12.09.2016, 18:59 Uhr

„Fühle mich fit genug“ VfL Osnabrück: Simon Tüting ist bereit fürs Comeback

Im Sommer-Test gegen Ankum für die VfL-Profis am Ball: Simon Tüting. Foto: Helmut KemmeIm Sommer-Test gegen Ankum für die VfL-Profis am Ball: Simon Tüting. Foto: Helmut Kemme

Er ist sicher kein Sprinter, eher ein Stratege. Aber er hat die Übersicht und ein feines Füßchen, mit dem er Bälle spielen kann wie sonst nur wenige Fußballer in der 3. Liga. Simon Tüting hat eine lange Leidenszeit hinter sich seit seiner Rückkehr zum VfL Osnabrück. Nun ist er bereit für sein Comeback.

Osnabrück. „Ich fühle mich ganz gut, habe seit dem Trainingsauftakt im Sommer nur zwei Einheiten verpasst“, sagt der Mittelfeldspieler, der vor ein paar Tagen seinen 30. Geburtstag gefeiert hat. Bezüglich möglicher Einsätze in der 3. Liga ergänzt Tüting: „Ob es bei mir schon für komplette 90 Minuten reichen würde, ist vielleicht fraglich, auch wegen der fehlenden Spielpraxis. Aber grundsätzlich fühle ich mich auf jeden Fall fit genug, um auf dem Feld zu stehen.“

Tüting hatte beim VfL Osnabrück vor 10 Jahren den Sprung in den Profifußball geschafft. Bei Hansa Rostock machte er einst ein Bundesliga-Spiel, mit weiteren Stationen 1. FC Magdeburg, Chemnitzer FC und SV Sandhausen kamen 51 Zweitliga-Einsätze und 37 Spiele in der 3. Liga dazu. Bei seiner Rückkehr im Januar 2015 übernahm Tüting beim VfL die Nummer 10, wurde aber von Ex-Trainer Maik Walpurgis zuerst kaum eingesetzt . Mit dem Wechsel zu Joe Enochs schien Tütings Zeit zu kommen. Doch nach Startelf- Einsätzen bei den Siegen in Cottbus und gegen Kiel verletzte er sich schwer am Sprunggelenk und fiel den Rest der vergangenen Saison aus.

„Zwei Monate ging gar nichts, danach habe ich vier Monate in der Reha in Köln gearbeitet , später gab es die Einheiten mit Athletik-Trainer Henrik Frach“, erinnert sich Tüting an neun Monate Aufbauarbeit. Seit Sommer absolviert er wieder das volle Programm mit der Mannschaft. „Ich habe zur Stabilisierung noch eine Metallplatte im Fuß, die im Winter bei einem Routineeingriff entfernt wird“, sagt Tüting und ergänzt: „Ich spüre die Platte natürlich beim Laufen, aber sie ist nicht unangenehm. Sie schränkt mich auch nicht ein. Es gibt auch keine Nachwirkungen wie Schwellungen nach der Belastung.“

Trotzdem kam Tüting bis dato in dieser Saison nur in der Oberliga-Elf zum Einsatz. In den Profi-Kader ist der 30-Jährige bisher weder in der Liga, noch im Niedersachsenpokal berufen worden. Dass der VfL während seiner Ausfallzeit im zentralen Mittelfeld – etwa mit der frühzeitigen Verpflichtung von Bastian Schulz – personell nachgerüstet hat, findet Tüting „absolut legitim“. Zugleich lässt der Mittelfeldspieler aber schon durchblicken, dass es für ihn mental nicht immer einfach war, mit der Entwicklung umzugehen, die ihn vom Zweitliga-Stammspieler zum Tribünen-Zuschauer in der 3. Liga gemacht hat.

„Ich will nun sicher nicht die ganze Saison von draußen zuschauen“, blickt Tüting nach vorn. Für Einsatzzeiten will sich der Mittelfeldstratege weiter im Training empfehlen. Mit dem Spielstil, den Trainer Joe Enochs vorgibt, sollte seine Art, Fußball zu spielen, absolut harmonieren, glaubt Tüting. „Ich bin selbst gespannt, ob ich nochmal das Niveau erreichen kann, dass ich zu Zweitliga-Zeiten hatte. Aber ich bin sicher, das ich auf das Niveau kommen werde, das nötig ist. Was mir momentan am Meisten dazu fehlt, ist die Wettkampfpraxis“, sagt der 10er.


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