20.10.2016, 20:00 Uhr

Vor dem VfL-Spiel am Samstag Warum Schlagerkönigin Andrea Berg nicht nach Osnabrück kommen kann

Regelmäßig bei den SG-Heimspielen dabei: Andrea Berg und „Uli“ Ferber. Foto: imago/BoppRegelmäßig bei den SG-Heimspielen dabei: Andrea Berg und „Uli“ Ferber. Foto: imago/Bopp

Osnabrück. Andrea Berg an der Bremer Brücke? Wohl kaum. Wer am Samstag die Schlagerkönigin live erleben möchte, sollte nach Hamburg fahren. Die Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach müssen beim VfL Osnabrück ohne ihren prominenten Fan auskommen.

Während Andrea Berg bei ihren Fans in Hamburg ein Seelenbeben auslösen wird, so heißt nun mal ihre Tournee, stellen sich die Fußballer aus Baden-Württemberg auf einen „Hexenkessel“ in Osnabrück ein. Das ist zumindest auf der Homepage des Vereins zu lesen. Sie fragen sich gerade, was „diese Schlagerkönigin“ mit der Partie in Osnabrück zu tun hat? Nun ja, Andrea Berg ist die Ehefrau von Ulrich „Uli“ Ferber, einem der großen Macher hinter den Kulissen des Sonnenhofs. Zuletzt hat sie ihm sogar einen Song gewidmet: „Solang die Erde sich dreht, lieb ich dich.“

Knapp 900 Mitglieder

Ferber ist ein Tausendsassa: ein bestens vernetzter Spielerberater (Mario Gomez, Joshua Kimmich, Bernd Leno und viele andere gehören zu seiner Kundschaft), Hotelier, Manager seiner Gattin, gelernter Konditor – und eben derjenige, ohne den der Verein wahrscheinlich nicht dort stehen würde, wo er jetzt steht. Mitte der 1970er-Jahre legte er mit einigen Freunden den Grundstein und gründete eine Thekenmannschaft, die SG Sonnenhof. Die Hobbyfußballer entwickelten den Club immer weiter. Gut 20 Jahre später entstand die Sportgemeinschaft Sonnenhof Großaspach – resultierend aus dem Zusammenschluss des FC Sonnenhof Kleinaspach mit der Sportvereinigung Großaspach. Die weitere sportliche Geschichte dieses Dorfvereins mit aktuell knapp 900 Mitgliedern erreichte in der Saison 2013/14 ihren vorläufigen Höhepunkt: Aufstieg in die 3. Fußball-Liga. Weiterlesen: Was für Osnabrücks Interimskapitän Christian Groß wichtig ist.

Ob das Team irgendwann auch noch eine Klasse höher spielen wird, kann im Moment wohl nur der Schlager-Gott beantworten. Von Größenwahn sind die Macher um den 57-jährigen Ferber jedenfalls weit entfernt – im Schwabenland herrscht eher das Prinzip der Bescheidenheit, zu den Sponsoren gehören viele kleine und größere Unternehmen. „Wir sind ein Dorfverein und bleiben es auch“, wird Ferber immer wieder zitiert. „Wir sind hier auf dem Land, noch dazu in Schwaben. Hier wird jeder Cent dreimal umgedreht. Wir spielen kein Theater. Die 3. Liga ist für uns schon Theater genug“, sagt der aktuelle Coach Oliver Zapel im Gespräch mit unserer Redaktion. In der bis dato sehr ausgeglichenen 3. Liga steht seine Mannschaft mit vier Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen (darunter das 1:2 bei den Sportfreunden Lotte) auf dem 13. Platz – allerdings nur drei Punkte hinter dem Dritten VfR Aalen und fünf Punkte hinter dem VfL Osnabrück.

Arena kaum ausverkauft

Die Aussagen sind keine Worthülsen. Rund um die SG Sonnenhof Großaspach geht es durchaus beschaulich zu. Die Geschäftsstelle hat eingeschränkte Öffnungszeiten – ähnlich wie eine dörfliche Gemeindeverwaltung. Das Stadion („mechatronik Arena“) fasst exakt 10001 Zuschauer, ist aber selten gut gefüllt. Ausverkauft war die Arena bislang nur bei einem Testspiel gegen die Bayern und bei einem Drittliga-Gastspiel von Dynamo Dresden. Rekord in der bisherigen Saison: 2500 Besucher gegen Aalen.

Ansonsten? Sorgt die Schlagerkönigin seit Jahren dafür, dass die Arena (dann sogar mit erhöhter Kapazität) zweimal jährlich ausverkauft ist, wenn sie zu ihren Open-Air-Konzerten ruft. Dann herrscht in der Region Ausnahmezustand…

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