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22.11.2016, 20:56 Uhr KOMMENTAR

VfL-Mitgliederversammlung: Komödie ohne Ruck-Rede

Kommentar von Stefan Alberti

Die Mitgliederversammlung des VfL verlief einmal mehr turbulent. Foto: KemmeDie Mitgliederversammlung des VfL verlief einmal mehr turbulent. Foto: Kemme

Osnabrück. Dass Mitgliederversammlungen turbulent verlaufen, ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal des VfL Osnabrück. Diesen 21. November 2016 dürfen die Lila-Weißen aber exklusiv für sich als Mischung aus Tragikomödie und Karnevalssitzung beanspruchen.

Es ist schon verwunderlich, wie einige Mitglieder der Fan-Abteilung Demokratie und Vereinsleben definieren. Angefangen von dem abstrusen Antrag, den Medienvertretern zu untersagen, Namen von denjenigen zu nennen, die sich in der Versammlung zu Wort melden. Bis hin zu dem höhnischen Gelächter, als die Mitglieder der Satzungskommission noch einmal deutlich machen, mit welchem Zeitaufwand sie ehrenamtlich über ein Jahr lang viele Stunden an einem Satzungsentwurf gearbeitet haben. Mit diesem verbalen Foulspiel machen sie im Übrigen auch ihre eigenen Vertreter lächerlich, die sich in den Dienst der Kommission gestellt hatten. Und: Was ist das für ein Demokratieverständnis, zunächst in diesem Gremium mitzuarbeiten, um sich dann wenige Stunden vor der Versammlung zu distanzieren?

Alice Graschtat skizzierte bei ihrer kurzen Vorstellung als Aufsichtsratsmitglied die aktuelle Situation treffend: „Wir müssen uns etwas einfallen lassen. So kann es nicht weitergehen.“ Es komme hier offensichtlich nicht darauf an, wie vernünftig und gut manche Anträge seien, sondern von wem sie gestellt würden. Diese Feststellung richtete sie bewusst nicht nur in Richtung Fan-Abteilung. Recht hat sie. Manche vermissten eine Ruck-Rede aus den Reihen des VfL-Präsidiums – identifikations- und integrationsstiftend. Ob solch eine Rede die Verschwörungstheoretiker aus dem Fan-Lager anders gestimmt hätte? Fraglich. Geschadet hätten derartige Worte zumindest nicht.


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