21.02.2016, 12:50 Uhr

Polizei-Bilanz: Relativ friedlich 18 Straftaten rund um VfL-Spiel gegen Magdeburg

Die Polizei war mit etlichen Kräften im Einsatz, um das Risikospiel des VfL Osnabrück gegen den 1. FC Magdeburg abzusichern. Sie hatten dabei einiges zu tun. Symbolfoto: Imago/EibnerDie Polizei war mit etlichen Kräften im Einsatz, um das Risikospiel des VfL Osnabrück gegen den 1. FC Magdeburg abzusichern. Sie hatten dabei einiges zu tun. Symbolfoto: Imago/Eibner

Drei Wasserwerfer standen bereit – zum Einsatz kamen sie nicht. Das Risikospiel in der 3. Fußball-Liga zwischen dem VfL Osnabrück und dem 1. FC Magdeburg ist aus Sicht der Polizei insgesamt relativ friedlich verlaufen. Allerdings war das Einsatzprotokoll gut gefüllt: 18 Straftaten – darunter ein Raub – wurden aufgenommen, weitere Ermittlungen werden voraussichtlich folgen.

Die Beamten hätten einiges zu tun gehabt und seien mit diversen Körperverletzungen und Pöbeleien konfrontiert worden, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Zu größeren Auseinandersetzungen sei es aber nicht gekommen, hieß es in einer ersten Bilanz der Einsatzkräfte. Gesamt gesehen trifft die Einschätzung auch für Alexander Meyer zu. Das, was der Einsatzleiter und seine Kollegen erlebten, könne allerdings „nicht als normal bezeichnet werden“, sagte er.

Hooligan-Gruppen in der Stadt unterwegs

Dass es nicht zu größeren Ausschreitungen kam, sei auch der Tatsache geschuldet, dass die Polizei auf einiges vorbereitet gewesen sei und die Trennung der Fangruppen gelang. Dafür mussten die Beamten aber einiges leisten. Rund 300 Magdeburger kamen bereits am Samstag um 10.40 Uhr mit dem Zug in Osnabrück an. Sie wurden „relativ unproblematisch“ zum Stadion begleitet. Mit Kleinbullis und weiteren Pkw waren zwei Gruppen angereist, die sich in der Innenstadt bewegen wollten. Als „klassische Hooligan-Gruppen“ beschreibt Meyer diese Klientel. Rund 25 Magdeburger wurden im Hasepark entdeckt und Richtung Stadion begleitet. Eine andere, rund 20-köpfige Gruppe, habe die Stadtbad-Klause an der Johannisfreiheit als Ziel gewählt – ein Lokal, in dem sich auch Teile der organisierten VfL-Fans regelmäßig treffen. „Das war kein Zufall“, sagt Meyer. Die Gruppe habe den Konflikt gesucht. Die Magdeburger mussten ihre Autos aus einem Parkhaus holen und wurden von der Polizei Richtung Stadion geleitet. Bei der Abfahrt in der Stadt sowie in Stadionnähe wurden aus den Fahrzeugen heraus nicht zugelassene Böller gezündet.

Aggressive Stimmung und Angriff auf Polizisten

Auf dem weiteren Weg Richtung Stadion habe eine „hochaggressive“ Stimmung geherrscht. Polizisten seien „aufs Übelste beleidigt“ worden, berichtet Meyer. Als die Identität von zwei Mitgliedern der Gruppe festgestellt werden sollte, flog eine Flasche. „Es wurde geschlagen und geschubst.“ Mit weiteren Kräften wurde die Gruppe umstellt. Außerdem wurde ein Wasserwerfer in Position gebracht, er kam aber nicht zum Einsatz. Drei Täter wurden erkennungsdienstlich behandelt, zwei von ihnen sogar in Gewahrsam genommen. Sie verpassten das Spiel. Die Auseinandersetzung sei auf Video festgehalten worden, so dass eine Vielzahl an Straftaten auch noch nachträglich zugeordnet werden könne, sagte Meyer. Bei Einlasskontrollen am Stadion wurden geringere Mengen an Drogen sowie ein Butterfly-Messer sichergestellt.

Zwei Osnabrück-Fans nach dem Spiel beraubt

Nach dem Spiel sei die Gesamtsituation ebenfalls unruhig gewesen. „Auf dem Weg zum Bahnhof gab es immer wieder Beleidigungen, Schubsereien und Angriffsversuche“, sagt Meyer. Aus der Masse der kleineren Straftaten stach ein Vorfall heraus: Vier Magdeburger Anhänger hätten mit ihrem Auto an der Humboldtstraße gehalten, um zwei VfL-Fans die Schals sowie ihre Einkäufe zu rauben. Die Osnabrücker wurden dabei zum Glück nicht größer verletzt. Die Polizei stellte die Täter in ihrem Fahrzeug und nahm sie vorläufig fest. Sie erwartet ein Verfahren wegen Raubes. Insgesamt seien 18 Straftaten erfasst worden. Die Auswertung von Videos werde in den kommenden Tagen und Wochen zu weiteren Verfahren führen, blickte Meyer voraus. Diese Umstände könnten auch im Rahmen eines Risikospiels nicht als mehr normal hingenommen werden.

Münsteraner randalieren im Zug

Die Bundespolizei war überdies am Osnabrücker Hauptbahnhof im Einsatz, weil dort Münsteraner Anhänger auf der Rückreise vom Spiel in Bremen umsteigen mussten und zuvor in einem Zug randaliert hatten.


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