6:0), Alemannia Aachen (A) (1:0), SV Bergisch-Gladbach 09 (3:1), TV Herkenrath (2:1).

Nur der Sieger des Mittelrhein-Pokals qualifiziert sich für den DFB-Pokal – aber die Fortuna hat dort keine schlechten Aktien. Im Halbfinale erledigte die Fortuna die Pflichtaufgabe gegen den Mittelrheinligisten TV Herkenrath. Im Finale wird es aber wohl deutlich schwieriger. Dort wartet entweder der wiedererstarkte Bonner SC – oder Viktoria Köln, das schon im Finale des vergangenen Jahres gegen die Fortuna die Oberhand behalten hatte.

16. RW Erfurt

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SG BSV BW 22 Lengenfeld/St. (A) (3:0), TSV Bad Blankenburg (A) (7:0), Schott Jena (A) (5:1), FSV Eintracht 06 Hildburghausen (A) (7:1), SC 1903 Weimar (3:0).

Erfurt hat gute Aktien auf den Gewinn des Thüringenpokals, der zum Einzug in den DFB-Pokal berechtigt. Am 17. April gab es im Halbfinale beim unterklassigen Team SC 1903 Weimar einen 3:0-Sieg, im Finale wartet nun Regionalligist FSV Wacker Nordhausen. Der auf dem Papier größte Rivale Carl Zeiss Jena war schon in der 2. Runde bei Eintracht Sondershausen ausgeschieden.

18. SC Paderborn

  • Im Landespokal noch dabei
  • Ein Sieg noch notwendig bis zur DFB-Pokal-Qualifikation
  • Bisherige Spiele: SpVg. Steinhagen (A) (8:1), Delbrücker SC (A) (1:0), FC Lennestadt (A) (2:0), SC Verl (1:0), TSG Sprockhövel (2:1 n. V.)

Paderborn hat im Halbfinale des Westfalenpokals die TSG Sprockhövel aus der Regionalliga West mit Hängen und Würgen 2:1 nach Verlänngerung gewonnen. Im entscheidenden Finale würden entweder der SV Rödinghausen oder die Sportfreunde Lotte der Gegner sein.

19 FSV Frankfurt

  • Im Landespokal bereits ausgeschieden
  • Bisherige Spiele: FC Bayern Alzenau (A) (3:0), TSV Steinbach (A) (0:5).

Wie stark der TSV Steinbach ist, musste Ligakonkurrent FSV Frankfurt Ende November erfahren, als er mit sage und schreibe 5:0 überrollt wurde und damit aufrund des riesigen Rückstandes in der Liga wohl sicher nicht dabei ist im DFB-Pokal der kommenden Saison.

Der SV Werder Bremen II (17.) und der FSV Mainz 05 II (20.) spielen in den Landespokal-Wettbewerben nicht mit.


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